Die Ndyuka, Aukaner oder Okanisi ist eine der größten im Stammesverband lebende Gemeinschaft im Regenwald von Suriname.
Diese sozialen und politischen Strukturen gelten bis heute für alle Marron-Stämme in Suriname. Allerdings sind durch den sog. Dschungelkrieg von 1986 bis 1992 zwischen dem Dschungel-Kommando unter dem Ndyuka Brunswijk und den militärischen Machthabern in Paramaribo viele Marrons mit dem Gewehr aufgewachsen. Bei dem Kampf wurden auch viele der ohnehin schon knapp vorhandenen sozialen Einrichtungen zerstört. Hierdurch kam es zu massiven Abwanderungen, einer Verrohung der Sitten und einem Bruch mit alten Traditionen. Aber auch das ausgebrochene Goldfieber in den Stammesgebieten, wobei es zu bewaffneten Konflikten mit den Garimpeiros aus Brasilien kam führte dazu, dass viele Marron’s die traditionelle Macht, traditionelle Werte und Normen nicht mehr anerkennen. Das überlieferte Stammesrecht ist hierdurch vielfach nicht mehr die Rechtsnorm für Konfliktlösungen.
Die geflüchteten Sklaven waren inzwischen für das Gouvernement zu einem immer größeren Problem geworden, dem auch durch militärische Expeditionen nicht beizukommen war. Man sah sich hierdurch gezwungen zunächst mit einer der größten Marron-Gruppen einen Friedensvertrag zu schließen. Nachdem man sich über einen Verhandlungsort hinter der Plantage Auka geeinigt hatte, kam es am 10. Oktober 1760 zum Abschluss des ersten Friedensvertrages zwischen einem der größten Businenge-Stämme und der Kolonialmacht Niederlande, die von da an als die befriedeten Aukaner- oder Ndyuka’s galten.
Erster durch die Kolonialmacht anerkannter gaanman, Stammesoberhaupt der Ndyuka wurde Fabi Labi Beyman vom Dikan-lo. Als äußeres Zeichen und Symbol ihrer Herrscherwürde und Anerkennung ihrer Unabhängigkeit von den Niederländern erhielten die gaanman’s ein Zepter, einen Stab mit Silberknauf.
Die wichtigsten Elemente für die Ndyuka’s aus dem Vertrag waren, dass ihre Freiheit anerkannt- und ein gewissen Maß an Autonomie zuerkannt wurden. Für das Gouvernement war vor allem wichtig, dass sie von einem inländischen Feind befreit wurde. Außerdem war die Bewegungsfreiheit der Ndyuka’s an Zügeln gelegt und sie hatten sich verpflichtet künftig geflüchtete Sklaven auszuliefern.
Nach Abschluss des Vertrages zogen die Ndyuka’s an den Tapanahony und ab dem 19. Jahrhundert festigten sich Gruppen am Sarakreek, einem Seitenfluss des Ober-Suriname und später am Oberlauf des Commewijne und am Cottica.
Der Vertrag wurde 1809 (unter englischer Herrschaft von Suriname, 1804-1816) und 1837 teilweise ergänzt und neu befestigt. Ab 1857 wurde zum ersten Mal von der Kolonial-Verwaltung an den gaanman ein geringes Jahresgeld zuerkannt.
Als am 1. Juli 1863 die Sklaverei abgeschafft wurde, lebten die Ndyuka's bereits seit über hundert Jahren als freie Menschen in Suriname.
Der Stamm der Ndyuka’s besteht aus insgesamt 13 lo’s und das Stammesoberhaupt, der gaanman ist seit 1966 Gazon Matodja vom Otoo-lo. Seit 1836 ist die Flussinsel Diitabiki- oder Drietabbetje im Tapanahony Residenz des gaanman der Ndyuka’s.
Ihre Sprache heißt ebenfalls Ndyuka- oder Aukaans.
Seit einigen Jahren ist der 10. Oktober, als Tag der Marrons gesetzlicher Feiertag in Suriname.