Millais - Ophelia (detail).jpg: Ophelia (1851-1852), Detail]] Der Begriff Nekrophilie (von griechisch nekrós = Toter, Leiche und philía = Zuneigung) stammt aus der Psychologie und der Sexualforschung. Er bezeichnet einen Sexualtrieb, der auf Leichen gerichtet ist. Nekrophilie ist im ICD-10-Verzeichnis der Krankheiten unter „Sonstige Störungen der Sexualpräferenz“ (F65.8) als Paraphilie klassifiziert.
Die Ausübung nekrophiler Handlungen ist in Deutschland strafbar. Sie fällt unter „Störung der Totenruhe“ und kann laut § 168 StGB sowohl mit Geldstrafe als auch mit Haftstrafe belegt werden. Außerdem wird eine Tötung, die in der Absicht begangen wird, sich an der Leiche sexuell zu befriedigen, gemäß § 211 I, II Var. 2 StGB als Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
In der Analytischen Sozialpsychologie von Erich Fromm ist unter Nekrophilie eine Charakterorientierung zu verstehen, die in Verkehrung der biophilen Kräfte des Menschen (Biophilie) im modernen Sozialcharakter eine zunehmende Tendenz zur Zerstörung zeigt. Nekrophilie und Destruktivität sind nach Fromm die „Folge ungelebten Lebens“ (und – im Gegensatz zu Freud – nicht Ausdruck eines biologisch fixierten Destruktions- oder Todestriebes). Fromm bewertet die westliche Zivilisation in Teilen als nekrophil. Symbole des Nekrophilen sind Fassaden aus Beton und Stahl, die Vergötterung der Technik der Megamaschine (Technophilie), die Vergeudung von Ressourcen im Konsumismus und die Behandlung von Menschen als Dinge im Bürokratismus.
Darüber hinaus handeln Texte einzelner Black Metal- und Death Metal-Bands von Nekrophilie, zum Beispiel Lieder der US-amerikanischen Gruppe Cannibal Corpse (z. B. Necropedophilie vom Album Tomb Of The Mutilated, das sich in Deutschland auf dem Index befindet), der Song Necrophiliac der US-Amerikanischen Thrash Metal-Band Slayer (auf dem Album Hell Awaits), Lieder der deutschen Gruppe Eisregen (z. B. Meine tote russische Freundin auf dem Album Farbenfinsternis, seit 2004 indiziert), sowie die Songs Heirate mich von Rammstein (vom Album Herzeleid), Nachtwache von E Nomine (Album: Finsternis) oder auch Nekrophil von den Böhsen Onkelz (Album Es ist soweit). Das Lied Schmusen im Sarg von Rantanplan behandelt das Thema sozialkritisch und hinterfragend. Aber auch in der Popmusik kommen nekrophile Themen vor, so zum Beispiel in Where the wild roses grow von Nick Cave und Kylie Minogue
Siehe auch: Carl von Cosel
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