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Neokonservatismus (auch Neokonservativismus) (von Neo, neu) nennt man eine breite internationale politische Strömung, die durch eine Rückbesinnung auf konservative Werte, in Verbindung mit liberalen bzw. neoliberalen Konzepten in der Wirtschaftspolitik, scharfer Ablehnung der Politik der 68er-Generation und häufig auch der Betonung einer gemeinsamen westlichen Zivilisation gekennzeichnet ist. Als Selbstbezeichnung wird der Begriff aber kaum verwendet.

Ihre Wurzeln reichen in den USA bis in die 1960er-Jahre zurück. In den 1980er Jahren begann sie in den USA stark an politischer und gesellschaftlicher Defintionsmacht zu gewinnen, die sie bis heute ausbauen konnte.

Im Neokonservativismus finden sich national verschiedene, teils auch heterogene Ausprägungen. Prominentestes Beispiel ist der Neokonservativismus in den USA, zu dem auch George W. Bush gerechnet wird.

In Europa waren für Beobachter die Regierungen von Silvio Berlusconi (Italien), José María Aznar (Spanien) oder Anders Fogh Rasmussen in Dänemark bzw. politische Größen wie Nicolas Sarkozy in Frankreich Vertreter neokonservativer Strömungen.

In Deutschland stehen Intellektuelle wie Paul Nolte, Arnulf Baring, Lutz Babel (FDP) oder Wolfgang Schäuble (CDU) für eine vergleichbare Richtung, hier werden speziell auch Eigenverantwortung, die Rückkehr der Sekundärtugenden und der Familie betont, und eine verstärkte Elitenbildung für erforderlich gehalten. Weitere Themen sind etwa die christliche Verankerung der europäischen Kultur.

Zuvor war aber auch die geistig-moralische Wende von Helmut Kohl in Deutschland bereits ein Versuch gewesen, neokonservative Ideen wieder verstärkt in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Diskussionen zu stellen.

Anfang 2006 war die Neue Bürgerlichkeit ein großes Thema der Medien.

Siehe auch


Literatur


Neokonservativismus in Deutschland

  • Paul Nolte Generation Reform. Jenseits der blockierten Republik, C. H. Beck, 2004
  • Wolfgang Schäuble, Scheitert der Westen?, Bertelsmann, 2003
  • Arnulf Baring, Es lebe die Republik, es lebe Deutschland!, DVA 1999
  • Leo Kofler: Der Konservativismus, VSA
  • Melvin J. Lasky, Helga Hegewisch, Was heißt konservativ heute?, Beltz
  • Michael Kessler, Wolfgang Graf Vitzthum, Jürgen Wertheimer (Hg.):Neonationalismus, Neokonservatismus
  • Texte zur Kunst, Heft 55: Neokonservativismus, 2004 (Zu aktuellen deutschen neokonservativen Tendenzen in Kunst und Kultur)
  • Helmut Dubiel, Was ist Neokonservatismus?, Suhrkamp, 1985
  • Richard Saage, Neokonservatives Denken in der Bundesrepublik, in: ders., Rückkehr zum starken Staat?, Suhrkamp, 1983
  • Martin Greifenhagen, Das Dilemma des Konservatismus in Deutschland, Suhrkamp, 1986
  • Axel Schildt, Konservatismus in Deutschland. Von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, München 1998
  • Mommsen, Hans: Alternative zu Hitler. Studien zur Geschichte des deutschen Widerstandes, München 2000

In den USA

Siehe Neokonservatismus in den USA

konservatismus

Neoconservatism | 新保守主義 | Neoconservatisme | Nykonservatism | Неоконсерватизм siehe auch Helga Hegewisch

 

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