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Napalm_Death
 

Napalm.jpg Napalm ist eine Brandwaffe . Es besteht im Wesentlichen aus Benzin, das durch Zusatzstoffe geliert wurde. Dadurch wird erreicht, dass Napalm als zähflüssige, klebrige Masse am Ziel haftet und eine starke Brandwirkung entwickelt. Bereits kleine Spritzer verursachen sehr starke, schlecht heilende Verbrennungen auf der Haut. Wegen seiner hydrophoben Eigenschaften kann Napalm nur schlecht mit Wasser gelöscht oder von der Haut abgewaschen werden.

Der maximale Wirkungsbereich von Napalmbomben kann bis 40 x 180 Meter betragen. Die als Bomben eingesetzte Kanister haben an beiden Enden Zünder, die beim Aufschlag kleine Explosivladungen auslösen. Dadurch werden das Napalm und weißer Phosphor als Zündmittel über einen große Fläche verteilt. Auch bei einem nicht direkten Treffer kann Napalm sehr zerstörerisch gegen Personen und hitzeempfindliche Ausrüstung sein. Je nach Rezeptur erreicht Napalm eine Verbrennungstemperatur von 800 °C bis 1200 °C. Auch in Flammenwerfern wird Napalm eingesetzt.

Zusammensetzung


Napalm gehört zu den Brandstoffen auf Ölbasis. Es gibt zwei Sorten:
  • Ölbasierter Brandsatz auf Basis von Aluminumseifen (Oil-based incendiary agents of the Al-soap type): Herkömmliches Napalm
  • Ölbasierter Brandsatz auf Basis von Kunststoffen (Oil-based incendiary agents of the polymer type): Napalm-B

Herkömmliches Napalm besteht zum Großteil aus Benzin. Durch Beimischung eines Verdickungsmittels, meist Aluminiumseifen ( Al(OH)(OOCR)(OOCR') ) der Naphthensäure und Palmitinsäure, entsteht eine transparente, zähflüssige und klebrige Substanz, das sogenannte Napalm-Gel. Die Konzentration des Pulvers im Benzin beeinflusst die Viskosität und Brenneigenschaften. Napalm in Flammenwerfern oder Bomben enthalten deshalb Verdickungsmittel in unterschiedlicher Menge.

Die Aluminiumseifen können durch gemeinsame Abscheidung von Aluminiumhydroxid, Naphthensäure und Palmitinsäure hergestellt werden. Sie sind häufig durch freie Säure, Wasser und anorganische Stoffe verunreinigt. Naphthensäuren sind ein technisches Gemisch aus alkylierten Cyclopentan- und Cyclohexansäuren, die durch alkalische Extraktion von Erdöl und Ansäuern der erhaltenen Lösung gewonnen werden. Palmitinsäure kann durch Verseifung von zum Beispiel Kokosöl erzeugt werden und ist als Natriumsalz ein Bestandteil von Seifen im Waschmittelbereich.

Die Verdickungsmittel tragen in den US-amerikanischen Streitkräften die Codebezeichnung M1, M2 und M4 und sind durch folgende Standards charakterisiert:

  • M1 Thickener, Incendiary Oil, MIL-T-589A, 26 Aug. 53
M1 Thickener ist ein Gemisch aus Aluminiumseifen, in welchen etwa 50 % der organischen Säuren aus den Fettsäuren von Kokosnussöl, 25 % aus Naphthensäuren und 25 % aus Ölsäure bestehen. M1 Thickener wurde in Fässer mit 45,4 kg (100 Pfund) oder Kanister mit 2,4 kg (5 1/4 Pfund) abgepackt und ist ein ein weißes bis hellbraunes Pulver.

  • M2 Thickener, Incendiary Oil, MIL-T-0903025B, 13 Apr. 54
M2 Thickener ist ein weißes Pulver von ähnlicher Zusammensetzung wie M1, jedoch enthält es Kieselgel als Trennmittel (Antiagglomerant), um das Zusammenbacken des Pulvers zu verhindern.

StructCAS30745552.png

  • M4 Thickener, Incendiary Oil, MIL-T-50009A, 22 May 59
M4 Thickener ist ein feines Pulver aus Aluminiumoktoat (Octal; Hydroxylaluminium-bis(2-ethylhexanoat)) und einem Trennmitteln. Aluminiumoktoat ist das Aluminiumsalz der Isooctansäure, welche durch Oxidation von Petroleum über Isooctylalkohol und Isooctylaldehyd hergestellt wurde. Als Trennmittel diente ein Zusatz von 2% Santocel C oder Attzorb clay.

Napalm-B, eine später entwickelte Variante des Napalm, besteht aus Polystyrol, Benzol und niederoktanigem Benzin (Otto-Kraftstoff). Bei Napalm-B wirkt Polystyrol als Verdickungsmittel. Napalm-B bietet längere Brennzeiten von bis zu 10 Minuten (konventionelles Napalm nur 15 bis 30 Sekunden), verbesserte Zerstörungswirkung und ist weniger leicht entzündlich, was die Unfallgefahr durch rauchende Soldaten reduziert. Napalm B ist zähflüssiger als andere Gelbrandstoffe, wodurch die Haftwirkung an Zieloberflächen verbessert und der Feuerballeffekt reduziert wird. Es brennt heißer als herkömmliches Napalm und entwickelt einen charakteristischen Geruch bei der Verbrennung.

Nach einem neueren U.S.-Patent wurde Benzin (Kerosin) auch mit Hydroxylaluminium-bis(2-ethylhexanoat) * und einem nichtionischen Tensid oder Wasser geliert.

Spezielle Zusätze, wie weißer Phosphor oder feines Metallpulver aus Magnesium oder Aluminium, haben zur Folge, dass Napalm erst aufhört zu brennen, wenn der umliegende Sauerstoff aufgebraucht ist.

Geschichte


Das Prinzip einer anhaftenden, langsambrennenden Brandmasse wurde das erste Mal im frühen Mittelalter in Form des Griechischen Feuers verwirklicht.

Die Rezeptur für Napalm wurde 1942 an der Harvard-Universität entwickelt. Das Gemisch wurde während des 2. Weltkrieges durch die Alliierten gegen Städte in Japan, Deutschland (s. Feuersturm) und später durch die USA massiv im Koreakrieg sowie im Vietnamkrieg eingesetzt.

US riverboat using napalm in Vietnam.jpg

Ächtung durch die UN


Der Gebrauch von Napalm und anderen Brandwaffen gegen die Zivilbevölkerung wurde durch eine UN-Konvention 1980 verboten. Die USA traten dem Vertrag nicht bei, haben allerdings nach eigenen Angaben ihr Arsenal im Jahr 2001 zerstört.

Dies wurde bezweifelt, als die USA während des 3. Golfkrieges 2003 ihr Waffensystem MK77 einsetzten, das ein dem Napalm ähnliches Gemisch enthält. Das Pentagon verteidigte den Einsatz dieser Brandbomben damit, dass MK77 ein Gemisch mit Kerosin enthalte und nicht als Napalm zu klassifizieren sei. Die verwendeten Substanzen seien zwar "bemerkenswert ähnlich", jedoch verursache die auf Kerosin basierende Substanz weniger Umweltschäden. Ähnliche Brandbomben basieren auch auf Phosphor-Brandsätzen, die ebenfalls im Irak getestet wurden.

Im Napalm eingesetzte Verdickungsmittel wurden noch im Mai 2005 auf einer Internetseite im tausend Tonnen Maßstab zur zivilen Wiederverwertung offen angeboten, was für die Ausmusterung des konventionellen Napalms spricht.

Literatur


  • L.F. Fieser et al.: Ind. Eng. Chem. 38, 768 (1946)
  • Leo Finkelstein: J. Phys. & Colloid Chem. 52, 1460-70 (1948) (Rheological properties of incendiary gels)
  • K.J.Mysels: Ind. Eng. Chem. 41, 1435 (1949)
  • Anonymus: Chem. Eng 58, No. 11, 162-3 (1951) (Description of the Cleveland plant of Ferro Chem. Co for production of napalm)
  • A.P. 2,763,621 (12/7/1951 ; 9/18/1956) to Pfister Chemical Works Inc.

Siehe auch


Weblinks


Chemiewaffe | Zweiter Weltkrieg | Koreakrieg | Vietnamkrieg

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