Der Nationalpark Hainich, der am 31. Dezember 1997 gegründet wurde, ist der 13. Nationalpark Deutschlands und der einzige in Thüringen. Insbesondere der Buchenwald Mitteleuropas wird hier eine Zukunft haben.
Geographie
Der 76,1
km² große Park befindet sich im Westen des
Bundeslandes östlich der
Werra zwischen dem
Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal, der ihn teilweise umgibt, im Norden und dem etwas entfernten nordwestlichen Ende des
Thüringer Walds im Süden. Er liegt in Städtedreieck
Eisenach-
Mühlhausen-
Bad Langensalza im etwa 160 km² großen
Hainich, das größte zusammenhängende
Laubwaldgebiet Deutschlands.
Flora und Fauna
Der Hainich verfügt über ein breites Spektrum von
Buchenwaldgesellschaften, in denen neben der
Rotbuche auch zahlreiche andere Laubbaumarten, wie
Eschen,
Ahorne,
Linden und die seltene
Elsbeere vorkommen.
Innerhalb der Fauna des Hainichs sind die Wildkatzen, 14 Fledermausarten, sieben Spechtarten, holzbewohnende Käfer, Pilze und große Bestände an Frühlingsblühern wie Märzenbecher, Leberblümchen, und Buschwindröschen nennenswert.
Zweck des Nationalparks
Im Nationalpark Hainich soll wieder ein mitteleuropäischer
Urwald entstehen, in dem man der Natur freien Lauf lässt und die Flächen nicht bewirtschaftet. Aktuell umfasst dieser Nationalpark mit etwa 50 km² die größte nutzungsfreie Laubwaldfläche Deutschlands. Zukünftig wird der Buchenwald sich auf den meisten Flächen durchsetzen. Damit wird eine wichtige Forderung des internationalen Naturschutzes erfüllt, da so ein typischer Lebensraum Mitteleuropas endlich geschützt werden kann.
Seit August 2005 kann man auf einem 310 Meter langen Baumkronenpfad knapp unterhalb der Baumspitzen die Kronenregion des Waldes in Augenschein nehmen. Die Universität Göttingen betreibt seit einigen Jahren in diesem Waldgebiet geobotanische Baumkronenforschung. Dieser Baumkronenpfad ist erst der zweite in Deutschland und ermöglicht es Wissenschaftlern und Besuchern, einen spannenden Einblick in eine Welt zu erhalten, die bis vor wenigen Jahren noch weitgehend unbekannt war. Bekannt sind solche Wipfelpfade aus tropischen Regenwäldern (Costa Rica), nicht minder interessant ist eine solche Einrichtung in Mitteleuropa.
Fotogalerie
Image:09300008.JPG|Verwaltungsgebäude des Nationalpark Hainich in Bad Langensalza
Image:hainich_fg06.jpg|Blütenpracht
Image:hainich_fg07.jpg|Totholz
Image:hainich_fg08.jpg|Baumpilze
Image:hainich_fg09.jpg|Streifenwanze (Graphosoma lineatum)
Weblinks
- http://www.nationalpark-hainich.de - die Offizielle Seite
- http://www.hainich.de - Bücher und mehr über den Nationalpark Hainich
- http://www.hainich-werratal.de - Dörfer und Städte der Hainichregion
- http://www.baumkronenpfad.com/ - Informationen zum Nationalpark, insbesondere zum 2005 eröffneten Baumkronenpfad
Literatur
- Hainich Artenbuch - Tiere, Pflanzen und Pilze im Nationalpark Hainich, Artenbericht der Nationalparkverwaltung 2005, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2005, ISBN 3-937135-37-5
- Roland Geißler: Der grosse Hainich-Wanderführer - mit Radtourenvorschlägen, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2002, ISBN 3-936030-95-2
- Roland Geißler & Harald Rockstuhl: Wanderführer - Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2005, ISBN 3-937135-84-7
- Frank Störzner & Harald Rockstuhl: Hainich-Geschichtsbuch - Wanderung durch die Geschichte eines Naturerbes, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 3. Auflage 2003, ISBN 3-932554-15-9
- Hainich-Sagenbuch, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2002, ISBN 3-936030-35-9
- Hans P. Ernst: Das Hainich Liederbuch, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2004, ISBN 3-937135-54-5
- Rainer Lämmerhirt & Paul Botzum Wüstungen im Hainich, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2001, ISBN 3-934748-86-4
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