Nervengewebe nimmt Veränderungen innerhalb und außerhalb des Organismus auf. Es analysiert und deutet diese sensorischen Reize, um anschließend entsprechend auf sie reagieren zu können. Das Nervensystem besteht aus Nervengewebe; es setzt sich aus dem Zentralnervensystem (ZNS) und dem peripheren Nervensystem (PNS) zusammen. Das Zentralnervensystem umfasst das Gehirn und das Rückenmark; es ist für die Bewertung der Reize und die nachfolgende Reaktion auf diese Reize, die Entwicklung von Gedanken und Emotionen sowie für die Gedächtnisbildung und -speicherung zuständig. Das periphere Nervensystem leitet sensorische Reize an das Zentralnervensystem weiter; darüber hinaus übermittelt es die Informationen, welche die körperliche Reaktion bestimmen, an die Muskeln, Drüsen und Sinnesorgane.
Gliazellen und Neuronen
Nervengewebe setzt sich aus Stützzellen (
Gliazellen) und Nervenzellen (
Neuronen) zusammen. Über die Nervenzellen werden Impulse im Körper transportiert. Die vergleichsweise kleineren und häufiger vorkommenden
Gliazellen stützen und schützen die Nervenzellen. Zu den
Gliazellen zählen u.a. die
Astrozyten, die
Oligodendrozyten, die
Schwann-Zellen, die
Mikroglia, die
Ependymzellen und die
Satellitenzellen. Die Funktion der
Gliazellen besteht in der Aufrechterhaltung der für die Nervenzellen erforderlichen biochemischen Umgebung, der Bekämpfung eindringender Mikroorganismen und der Produktion bestimmter Substanzen, welche die Nervenzellen physikalisch stützen und schützen. Erweiternd zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, Gliazellen sind direkt am Umbau der Synapsenverbindungen beteiligt.
Schädigungen des Nervengewebes
Im Alter von sechs Monaten verliert der menschliche Organismus die Fähigkeit, vorhandene Nervenzellen zu erneuern. Daher kann eine vollkommen zerstörte Nervenzelle nicht vollständig ersetzt werden. Einige Arten von Schäden lassen sich jedoch beheben. Unter bestimmten Umständen können Nervenfasern im PNS nach einer Verletzung nachwachsen. Dagegen sind die Nervenfasern im ZNS nach bisheriger Meinung nicht in der Lage, sich zu regenerieren; eine Schädigung des Nervengewebes im Gehirn oder im Rückenmark hat meist dauerhafte Schäden zu Folge.
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