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Die Insel Navarino liegt im chilenischen Teil Feuerlands in der Región de Magallanes y de la Antártica Chilena.

Geographie


Von der Isla Grande Feuerlands mit der Stadt Ushuaia trennt sie der Beagle-Kanal. Sie hat eine Fläche von 2.473 km² bei einer O-W Ausdehnung von ca. 75 km und einer N-S-Ausdehnung von ca. 40 km. Im Norden der Insel befindet sich die Stadt Puerto Williams mit rund 2.700 Einwohnern. Puerto Williams streitet sich mit anderen Städten um die Ehre südlichste Stadt der Welt zu sein.

Daneben gibt es nur noch drei kleine Orte:

  • Puerto Toro im Westen der Insel
  • Puerto Eugenia im Westen der Insel
  • Puerto Navarino im Osten der Insel

Westlich der Insel liegen die drei chilenischen Inseln Lennox, Picton und Nueva, die lange zu Grenzkonflikten mit Argentinien führten. 100 km südlich der insel liegt Kap Hoorn und knapp 1000 km südlich die Antarktis.

Die Gebirge auf der Insel erreichen 1.180 m Höhe. Viele Berge sind mit dichten Wäldern aus Lenga-Südbuchen (Nothofagus pumilio) und Antarktische Scheinbuchen (Nothofagus antarctica) bewachsen.

Seit der Aussetzung der Biber auf Feuerland bzw. Tierra del Fuego in den 50er Jahren haben diese auch die Insel Navarino erobert und erfreuen sich aufgrund mangelnder natürlicher Feinde eines starken Wachstums. (Weniger als 10 Tiere wurden ausgesetzt. Mittlerweile stieg die Population auf geschätzte 120.000.) Die bei uns in Deutschland recht selten gewordenen Tiere kann dort problemlos in freier Wildbahn beobachten.

Geschichte

Die Gegend der Isla Navariano wurde um 1850 von anglikanischen Missionaren besiedelt, deren Anwesenheit war aufgrund von Krankheiten und schlechten Wetterbedingungen allerdings recht kurz. Um 1890 wurde die Insel Ziel eines kurzen Goldrausches. Martín Gusinde war ein deutscher Priester und Ethnologe, der von 1918 bis 1923 das Volk der Yagán erforschte, heute ist ein Museum nach ihm benannt.

Puerto Williams wurde am 23. November 1953 noch unter dem Namen Puerto Luisa gegründet und 1956 in Puerto Williams umbenannt. Zu Ehren von Juan Williams Rebolledo, der 1843 in der Nähe von Punta Arenas ein Fort Fuerte Bulnes zur Absicherung der chilenischen Territorialansprüche und zur Überwachung der Magellanstraße gegründet hatte.

Im Dezember 1978 kam es zu kriegerischen Drohungen zwischen Argentinien und Chile. Die Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt. Insbesondere da in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit wurde erst durch Vermittlung des Vatikans mit einem Grenzvertrag am 2. Mai 1985 friedlich beigelegt.

Tourismus

Militärische und zivile Bereiche halten sich heute etwa die Waage, es ist sogar aufkeimender Tourismus zu verzeichnen. Von Punta Arenas (Chile) gibt es einen Linienflugdienst mit der Airline AEROVÍAS DAP nach Puerto Williams sowie eine Fährverbindung sichergestellt durch Transbordadora Austral Brooms. Die Insel ist auch per Charter-Flugzeug oder Segelschiff von Ushuaia (Argentinien) erreichbar. Puerto Williams gilt als Ausgangspunkt für Reisen in das Chilenische Antarktisterritorium.

Touristische Highlights, die von Puerto Williams aus erreichbar sind, sind u.a. die Trekkingrouten Rutas Patrimoniales Circuito de los Dientes sowie Circuito Navarino sowie Circuito Wulaia, das Museum Martín Gusinde (dreisprachig: Span., Engl., Deutsch), der Aussichtspunkt Cerro la Bandera, die Wasserfälle Cascada de la Virgen sowie Cascada Los Bronces, das Dorf Villa Ukkika (Hier wohnen die letzten Yamana Indianer), der botanische Park Omora, der Friedhof der Yamana Caleta Mejillones, die ehemaligen Missionsstationen Wulaia und Douglas, Iglesia Puerto Williams (südlichste Kirche der Welt), das Primera Casa (erstes Haus in Puerto Williams)und die Kneipe Micalvi.

Der Circuito de los Dientes führt als wenig erschlossener Wanderweg um das gleichnamige Bergmassiv südwestlich von Puerto Williams herum.

Im Museum Martín Gusinde kann man die Geschichte der Yamana-Ureinwohner erkunden. Das Leben der Ureinwohner kann auch in Villa Ukika und Caleta Mejillones verfolgt werden. Das Leben des Volkes der Yagán kann im Parque Etnobotánico Omora erforscht werden.

Die Kneipe Micalvi ist auf einem ehemaligen deutschen Rheindampfer beherbergt, der zugleich als Anlegestelle für die Segelboote dient. In dieser sehr urigen Kneipe wird noch richtiges Seemannsgarn gesponnen. Der Segeltourismus spielt eine nicht unerhebliche Rolle für Puerto Williams und entwickelte sich insbesondere in den letzten Jahren wie auch der Kreuzfahrttourismus.

Ausflüge in den 1945 gegründeten Kap-Hoorn-Nationalpark (630 km²) mit seinen Pinguin-Beständen werden häufig genutzt. Auch die nahegelegenen und attraktiven Cordillera de Darwin mit den Gletschern La Romanche (der größte in Chile, der ins Wasser reicht), Hollanda, Italia, Franca und Allemania sind eine Reise wert (Tip: Die Fähre fährt direkt daran vorbei).

Insel (Chile)

Isla Navarino | Navarino | Île Navarino | Navarino | Наварино (остров)

 

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