Als Network (Radio-Network, Television-Network, Fernseh-Network) werden in den USA Senderketten bezeichnet, die mit einem Leitsender zahlreiche lokale Kleinstsender mit einem Mantelprogramm beliefern. Diese lokalen Sender heißen auch Affiliates.
Seinen Ursprung hat das sogenannte network broadcasting in den USA in den 1920ern. Hintergrund war der Wunsch beispielsweise Sportereignisse live von Küste zu Küste über vier Zeitzonen hinweg senden zu können.
Um dies zu realisieren gründeten die General Electric Company (GE), die Westinghouse Electric Corporation und der Telefonmonopolist American Telephone & Telegraph (AT&T) im Jahr 1919 die Radio Corporation of America (RCA). Der reguläre Sendebetrieb wurde am 15. November 1926 durch die Tochtergesellschaft National Broadcasting Company (NBC) aufgenommen; 1927 folgte Columbia Broadcasting System (CBS).
Das Funktionsprinzip ist seither beinahe unverändert: bei einem der Hauptsender respektive an bestimmten Produktionsstandorten wird das gemeinsame Programm für die angeschlossenen Sender der Networks hergestellt und live oder zeitversetzt über das Telefonnetz von AT&T übertragen (später über "private" koaxiale Kupferkabel, heute über Satellit). Die ans Network angeschlossenen Sender senden zu vorher festgelegten Zeiten kein eigenes Programm, sondern das gemeinsame Network-Programm in einer Art Programmfenster.
Da dieses System kostspielig war, blieb es lange bei nur drei Radiogesellschaften, die Networks betrieben (neben NBC und CBS, auch Mutual Broadcasting System). Erst aus der Zerschlagung von NBC entstand zwischen 1940 und 1944 als viertes Radionetwork ABC. Als in den 1940ern das Fernsehen aufkam, vollzogen drei der vier Radionetworks auch den Schritt zum Fernsehnetwork, ein viertes – DuMont – stellte den Betrieb nach wenigen Jahren ein.
Die hohen Kosten zementierten bis in die 1980er-Jahre in den USA das Oligopol von NBC, CBS und ABC. Dies ermöglichte den Networks allerdings wesentlich aufwändigere Sendungen zu produzieren, als es bei kleineren Lokal- und Regionalsendern der Fall war. Auch bei den Fernsehnetworks hat sich im Laufe der Zeit wenig verändert: bei den Sendern der "Big Three" gehören abends drei Stunden (sonntags vier Stunden) dem Network und nur zu dieser Zeit werden neue Serienfolgen, Wiederholungen von aktuelleren Serienfolgen, Erstausstrahlungen von Kinofilmen oder landesweite Newsmagazine gesendet. Den Rest des Tages müssen die Sender in der Regel selber bestreiten und greifen dabei auf sogenanntes Syndication-Material zurück. Auf den Syndication-Markt kommen unter anderem Serien, die älter als vier Jahre sind, oder gesondert für Syndication produziertes Material, wie Talkshows; seltener auch teuere, nicht für ein bestimmtes Network produzierte Serien wie Deep Space Nine oder Babylon 5.
Ein Renaissance erlebte das Network-Fernsehen 1986 mit Gründung von FOX, dem vierten Network, welches mit den klassischen drei Networks die Big Four bildet. Diverse Deregulierungen im Mediensektor und eine Vielzahl von Unternehmensfusionen führten schließlich 1996 zur Gründung des United Paramount Network (UPN) und des Warner Bros. Network (WBN), ab 1999 als The WB bekannt. Die anfängliche Euphorie wich in den folgenden Jahren der Ernüchterung über die stetig sinkenden Zuschauerzahlen und führte im Januar 2006 – genau 10 Jahre nach der Lancierung – zur Ankündigung, die Networks UPN und The WB aufzulösen und per September 2006 durch das neue, gemeinsame CW Network zu ersetzen.
Ein weiteres Network mit deutlich kleinerer Reichweite als die bisher genannten, ist das von Paxons Communications betriebene PAX, das sich seit Juli 2005 nur noch i nennt.
Da aufgrund von staatlichen Auflagen keine Gesellschaft mit ihren Sendern mehr als einen Drittel der potentiellen Empfänger abdecken darf, haben sämtliche Networks Affiliates, um das ganze Land abdecken zu können. So besitzen NBC und CBS nur einige wenige eigene Sender (je unter 20), da sich diese in den großen Ballungsräumen befinden (New York, Los Angeles, Chicago...) – die übrigen zwei Drittel des Landes werden mit Affiliates in dreistelliger Anzahl abgedeckt. Im Gegensatz dazu besitzen UPN und The WB deutlich mehr eigene Sender, da sich diese meist in Städten außerhalb großer Ballungsgebiete befinden; die Großstädte werden dagegen über Affiliates abgedeckt. Die genannten Networks gehören (mit Ausnahme von PAX/i) zu den großen US-Medienkonzernen.
In Deutschland wird dieses Prinzip im Grunde genommen nicht praktiziert. Als Mitte der 1990er Jahre in Deutschland Ballungsraumfernsehsender auf Sendung gingen (zum Beispiel IA Fernsehen Berlin, Hamburg 1, TV.München), entstand im Januar 1998 das Programm RTL City TV. Dieses wurde von RTL Nord Live (Hamburg) produziert, das auch parallel mehrere Ausgaben des RTL-Regionalmagazins Guten Abend RTL für die norddeutschen Bundesländer und ganz Deutschland herstellt. Täglich standen sieben Stunden Programm bereit, die vorrangig aus älteren Serien und Sendungen aus dem Fundus von RTL bestanden. Versorgt wurden die sechs Sender TV Augsburg, TV Passau, Franken Fernsehen, In-TV Ingolstadt, Hamburg 1 und Fernsehen aus Berlin. Da dies eine zu geringe Anzahl an Abnehmern darstellte, um das Programm durch Werbung zu refinanzieren, wurde es bald darauf wieder eingestellt.
Das Prinzip der Sendergruppe (zum Beispiel RTL Group, ProSiebenSat.1 Media AG) ist eher ein Nebeneinander, während die Networks im wesentlichen von oben nach unten agieren.