| Neisseria gonorrhoeae | ||||||||||||||
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| NeisseriaGonorrhoeae.jpg | ||||||||||||||
| Domäne: | Bakterien |
| : | Proteobacteria |
| : | Beta Proteobacteria |
| : | Neisseriales |
| : | Neisseriaceae |
| : | Neisseria |
| : | Neisseria gonorrhoeae |
Neisseria gonorrhoeae (syn. Gonokokken) ist ein gramnegatives, unbewegliches Bakterium. Es ist der Auslöser der Gonorrhoe (syn. Tripper) und anderer Erkrankungen.
Gonokokken fehlt im Gegensatz zu Neisseria meningitidis eine echte Kapsel. Die Membran der Gonokokken enthält jedoch sog. Lipooligosaccharide (LOS), von denen bestimmte Unterformen Sialinsäure binden können und damit eine kapselartige Struktur aufbauen, die Serumresistenz und extrazelluläres Überleben im Wirt ermöglicht. Gonokokken entziehen sich durch antigene Variation der humoralen Immunantwort des Wirtes. Der direkte Kontakt mit den Wirtszellen erfolgt über sog. OPA-Proteine (OPA=opacity, da sie die Kolonien trübe erscheinen lassen). Gonokokken besitzen verschiedene OPA-Proteine im Genom. Diese werden meist nicht gleichzeitig exprimiert. Der Typ an exprimiertem OPA-Protein ist für den Organotropismus des Keimes ursächlich. Diese binden an CD66, Heparansulfat-Proteoglykan-Rezeptoren und CGM1 auf Fibroblasten, Epithelzellen und Makrophagen. Außerdem induzieren die OPA-Proteine die Phagozytose. Jedes OPA-Gen hat mehrere sich wiederholende Sequenzen (repeats) aus 5 Nucleotiden. Diese werden regelmäßig herausgeschnitten oder dupliziert, wodurch sich der reading-frame ändert und neue Varianten der OPA-Proteine entstehen. Stop-Codons entscheiden darüber, ob das Opaque-Antigen exprimiert wird oder nicht. Diesen Mechanismus nennt man Antigen-Shift, und er ist bei Neisserien sehr ausgeprägt. Da für Gonokokken die Eisenzufuhr essentiell ist, finden sich auf ihrer Oberfläche Transporter für Transferrin und Lactoferrin. Gonokokken besitzen aus dem sog. Pillin aufgebaute Pili.
Gonokokken-Stämme bilden z.T. Penicillinase und entgehen damit der früher üblichen Therapie mittels Penicillin. Die Penicillinase ist meist Plasmid-kodiert.
Außerdem bilden Gonokokken eine sog. IgA1-Protease. Diese kann IgA-Antikörper spalten. Damit setzen Gonokokken einen wichtigen Abwehrmechanismus der Schleimhäute außer Kraft.
Gonorrhoe: Die Gonorrhoe verläuft beim Mann meist als schmerzhafte und eitrige Urethritis. Steigt die Erkrankung über die Harnröhre auf, so kann es zur gonorrhoischen Prostatitis und Epididymitis kommen. Harnröhrenstrikturen und Infertilität können die Folge sein. Die Symptome können nach Wochen wieder verschwinden.
Bei Frauen verläuft der Großteil der Infektionen ohne wesentlich Symptome. Bei den übrigen Patientinnen findet sich Ausfluss, schmerzhafte Miktionen und eitrige Sektretionen aus der Urethra. Steigt bei Frauen die Infektion auf, so kann sich eine Adnexitis und eine sog. pelvic inflammatory disease (PID) entwickeln. Daraus kann Sterilität resultieren. Bei Schwangeren ist das Risiko hierfür erhöht. Außerdem kann es zur Infektion der Frucht und der Fruchtblase kommen (Chorionamnionitis) mit dem Risiko eines Abortes.
Gonoblennorrhoe: Dies ist eine eitrige Keratokonjunktivitis des Neugeborenen. Die Infektion der Augen entsteht beim Geburtsvorgang bei einer infizierten Mutter. Es besteht die Gefahr der Perforation und Erblindung. Daher wird seit dem 19. Jahrhundert die sog. Credé-Prophylaxe mit Silbernitrat bzw. Penicillin durchgeführt.
Außerdem können Gonokokken die Konjunktiven, den Pharynx und den Mastdarm infizieren. Außerdem gibt es eine disseminierte Infektion mit Befall z.B. eines Gelenkes, der Lunge u.a. Organen.
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