Die Insel Navarino liegt im chilenischen Teil Feuerlands in der Región de Magallanes y de la Antártica Chilena.
Daneben gibt es nur noch drei kleine Orte:
Westlich der Insel liegen die drei chilenischen Inseln Lennox, Picton und Nueva, die lange zu Grenzkonflikten mit Argentinien führten. 100 km südlich der insel liegt Kap Hoorn und knapp 1000 km südlich die Antarktis.
Die Gebirge auf der Insel erreichen 1.180 m Höhe. Viele Berge sind mit dichten Wäldern aus Lenga-Südbuchen (Nothofagus pumilio) und Antarktische Scheinbuchen (Nothofagus antarctica) bewachsen.
Seit der Aussetzung der Biber auf Feuerland bzw. Tierra del Fuego in den 50er Jahren haben diese auch die Insel Navarino erobert und erfreuen sich aufgrund mangelnder natürlicher Feinde eines starken Wachstums. (Weniger als 10 Tiere wurden ausgesetzt. Mittlerweile stieg die Population auf geschätzte 120.000.) Die bei uns in Deutschland recht selten gewordenen Tiere kann dort problemlos in freier Wildbahn beobachten.
Puerto Williams wurde am 23. November 1953 noch unter dem Namen Puerto Luisa gegründet und 1956 in Puerto Williams umbenannt. Zu Ehren von Juan Williams Rebolledo, der 1843 in der Nähe von Punta Arenas ein Fort Fuerte Bulnes zur Absicherung der chilenischen Territorialansprüche und zur Überwachung der Magellanstraße gegründet hatte.
Im Dezember 1978 kam es zu kriegerischen Drohungen zwischen Argentinien und Chile. Die Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt. Insbesondere da in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit wurde erst durch Vermittlung des Vatikans mit einem Grenzvertrag am 2. Mai 1985 friedlich beigelegt.
Touristische Highlights, die von Puerto Williams aus erreichbar sind, sind u.a. die Trekkingrouten Rutas Patrimoniales Circuito de los Dientes sowie Circuito Navarino sowie Circuito Wulaia, das Museum Martín Gusinde (dreisprachig: Span., Engl., Deutsch), der Aussichtspunkt Cerro la Bandera, die Wasserfälle Cascada de la Virgen sowie Cascada Los Bronces, das Dorf Villa Ukkika (Hier wohnen die letzten Yamana Indianer), der botanische Park Omora, der Friedhof der Yamana Caleta Mejillones, die ehemaligen Missionsstationen Wulaia und Douglas, Iglesia Puerto Williams (südlichste Kirche der Welt), das Primera Casa (erstes Haus in Puerto Williams)und die Kneipe Micalvi.
Der Circuito de los Dientes führt als wenig erschlossener Wanderweg um das gleichnamige Bergmassiv südwestlich von Puerto Williams herum.
Im Museum Martín Gusinde kann man die Geschichte der Yamana-Ureinwohner erkunden. Das Leben der Ureinwohner kann auch in Villa Ukika und Caleta Mejillones verfolgt werden. Das Leben des Volkes der Yagán kann im Parque Etnobotánico Omora erforscht werden.
Die Kneipe Micalvi ist auf einem ehemaligen deutschen Rheindampfer beherbergt, der zugleich als Anlegestelle für die Segelboote dient. In dieser sehr urigen Kneipe wird noch richtiges Seemannsgarn gesponnen. Der Segeltourismus spielt eine nicht unerhebliche Rolle für Puerto Williams und entwickelte sich insbesondere in den letzten Jahren wie auch der Kreuzfahrttourismus.
Ausflüge in den 1945 gegründeten Kap-Hoorn-Nationalpark (630 km²) mit seinen Pinguin-Beständen werden häufig genutzt. Auch die nahegelegenen und attraktiven Cordillera de Darwin mit den Gletschern La Romanche (der größte in Chile, der ins Wasser reicht), Hollanda, Italia, Franca und Allemania sind eine Reise wert (Tip: Die Fähre fährt direkt daran vorbei).
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