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Nebukadnezar II, auch Nebuchadnezzar. (Nabû-kudurri-ußur = Gott Nabû, schütze meinen ältesten Sohn), König von Babylon 605 v. Chr.-562 v. Chr., war der erste Sohn Nabopolassars (babylonisch: Nabû-apla-ußur = Gott Nabû, schütze den Sohn), ebenfalls König von Babylon 625 v. Chr.-605 v. Chr. und Begründer des neubabylonischen Reiches. In der hebräischen Bibel erscheint öfter auch die (richtigere) Schreibweise Nebukadrezar.

Nebukadnezar II., dessen Namensgebung offenbar programmatisch an dem großen Vorfahren Nebukadnezar I. orientiert war, war der bedeutendste König des Neubabylonischen Reiches und dehnte seinen Machtbereich entscheidend aus.

Nebukadnezar II. ist auch unter dem italienischen Namen Nabucco bekannt, der einer Oper von Giuseppe Verdi den Namen gab.

Leben


Nebukadnezar II., wurde von seinem Vater früh bei öffentlichen politischen Aufgaben beteiligt. Nachdem er die Macht übernommen hatte, stärkte er das Neubabylonische Reich, unterwarf Assyrien, drängte den Einfluss der Großmacht Ägyptens zurück und machte viele umliegende Länder tributpflichtig, so auch Juda.

Juda hatte sich mit Ägypten gegen Babylon verbündet. Im Jahre 612 wurde die assyrische Hauptstadt Ninive von Nebukadnezar erobert. Joschija im Reich Juda nutzte die assyrische Schwäche und eroberte wieder einige Teile des nördlichen Israels zurück. Es kam zu Streitigkeiten mit Ägypten, das ein erstarkendes Mesopotamien fürchtete und den Assyrern zu Hilfe eilen wollte. Joschija hingegen weigerte sich, den Ägyptern freien Durchzug durch Juda zu gewähren. Joschija wurde von den Ägyptern 609 v. Chr. bei Megiddo geschlagen, seine Nachkommen und die Aristokratie wurden von den siegreichen Ägyptern deportiert. 605 v. Chr. jedoch erlitt das Ägyptisch-Assyrische Bündnis bei Karkemisch eine vernichtende Niederlage durch Nebukadnezar II. (Schlacht bei Karkemisch). Der judäische König Jojakim (609 – 598) wurde Babylon tributpflichtig. Da sich Jojakim dagegen auflehnte, kam es zu einem erneuten Angriff einer Armee Babylons. Während dieses Angriffs wurde Jojakims Sohn Jojachin (598 - 597 v. Chr.) mit 18 Jahren zum König ernannt. Seine Herrschaft währte nur drei Monate und zehn Tage, danach ergab er sich Nebukadnezar II. Der Jerusalemer Palast und der Tempel wurden geplündert und ein Großteil der königlichen Familie ging in die babylonische Gefangenschaft. Noch einmal unter einem Onkel Jojachins (oder Bruder?) Zedekia (Zidkija) (597 - 587 v. Chr.) versuchte Juda unter ägyptischem Einfluss einen Aufstand gegen Babylon, der aber auf der ganzen Linie scheiterte. Alle Städte Judas fielen in die Hand des Feindes, Jerusalem kapitulierte am 29. Juli 587, die königliche Familie und alle Aristokraten sowie Handwerker wurden in das babylonische Exil deportiert.

Einfluss auf die Geschichte Israels


Nebukadnezar II. verschleppte das jüdische Volk - zumindest die noch verbliebene Oberschicht, ein bei den Babyloniern übliches Mittel, aufständische Völker zu disziplinieren - in die babylonische Gefangenschaft. Unter den Verschleppten oder Getöteten waren vermutlich auch die Propheten Jeremia, Ezechiel, Daniel und König Zedekia selbst. Die Söhne des Königs wurden vor seinen Augen hingerichtet und er selbst anschließend geblendet und in Ketten nach Babylon geführt (2. Kön 25,4-7). Er blieb bis zu seinem Tode in Gefangenschaft (Jer 52,6-11). Berichten der rabbinischen Geschichtsschreibung zufolge wurde ihm von Nebukadnezar im Laufe seiner 40 Jahre dauernden Gefangenschaft auch eine neue Frau zugeführt.

Die Zeit des Exils unter Nebukadnezar war für die Jüdische Theologie außerordentlich fruchtbar. Es musste erklärt werden, warum der Tempel zerstört worden war und das auserwählte Volk vom Heiligen Land zerstreut. Die Schriften wurden erneut einer Redaktion unterzogen und der Monotheismus radikalisiert. Durch die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch Nebukadnezar konnte er nicht mehr das Zentrum des Kultus verkörpern und die ersten Synagogen entstanden.

Nebukadnezar II. in der Bibel


Nebukadnezar spielte infolge dessen eine wichtige Rolle in der Bibel, wo er einerseits als gottloser Tyrann, andererseits durch die Propheten als Werkzeug Gottes zur Bestrafung der Sünden Israels dargestellt wird.

Eine legendäre biblische Erzählung (die im apokryphen alttestamentlichen Buch Judit beschrieben wird) berichtet von einer Strafexpedition des Nebukadnezar II. gegen das Südreich Juda. Judith rettete ihre Heimatstadt, indem sie sich als Überläuferin ausgab, nach einem Festmahl den feindlichen Heerführer Holofernes mit seinem eigenen Schwert tötete und so die Babylonier in die Flucht schlug. Diese Legende machte Judith zur Heldin Israels, und in der bildenden Kunst wird sie zur Vorlage (besonders in der Renaissance sehr beliebt) für Dramen, Opern und Gedichte.

Siehe auch


Weblinks


Mann | König (Babylon) | Biblische Person Tanach

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