Wien Parlament um 1900.jpg]] Die Nationalratswahl am 24. April 1927 war die dritte Nationalratswahl in der Geschichte der Republik Österreich. Die meisten Stimmen und Mandate erhielt eine aus Christlichsozialen und verschiedenen deutschnationalen Gruppierungen bestehende Einheitsliste unter Bundeskanzler Ignaz Seipel. Zweitstärkste Partei wurde die Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Der Landbund, der nur in den Bundesländern nicht in Wien kandidierte, verlor Stimmen und Mandate, schaffte aber den Einzug in den Nationalrat.
Die neue Einheitsliste führte sowohl einen antikommunistischen als auch einen antisozialdemokratischen Wahlkampf. Auf ihren Wahlplakaten wurde von einem "Sozialdemokratischen Terror", den es zu "bekämpfen" gelte, gesprochen. Des Weiteren warf man den in Wien regierenden Sozialdemokraten "Steuertyrannei" vor.
Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei kritisierte die hohe Arbeitslosigkeit und Inflation unter der Regierung von Ignaz Seipel und forderte die Einführung einer finanzellen Absicherung im Alter. Das "rote Wien" wurde dabei als politisches Vorzeigeprojekt beworben.
| Partei | Stimmen | Prozent | Sitze |
|---|---|---|---|
| Einheitsliste | 1 753 761 | 48,4 (+3,4) | 85 (+3) |
| Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) | 1 539 635 | 42,3 (+2,7) | 71 (+3) |
| Landbund | 230 157 | 6,3 (-6,5) | 9 (-6) |
| Udeverband - Bund gegen Korruption | 35 471 | 0,9 (n.k.) | - |
| Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) | 16 119 | 0,4 (-0,1) | - |
| Demokratische Liste | 15 112 | 0,4 (n.k.) | - |
| Jüdische Partei | 10 845 | 0,2 (-0,2) | - |
| Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) | 779 | 0,0 (n.k.) | - |
Noch im selben Jahr kam es durch das Schattendorfer Urteil zur Julirevolte. Aus Wut über das als ungerecht empfundene Urteil, wurde der Justizpalast in Wien angezündet.
Im Zuge der Niederschlagung der Revolte durch die österreichische Polizei wurden 89 Demonstranten und vier Polizisten getötet. Über 1000 Menschen wurden verwundet.
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"Nationalratswahl in Österreich 1927".
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