Die Neoplan Bus GmbH ist ein deutscher Omnibushersteller. Ursprünglich war Neoplan der Markenname, unter dem die Gottlob Auwärter GmbH & Co. KG seit 1953 selbsttragende Omnibusse herstellte. Erst seit der Übernahme von Auwärter durch MAN ist Neoplan auch Firmenname. Heute gehört Neoplan zur Firmengruppe NEOMAN, in der die Omnibusaktivitäten des MAN-Konzerns gebündelt sind.
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Standorte
- Das Stammwerk befindet sich seit 1935 in Stuttgart-Möhringen. Zum Jahreswechsel 2005/6 soll dort die Produktion eingestellt und das Werk zum reinen Service- und Vertriebszentrum umgewandelt werden. Auch die Unternehmenszentrale soll demnächst nach Pilsting umziehen.
- Ein erstes Zweigwerk wurde 1973 im niederbayerischen Pilsting angekauft. Schon seit 1977 werden dort mehr Busse produziert als im Stammwerk. Heute findet dort die Endmontage aller Neoplan-Baureihen sowie der MAN-Doppeldeckerbusse für Berlin statt.
- Im Werk in Berlin fertigte zunächst Kleinbusse der Telebus-Reihe. Um die Jahrtausendwende wurde die Produktion dort eingestellt und das Werk in ein Service- und Vertriebszentrum umgewandelt.
- In Ehrenhain/Thüringen konnte schon 1990 das erste Werk in den neuen Bundesländern die Produktion aufnehmen. Es wurden sowohl Busse montiert als auch eine Zuliefererfunktion für die großen Werke wahrgenommen. Heute ist in Ehrenhain die Neoplan Göppel GmbH ansässig, an der Neoplan inzwischen nicht mehr beteiligt ist. Für Neoplan ist Ehrenhain nur noch Servicezentrum, es werden nun aber Göppel-Aufbauten auf MAN-Midibus-Fahrgestellen hergestellt.
- In Plauen befindet sich das zweite deutsche Werk, in dem noch produziert wird. Es entstand 1992 durch Umwandlung aus einem Volkseigenen Betrieb, der Arbeiten an ungarischen Ikarus-Bussen ausgeführt hatte. Heute finden dort Rohbau und Teilmontage der hochwertigen Neoplan-Reisebusse statt, sowie der übrigen Typen, die noch in der Zeit vor der Übernahme durch MAN entwickelt wurden, also v. a. der Centroliner-Baureihe 4400.
- Ein erstes Werk im Ausland wurde 1974 in Kumasi/Ghana eröffnet. Es handelt sich um ein Joint Venture zwischen der Republik Ghana und der Neoplan Bus GmbH. Lange Zeit wurden dort Modelle der Tropic-Reihe gefertigt. Das aktuelle Produkt trägt den Namen Tropicliner.
- Den Sprung in die USA wagte Neoplan 1980 mit einem Werk in Lamar/Colorado. Sehr schnell avancierte Neoplan zum US-Marktführer bei Linienbussen. Später wurden die US-Aktivitäten in ein unabhängiges Unternehmen namens Neoplan USA ausgegliedert, das Linienbusse nach Neoplan-Lizenzen herstellte. Nach einem starken Rückgang des Markts für Linienbusse und zunehmenden Qualitätsproblemen soll Neoplan USA 2006 die Produktion einstellen.
- Ein zweites US-Werk in Honey Brook/Pennsylvania stellte Midibusse her und existierte nicht lange.
- In Belechowo/Polen wurde unter dem Namen Neoplan Polska sp. z o.o. 1994 eine Vertriebsorganisation für den polnischen Markt ins Leben gerufen, an der Auwärter mit 30 % beteiligt war. 1996 wurde die Produktion von Bussen nach Neoplan-Lizenzen aufgenommen, und bald war die Firma in Polen Marktführer bei Linienbussen. 1999 wurde unter dem Markennamen Solaris der erste selbstentwickelte Bus vorgestellt, der technisch noch auf den Neoplan-Typen basierte. Nach der Übernahme durch MAN trennte sich Neoplan von dieser Beteiligung.
- Bei denjenigen Typen, die seit der Übernahme durch MAN eingeführt wurden und weitgehend baugleich mit MAN-Modellen sind, werden die Rohbauten in der Türkei bzw. in Polen gefertigt. Die Flughafenbusse werden bei TVM in Slowenien produziert.
- Wichtige Exportmärkte für Neoplan sind neben den meisten europäischen Ländern der arabische Raum und Hong Kong.
Personen
- Gottlob Auwärter jr. gründete die Firma 1935 und leitete sie bis 1965. 1953 rief er mit seinem ersten selbsttragenden Omnibus die Marke Neoplan ins Leben. Er leitete die Firma bis 1965, arbeitete bis ins hohe Alter weiter mit und starb 1993.
- Albrecht Auwärter, sein ältester Sohn, übernahm die Firmenleitung 1965. Unter seiner Führung erlebte das Unternehmen eine Phase rasanten Wachstums. In weniger als 20 Jahren wurde der Umsatz mehr als vervierzigfacht. Er starb überraschend 1994.
- Konrad Auwärter, der zweite Sohn, entwickelte als Diplomarbeit 1964 einen Leichtbau-Doppeldecker für den Linieneinsatz. Er baute das Werk in Pilsting auf und leitete es, bis er nach dem Tod des Bruders den Vorsitz des neu geschaffenen Verwaltungsrats übernahm, den er bis zur Übernahme durch MAN 2001 innehatte. Er forcierte u. a. umweltfreundliche Antriebstechnologien.
- Bob Lee entwickelte 1961 zusammen mit Albrecht Auwärter als Diplomarbeit an der Universität Hamburg den legendären Neoplan Typ Hamburg. Schon bald leitete er die Entwicklungsabteilung der Firma. Daneben baute er die amerikanischen Werke von Neoplan auf. Unzählige Neoplan-Omnibusse von den 60er Jahren bis zur Übernahme durch MAN tragen in Design und Technik bis ins Detail seine Handschrift. Vor seiner Pensionierung im Jahr 2000 war er Sprecher des Vorstands.
- Zwei Männer, die die Blütezeit der Marke Neoplan maßgeblich mitgestaltet haben, Bob Lee und Volker Steimle, organisieren heute die Expansion des türkischen Omnibusherstellers Temsa nach Westeuropa. Deren neuestes Produkt, der Reisebus Diamond, erinnert denn auch an frühere Neoplan-Busse.
Geschichte
Einen Überblick über die Geschichte des Unternehmens bietet das Firmenmuseum in Stuttgart-Möhringen. Dort sind darüber hinaus historische Omnibusse anderer Hersteller aus der Sammlung von Konrad Auwärter zu bewundern.
30er und 40er Jahre
Seit den 20er Jahren war Gottlob Auwärter in der väterlichen
Wagnerwerkstatt (der späteren
Ernst Auwärter KG) für den neu aufgenommenen
Karosseriebau verantwortlich. Da der 1854 gegründete Betrieb dem aufstrebenden Unternehmenszweig zu enge Grenzen auferlegte, gründete Gottlob Auwärter in Stuttgart-Möhringen sein eigenes Unternehmen, das zur Unterscheidung von dem seines Vaters zunächst als Gottlob Auwärter jr. firmierte. Es wurden
Busse und
Lastwagen auf
Fahrgestellen aller namhaften Hersteller des deutschsprachigen Raums aufgebaut. Schon bald waren
luxuriöse Reisebusse mit großzügiger Panoramaverglasung die Spezialität von Auwärter. Während des zweiten Weltkrieges wurde der größte Teil der Belegschaft an den Stuttgarter Flughafen abkommandiert, um dort Flugzeuge zu reparieren, während die wenigen Verbliebenen u. a. hölzerne Pferdewagen für den Rußlandfeldzug herstellten. Schon bald nach dem Krieg florierte das Unternehmen wieder. Die robuste Ganzstahlbauweise wurde eingeführt.
50er Jahre
In der auftragsschwachen Herbst- und Winterzeit wurden Karosserien für
Schienenbusse der
Württembergischen Eisenbahngesellschaft produziert, um die Auslastung des Werks sicherzustellen. 1953 wurde unter dem neugeschaffenen Markennamen
Neoplan ein völlig neuer Bustyp vorgestellt: der erste
selbsttragende Omnibus aus dem Hause Auwärter. Er besaß kein separates
Chassis mehr, sondern ein mit Blechen beplanktes Gerippe, das Fahrwerk und Aufbau miteinander vereinigte, übernahm die tragende Funktion. Gottlob Auwärter hatte erkannt, daß nur Hersteller von Komplettbussen auf dem deutschen Markt langfristig eine Überlebenschance haben würden. 1957 führte Auwärter als erster Omnibushersteller eine neue Achskonstruktion mit
Luftfederung und vorderer
Einzelradaufhängung ein und ermöglichte so einen sprunghaft gesteigerten Fahrkomfort.
60er Jahre
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1960 wurden die sogenannten Flughafen- oder
Vorfeldbusse für den Transport von Flugpassagieren vom
Terminal zum
Flugzeug vorgestellt; in diesem selbstgeschaffenen Marktsegment blieb Neoplan
Marktführer und erreichte zeitweise einen Marktanteil von ca. 90 %. 1961 überraschte Neoplan die Fachwelt mit dem
Typ Hamburg, der als der erste
moderne
Reisebus gelten kann. Albrecht Auwärter und Bob Lee hatten ihn als
Diplomarbeit an der
Universität Hamburg konstruiert. Auffällig war das für damalige Verhältnisse kantige Design mit guter Raumausnutzung. Der Fahrerplatz wurde gegenüber dem Fahrgastraum tiefergelegt, und die Sitze wurden auf Podesten angeordnet. Zwei Luftkanäle im Dach versorgten jeden Fahrgastplatz mit Frischluft, die durch individuell regelbare
Düsen austrat. Typisch für Neoplan wurden die in die Dachrundung hineingewölbten großen Fenster mit schräggestellten Fensterholmen, die die damals üblichen separaten Seitenscheiben und Dachrandverglasung ersetzten. Lange Zeit wurden die Neoplan-Omnibusse vorwiegend mit wassergekühlten Motoren von
Henschel oder luftgekühlten von
Deutz ausgestattet, später ging man zu Aggregaten von MAN und
Mercedes-Benz über. Eine weitere herausragende Neuheit war 1964 ein Liniendoppeldecker in Leichtbauweise, der
Do-Bus, den Konrad Auwärter als Diplomarbeit konstruiert hatte. Damit war einerseits der Anstoß gegeben zur Entwicklung des Sightseeing-Doppelstockbusses
Do-Lux. 1967 wurde dann der erste doppelstöckige Luxusreisewagen namens
Skyliner vorgestellt, der 17 Jahre lang der einzige am Markt blieb, und dessen Nachfolger noch heute das meistverkaufte Modell in dem Segment ist. Andererseits war mit der neuartigen
Tiefrahmen-Vorderachse des Do-Bus der erste Schritt in Richtung Niederflurbus getan.
70er Jahre
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Eine neue Qualität in der Bustouristik bot seit 1971 der erste Hochdecker, der
Cityliner, der in weiterentwickelter Form noch heute einer der beliebtesten Reisebusse in Deutschland ist. Durch die Höherlegung des Fahrgastraums wurden die Sicht für die Passagiere und das Kofferraumvolumen signifikant verbessert. Sogar die ersten Fahrzeuge, die eigentlich für Stadtrundfahrten in Berlin konzipiert waren (daher der Name), wurden bald in den Fernlinien- und Reisedienst übernommen. Ein weiterer Meilenstein war die Einführung des
Jetliner, der dem Typ Hamburg nachfolgte. Neu waren vor allem die geklebten Scheiben, die nun zur Steifigkeit der Karosserie beitrugen, die große Frontscheibe und das schnörkellose, damals futuristisch wirkende Design. Im Innenraum fielen die indirekte Beleuchtung und die aus dem Flugzeugbau abgeschauten Gepäckklappen unterm Dach auf. Die mit dem Jetliner eingeführten Neuerungen wurden umgehend auch für den Cityliner und Skyliner übernommen. Alle Dimensionen bisheriger Omnibusse sprengte Neoplan 1975 mit dem Gelenk-Doppelstockbus
Jumbocruiser, der noch heute der größte Omnibus aller Zeiten auf öffentlichen Straßen ist. Auch vom City- und Jetliner wurden unter den Bezeichnungen
Highliner und
Longliner Gelenkvarianten angeboten. Eine Neoplan-Spezialität wurde ab 1979 der
Spaceliner, ein
Superhochdecker mit Unterflurcockpit, bei dem der Fahrerplatz unter dem Passagierdeck angeordnet ist. Dadurch konnten sowohl die Größe von Passagier- und Kofferraum als auch die Aussichtsverhältnisse für die Fährgäste noch einmal verbessert werden. Trotz einiger Anfangserfolge konnte sich dieses Konzept am Markt langfristig jedoch nicht durchsetzen. Einen revolutionären Blick in die Zukunft des Linienbusses wagte Neoplan 1976 mit dem ersten
Niederflurbus, der zwei niedrige Einstiege und im Vorderwagen durchgehend eine Bodenhöhe von nur 30 cm über dem Asphalt bot. Der Prototyp kam jedoch zu früh; so wurde die Produktion nach wenigen Exemplaren eingestellt und erst ein Jahrzehnt später in veränderter Form wiederaufgenommen.
80er Jahre
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Erste nennenswerte Erfolge auf dem Linienbusmarkt feierte Neoplan, als Auwärter ab 1980 bzw. 1982 mit den Typen
Ü 80 und
SL II als erster Hersteller Überland- und Stadtlinienbusse gemäß den Richtlinien für den
Standardlinienbus der zweiten Generation einführte. 1981 wurde mit dem
Telebus eine Baureihe von Kleinbussen vorgestellt. Im Jahr 1981 begann auch die zunächst sehr erfolgreiche Expansion Neoplans in die USA. Der im gleichen Jahr erstmals nach Saudi-Arabien gelieferte riesige Vorfeldbus
Galaxy Lounge mit einer Kapazität von 340 Passagieren und einem Rüssel zum Andocken ans Flugzeug ist der größte Omnibus überhaupt. Zeitweise wurden Neoplan-Omnibusse in den frühen 80er Jahren wieder mit luftgekühlten
Deutz- und wassergekühlten
DAF-Motoren ausgestattet, da MAN und Mercedes-Benz den Konkurrenten kleinhalten wollten, indem sie die Lieferung von Motoren und Komponenten boykottierten. Zum 50jährigen Firmenjubiläum wurden alle Reisebus-Baureihen technisch und optisch überarbeitet. U. a. wurde ein neuer Cityliner präsentiert, auf dem noch das heute angebotene Modell basiert. 1987 wurde ein niederfluriger Gelenkbus in Dienst gestellt, der zusammen mit den
Stadtwerken München entwickelt wurde. Mit ihm begann zehn Jahre nach dem ersten Neoplan-Niederflurbus endlich der rasante Siegeszug der Niederflurtechnik im Omnibusbau. Nachdem Neoplan schon lange Karosserieteile aus gewichtssparenden
Faserverbundwerkstoffen verbaut hatte, ging man 1988 noch einen Schritt weiter: mit dem auch optisch futuristisch gestalteten
Metroliner im Carbondesign (MIC). Bei diesem Midibustyp wurde erstmals der traditionelle Aufbau aus Gerippe und Beplankung zugunsten einer freitragenden Außenhaut aus
kohlefaserverstärktem Kunststoff aufgegeben. So konnte das Eigengewicht des Fahrzeugs deutlich verringert werden. Trotz unbestreitbarer Vorteile hatte das Modell es schwer am Markt, nur als Basis für alternative Antriebe erzielte es Achtungserfolge. Der Name
Metroliner wurde damit bereits zum zweiten Mal vergeben, denn so hieß seit 1984 bereits ein besonders preisgünstiger
Kombibus.
90er Jahre
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Nachfolger des
Kombibusses
Metroliner wurde der
Transliner, der im neuen Werk Ehrenhain montiert wurde. Während die Varianten mit niedrigerem Boden als Überland- und Kombibusse verkauft wurden, hatte Neoplan mit den
Transliner-Hochdeckern einen preisgünstigen Reisebus im Programm, der nicht nur neue Kunden ansprach, sondern auch immer mehr den
Jetliner verdrängte. Da sich die Neoplan-Omnibusse in den neuen Bundesländern besonderer Beliebtheit erfreuten, wurde Neoplan in den 90er Jahren Marktführer auf dem deutschen Reisebusmarkt. 1992 begann ein neues Zeitalter im punkto Omnibus-Außenmaße: bisher waren nur 12 m Länge (18 m beim Gelenkbus) und 2,5 m Breite zugelassen. Neoplan kündigte nun den
Megaliner an, einen 15 Meter langen Doppeldecker, der für viele Busunternehmer zum Statussymbol wurde. Derartige Längen waren im Export nach Skandinavien und Südamerika schon länger üblich. In Deutschland waren die ersten Fahrzeuge noch mit Sondergenehmigung unterwegs, doch schon bald wurden die zulässigen Maße
EU-weit auf 15 m Länge (18,75 m beim Gelenkbus) und 2,55 m Breite erhöht. Nach und nach bot Neoplan von allen Baureihen überlange Varianten an, die vorübergehend auf Namen wie
Megaspace,
Megashuttle (Liniendoppeldecker) und
Megatrans (Niederflurbus) hörten. 1996 erschien der
Starliner, und wieder setzte Neoplan neue Maßstäbe in der innovativen Gestaltung luxuriöser Reisebusse. Beinahe jährlich wurde der
Starliner seither zum
Bus des Jahres oder zum
Coach of the Year gewählt. 1997 erschien der
Niederflurbus der dritten Generation, der
Centroliner, in modularer Konzeption und mit
CAN-Bus. Sein Design wurde wegweisend für die folgende Generation von Stadtbussen. Für den
Überlandverkehr gab es gleich drei Niederflurbusse: den
Centroliner Ü und zwei Typen namens
Regioliner, einer auf
Centroliner-, einer auf
Transliner-Basis. 1998 wurde der
Transliner durch den
Euroliner abgelöst, der durch modulare Bauweise und
CAN-Bus aber noch kostengünstiger produziert werden konnte. Im Laufe der 90er Jahre beginnt Neoplan auch mit dem Einsatz alternativer Antriebe.
Batterie-,
Wasserstoff-,
Oberleitungs- und
dieselelektrischer Antrieb sind zu nennen. In den 90er Jahren wurde zusammen mit
De Dietrich ein Konzept für ein Schienenfahrzeug namens
Eurailbus vorgestellt, eine Art Gelenk-
Schienenbus ähnlich dem
GTW 2/6; mangels Kundeninteresse wurde es aber nie realisiert.
im neuen Jahrtausend
Am
20. Juni 2001 wurde die Firma von MAN übernommen. Mit dem
Tourliner, dem
Trendliner und dem erneuerten
Starliner wird eine neue Generation von Reise- und Überlandbussen eingeleitet. Auch die meisten anderen Baureihen werden überarbeitet.
Neoplan heute
In den letzten Jahren wurden die Produktion grundlegend umstrukturiert und effizienter gestaltet. Dennoch leidet Neoplan unter einer akuten Auslastungsschwäche. Während Auwärter im Jahr 2000 noch fast 2000 Omnibusse produzierte, waren es bei Neoplan 2005 nur noch knapp 900 Fahrzeuge. Das ist vor allem auf das schwierige Marktumfeld im Reisebussektor zurückzuführen, aber auch auf die vielen neu eingeführten Baureihen seit der Übernahme durch MAN, die sich teilweise noch in der Anlaufphase befinden, teils aber auch von den Kunden nicht als „echte“ Neoplans akzeptiert werden.
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Volumenmodell ist weiterhin der
Cityliner (Baureihe 100/1100), dessen Produktion sich jedoch dem Ende zuneigen dürfte. Prototypen des Nachfolgers wurden bereits gesichtet. Im Premiumbereich ist der jüngst erneuerte
Starliner (Baureihe 5200) erhältlich. Als preisgünstige Alternative wird zunächst parallel zum beliebten
Euroliner (Baureihe 3300) der
Tourliner (Baureihe 2200) angeboten, ein abgewandeltes MAN-Modell, das den
Euroliner künftig im Reisebusbereich ganz ersetzen soll. Nicht zu vergessen ist der Doppeldecker
Skyliner, der auch dem Premiumsegment zugerechnet wird. Alle Modelle sind in verschiedenen Längen verfügbar. Neuere Exemplare des
Spaceliner mit Unterflurcockpit sind nur im Ausland noch häufiger zu sehen. Technisch und optisch wurde er weitgehend dem aktuellen
Cityliner angeglichen.
Auch in diesem Segment eroberte sich Neoplan mit dem
Transliner (Baureihe 300) und später dem
Euroliner (Baureihe 300, später 3300) eine starke Position. Letzterem folgte jüngst der gemeinsam mit dem MAN-Schwestermodell Lion's Regio entwickelte
Trendliner (Baureihe 3500) nach.
Auch wenn der Marktanteil vom Neoplan bei Linienbussen nie groß war, bewies Neoplan auch in diesem Segment in den 90er Jahren mit dem
Centroliner (Baureihe 4400) seine Technologieführerschaft. Die Standard- und Gelenkvarianten des Centroliner wurden nach der Übernahme durch MAN durch den
Centroliner Evolution (Baureihe 4500) ersetzt, der auf den MAN-Linienbussen basiert. Lediglich als Überland-, Midi- und Doppelstockvariante wird noch das ursprüngliche Neoplan-Modell angeboten.
In diesem Bereich ist Neoplan mit der 6100er- und 6200er-Baureihe vertreten, die zunächst als STS (Sondertransportsystem) bezeichnet wurde und jetzt den einprägsameren Namen
Electroliner trägt. Erhältlich sind Batterie-, Duo-, Hybrid- und
Oberleitungsbusse.
Der Neoplan-Flughafenbus wurde kürzlich aufgefrischt und wird nun als
Airliner (Baureihe 9100) verkauft. Der Marktanteil in diesem Bereich beträgt zur Zeit etwa 50 %.
Aktuell
Zum Jahresende 2005 stellt die Neoplan Bus GmbH ihre Omnibusfertigung in Stuttgart ein.
Die Busproduktion in Deutschland soll auf die beiden Standorte Pilsting und Plauen beschränkt werden. Ein bestehender Standortsicherungsvertrag wird nicht erfüllt. Das ebenfalls in Stuttgart angesiedelte Entwicklungs-Kompetenzzentrum für Reise- und Überlandbusse soll Ende 2007 in andere Standorte integriert werden, ebenso die übrigen Verwaltungsfunktionen, deren Verlagerung ab 2006 bis spätestens Ende 2007 stattfinden soll. Die Neoplan-Unternehmenszentrale wechselt 2006 nach Pilsting. Lediglich die Regionalverkaufsleitung Baden-Württemberg soll in Stuttgart verbleiben.
Literatur
- Dieter Hanke und Eberhard Schaa: 1935 - 1985, 50 Jahre Auwärter-Neoplan, Vom Handwerksbetrieb zur internationalen Omnibusmarke, 2. Auflage, Darmstadt 1986
- Wolfgang H. Gebhardt: Deutsche Omnibusse seit 1896, Stuttgart 1996
Weblinks
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