Unter dem Begriff Nebenwirkung versteht man Auswirkungen eines Instrumenteeinsatzes auf Wirkungsbeiträge bei anderen Zielen. Er ist vom Begriff Wechselwirkung zu unterscheiden. Siehe auch Wirkung (Informatik).
Besser als "Nebenwirkung" ist der Begriff unerwünschte Arzneimittelwirkung.
"Wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt, so besteht oftmals der Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat." (Gustav Kuschinsky, Verfasser eines Lehrbuches über Arzneimittelwirkungen)
Eine Nebenwirkung ist eine normalerweise unerwünschte Wirkung eines Medikamentes, die zusätzlich zur gewünschten Wirkung auftritt, einschließlich Wechselwirkungen mit anderen Substanzen, Folgen von Überdosierungen sowie Entwicklung von Abhängigkeiten.
Diese Nebenwirkungen kann man wieder unterteilen in leichte und schwerwiegende Nebenwirkungen.
Je nach Schwere der Erkrankung muss der Arzt sowie der Patient selbst abwägen, ob sich das Risiko der Nebenwirkungen mit dem Nutzen des Medikamentes aufwiegen lässt.
Die Anzahl an beobachteten Fällen von Nebenwirkungen steigt mit Dauer der Einnahme, der Anzahl der Patienten, die das Medikament nehmen (wenn 1 Mio. Menschen ein Medikament nehmen, gibt es mehr Menschen, die eine Nebenwirkung erfahren - im Gegensatz zu einem Medikament, das nur von 100 Personen genommen wird), und in der Regel auch mit der Dosis.
Wird ein Medikament nicht vertragen, sollte man unbedingt mit seinem Arzt sprechen oder zumindest die Art der Nebenwirkung beim Arzt oder Apotheker melden. Man sollte niemals eigenmächtig die Dosierung des Medikamentes ändern oder gar das Medikament absetzen.
Das Spektrum möglicher Nebenwirkungen von Medikamenten reicht von relativ harmlosen Begleiterscheinungen (z.B. Müdigkeit) bis hin zu Wirkungen, deren Schaden den Nutzeffekt des Medikamentes übersteigt. Ein Extremfall an unerwünschten Arzneimittelwikungen trat im Fall des Schlafmittels Contergan auf, das bei Einnahme in der Schwangerschaft zum Teil sehr schwere körperliche Fehlbildungen bei Embryos auslöste und deshalb vom Markt genommen werden musste.
Laut den Resultaten einer prospektiven Beobachtungsstudie (BMJ 2004; 329: 15-19) ist jede 16. stationäre Patientenbehandlung Folge einer Arzneimittelnebenwirkung. Jedes Jahr ergäben sich daher Kosten von umgerechnet über 700 Millionen Euro für den National Health Service (NHS) in Großbritannien. Ein Forscherteam um Prof. Pirmohamed von der University of Liverpool wertete die Aufnahmedaten von 18.820 Patienten über 16 Jahre aus, die im Laufe eines halben Jahres in zwei Kliniken behandelt wurden. Die Autoren versuchten alle Fälle zu erkennen, in denen eine Arzneimittelnebenwirkung die definitive, wahrscheinliche oder mögliche Ursache der Klinikaufnahme war. Dieser Zusammenhang wurde bei 1.225 Patienten gesehen, was einer Prävalenz von 6,5 Prozent entspricht. Entsprechende Ergebnisse gingen laut ihrer Darstellung auch aus früheren Untersuchungen zur gleichen Fragestellung hervor.
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