Die Nasenspülung bezeichnet eine vorbeugende oder therapeutische Spülung von Nasenvorhof und Nasenhöhle und gegebenenfalls von Teilen des Rachens (Nasopharynx) mit lauwarmer physiologischer Kochsalzlösung. Darüber hinaus spielt sie als rituelle Reinigungstechnik (Kriyas) im Yoga unter dem Begriff Jala Neti (Sanskrit, f., जल नेती, jala netī) eine Rolle und soll die Nasen- und Nebenhöhlen reinigen.
In westlichen Ländern wird die Nasenspülung als Hausmittel zur Vorbeugung und Heilung von Erkältungen verwendet. Sie soll Nasenschleimhaut und Flimmerhärchen (Cilien) von Nasensekreten, Staub, Pollen und andere Stoffen befreien, sie anfeuchten und die Bewegung der Flimmerhärchen stimulieren.
Bei Infekten im Bereich der Nase kann eine Nasenspülung auch diagnostisch eingesetzt werden, da in der Nasallavage mögliche Keime identifiziert werden können.
Die Flimmerhärchen helfen bei der Selbstreinigung, indem sie Schleim und darin gebundene Partikel nach oben bis in den Rachenraum befördern.
Trockene Luft zum Beispiel in Wohn- und Büroräumen sowie Staubbelastungen beeinträchtigen die Funktion der Nasenschleimhäute als Schutz gegen Krankheitserreger und der Nase als Riechorgan.
Der Hauptzweck wird in der Hygiene und der Vorbeugung gegen Krankheiten wie zum Beispiel Erkältungen gesehen. Manche Sänger machen auch Nasenspülungen vor ihren Auftritten. Ferner wird die Nasenspülung von Pollenallergikern angewendet, um die Histamin-Reaktion in der Nase und den Nasenschleimhäuten zu unterbinden.
Die Nasenspülung wird als Alternative zu Medikamenten wie Nasentropfen oder -sprays genutzt. Außer Kochsalz werden keine anderen chemischen Stoffe benötigt. Bei Nebenhöhlenentzündungen wird die Nasenspülung angewandt, um die Zugänge zu den Nebenhöhlen freizuhalten und dort eine Stauung von Sekreten zu vermeiden.
Wenn Verletzungen der Nase oder Erkrankungen der Nasenschleimhäute vorliegen, sollte die Rücksprache mit dem Arzt vorgenommen werden.
Die Spülung kann mit einer Nasendusche, einem Nasenspülkännchen oder mithilfe der gewölbte Innenhand vorgenommen werden. Die genau dosierte lauwarme physiologische Kochsalzlösung wird in ein Nasenloch geführt und fließt aus dem anderen Nasenloch heraus.
Neben der Salzdosierung ist zu beachten, dass gleichmäßig durch den weit geöffneten Mund geatmet wird. Ansonsten kann die Nasenspüllösung auch nach hinten in den Rachen fließen, was als unangenehm empfunden werden kann.
Für normale Anwendungen reichen 1,8 g (1 gestrichener Teelöffel) gut aufgelöst in 200 ml lauwarmem Wasser. Zuviel gelöstes Salz kann ein Brennen verursachen, bei angeschwollenen Nasenschleimhäuten kann eine (geringfügig) höhere Salzkonzentration jedoch eine abschwellende Wirkung haben.
Wer bei der Konzentration auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich auch eine genau gehende elektronische Waage (0,01 g Messgenauigkeit gibt es schon für ca. 20 €) zulegen und die für eine physiologische Kochsalzlösung notwendigen 9 g pro Liter genau abwiegen. Mit einer leichtgängigen Balkenwaage kann man auch eine 1 Cent Euromünze (2,30 g) als Referenzgewicht verwenden; die 2,3 g Salz gibt man dann in 256ml Wasser.
Die Nasenspülung ist sowohl in Europa als auch den USA populär. In Deutschland werden Nasenspülkännchen in fast jeder Apotheke angeboten.
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