| Wissenschaftlicher Name
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| Neobatrachia
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Neobatrachia – zu Deutsch etwa „Moderne Froschlurche“, „Neue Froschlurche“, „Höhere Frösche“ oder „Neufrösche“ – ist eine aus der Froschlurche, die wiederum zur der Lurche (Amphibien) gehört. Mit über 5000 en aus 23 Familien werden mehr als 96 Prozent aller Froschlurcharten dieser Unterordnung zugerechnet.
Merkmale
Die Unterscheidung der Froschlurche in „niedere“ (
Archaeobatrachia), neuerdings „mittlere“ (
Mesobatrachia) sowie in „höhere“ Frösche – die durchaus nicht unumstritten ist und mit zunehmendem Kenntnisstand eher unsicherer wird als klarer, weil sich manche vermeintlichen Differenzierungsfaktoren als gruppenübergreifend erwiesen – geschieht in erster Linie nach Merkmalen der
Anatomie, vor allem des Knochenbaus, sowie einigen äußerlich sichtbaren Ausprägungen und Verhaltensweisen. Im Einzelnen können bei drei Überfamilien der Neobatrachia – auch diese Einteilung ist allerdings schon nicht eindeutig; manche Familien werden unterschiedlich zugeordnet – folgende Charakteristika genannt werden:
Überfamilie Hyloidea (= Bufonoidea) – Laubfrösche, Echte Kröten und Verwandte
Die Kieferknochen sind zahnlos (Kröten) oder bezähnt (Laubfrösche); der Schultergürtel ist beweglich (bei den Laubfröschen mit knorpeligem Brustbein); die Sacralwirbel haben mehr oder weniger verbreiterte Querfortsätze und sind mittelbar mit dem Urostyl (Steißbein) verbunden; es gibt fünf bis acht procoel geformte, präsacrale Wirbel; Rippen sind nicht vorhanden; die Pupillen sind meistens waagerecht ausgerichtet, der
Amplexus durch das Männchen erfolgt axillar. Die Larven weisen ein linksseitiges Atemloch auf sowie meist zwei obere und drei untere Zahnreihen im Mundfeld.
(ehemalige) Überfamilie Microhyloidea – Engmaulfrösche
Dieses nur aus der Familie
Engmaulfrösche (Microhylidae) bestehende Taxon weist diplasiocoele oder procoele Rückenwirbel auf. Ihr Schultergürtel ist starr, oft auch zurückgebildet. Zähne sind meist nicht vorhanden und am Gaumendach befinden sich quergestellte Hautleisten. Das Atemloch der Kaulquappen mündet in der Mittellinie des Bauches; Hornkiefer haben sie nicht. In neueren phylogenetischen Übersichten werden die Engmaulfrösche den Ranoidea zugerechnet.
Überfamilie Ranoidea – Echte Frösche und Verwandte
Kiefer sind bezähnt; es gibt sieben procoele präsacrale Wirbel, deren Neuralbögen sich nicht dachziegelartig überlappen; der letzte Präsacralwirbel ist amphicoel geformt (an beiden Enden eingebuchtet); das Sacrum ist bikonvex; die Querfortsätze des Sacrums sind zylindrisch und mittelbar mit dem Steißbein verbunden; der Schultergürtel ist bis auf wenige Ausnahmen starr. Es fehlen Rippen; die Pupillen sind waagerecht; der
Amplexus durch das Männchen erfolgt axillar.
Abgrenzung zu den anderen Unterordnungen
Gemeinsam ist allen Neobatrachia das Vorhandensein eines neopalatinen Knochens, die Verschmelzung des dritten distalen Handwurzelknochens mit anderen Handwurzelknochen, die komplette Trennung des Sartoriusmuskels vom Semitendinosus und das Vorhandensein eines zusätzlichen Kopfes des langen Adduktoren-Muskels. Unstrittig ist auch, dass sich bei den
rezenten Froschlurchen insgesamt die Anzahl der Rückenwirbel im Lauf der
Evolution von neun auf minimal fünf reduziert hat.
Deutlicher wird die Definition der Neobatrachia in Abgrenzung zu den nur 27 Arten der Archaeobatrachia (vergleiche beispielsweise Unken, Scheibenzüngler). So weisen diese unter anderem acht bis neun amphicoel bzw. ophistocoel geformte Wirbel auf und besitzen freie Rippen an den Wirbeln II bis IV. Bei ihnen erfolgt der Paarungs-Amplexus inguinal, also in der Lendengegend; die Larven haben ihre Atemlöcher an der Bauchseite. Die neuerdings (seit 1993) als Mesobatrachia abgetrennten Arten (ca. 168; vergleiche beispielsweise Knoblauchkröte, Westlicher Schlammtaucher, Amerikanische Schaufelfußkröten, Zipfelfrosch) vermitteln mit ihren Merkmalen zwischen den beiden anderen Unterordnungen – ihr auffälligstes gemeinsames äußeres Charakteristikum sind meist vertikal geschlitzte Pupillen (die allerdings bei einigen Neobatrachia auch vorkommen können; vergleiche beispielsweise Rotaugenlaubfrösche, Waldsteigerfrösche).
Familien und Unterfamilien der Unterordnung Neobatrachia
(innerhalb der Überfamilien alphabetisch)
- Überfamilie Hyloidea (= Bufonoidea)
- Familie Allophrynidae Goin, Goin & Zug, 1978 – Blattkrötchen
- Familie Brachycephalidae Günther, 1858 – Sattelkröten
- Familie Bufonidae Gray, 1825 – Kröten
- Familie Centrolenidae Taylor, 1951 – Glasfrösche
- Familie Heleophrynidae Noble, 1931 – Gespenstfrösche
- Familie Hemisotidae Cope, 1867 – Ferkelfrösche
- Familie Hylidae Rafinesque, 1815 – Laubfrösche i.w.S.
- Familie Leptodactylidae Werner, 1896 – Südfrösche
- Familie Limnodynastidae Lynch, 1969 – Australische Sumpffrösche
- Familie Myobatrachidae Schlegel, 1850 – Australische Südfrösche
- Familie Rheobatrachidae Heyer & Liem, 1976 – Magenbrüterfrösche
- Familie Rhinodermatidae Bonaparte, 1850 – Nasenfrösche
- Überfamilie Ranoidea
- Familie Microhylidae Günther, 1858 – Engmaulfrösche
- Familie Arthroleptidae Mivart, 1869 – Langfingerfrösche
- Familie Astylosternidae Noble, 1927 – Haarfrösche
- Familie Dendrobatidae Cope, 1865 – Baumsteigerfrösche (Pfeilgiftfrösche)
- Familie Hyperoliidae Laurent, 1943 – Riedfrösche
- Familie Mantellidae Laurent, 1946 – Madagaskarfrösche
- Familie Nasikabatrachidae Biju & Bossuyt, 2003
- Familie Petropedetidae Noble, 1931
- Familie Ranidae Rafinesque, 1814 – Echte Frösche
- Familie Rhacophoridae Hoffman, 1932 – Ruderfrösche
- Familie Sooglossidae Noble, 1931 – Seychellenfrösche
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| Siehe auch: Systematik der Amphibien, mit Referenzen für die hier gebräuchliche Taxonomie der Amphibien.
Ferner Informationen zu einem völlig neuen, phylogenetisch basierten Systematik-Modell.
Weblinks
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