| Wappen | Karte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Region: | Pays de la Loire (chef-lieu) |
| Département: | Loire-Atlantique (44) |
| Fläche: | 65.19 km² (Stadt) 522.3 km² (Ballungsgebiet) |
| Einwohner: (Volkszählung 1999) | 277.728 (Stadt) 554.478 (Ballungsgebiet) |
| Bevölkerungsdichte: (Einwohner/km² ; 1999) | 4.147 (Stadt) 1.062 (Ballungsgebiet) |
| Höhe: | 12 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 44000, 44100, 44200 und 44300 |
| Vorwahl: | 00332 |
| Geografische Lage: | |
| Kfz-Kennzeichen: | 44 |
| UN/LOCODE: | FR NTE |
| Website: | www.nantes.fr |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Jean-Marc Ayrault (PS; Sozialist) |
Zwischen 900 und 600 v. Chr. sind bereits Siedlungsreste am Ufer der Loire nachgewiesen. Gegen 500 v. Chr. siedelten in der Region um das heutige Nantes Kelten. Im Gallischen Krieg wurde das Gebiet 56 v. Chr. der römischen Herrschaft unter Caesar unterworfen. Im Jahr 50 v. Chr. wird auf dem Gebiet der heutigen Stadt Nantes die römische Hafenstadt Portus Namnetus gegründet. Im dritten Jahrhundert treten die Bewohner zum Christentum über. Etwa zeitgleich fallen ab 285 die Sachsen in die Region ein.
Im 5. und 6. Jahrhundert kommen angeblich Bretonen von den Britischen Inseln, die schriftlichen und archäologischen Belege für solche Ansiedlungen sind jedoch denkbar gering. 843 ist die erste Brandschatzung durch die Normannen überliefert.
1066 unterwirft sich der Graf von Nantes dem Herzogtum der Bretagne. Im Jahr 1154 wird Nantes an Heinrich II. übergeben, der im gleichen Jahr den englischen Thron besteigt.
1460 wird in Nantes die Universität gegründet. Nach dem Tod der Anne de Bretagne (1477-1514) wird die Bretagne an das französische Stammland angegliedert.
Mit dem Edikt von Nantes ("Toleranzedikt"), von Heinrich IV. am 13. April 1598 verabschiedet, wurde die jahrzehntelange Unterdrückung und Verfolgung der Hugenotten durch die katholische Kirche und den französischen Staat beendet. Diese hatte ihren Höhepunkt 1572 in der sogenannten Bartholomäusnacht. Das Edikt von Nantes, das den französischen Calvinisten freie Religionsausübung zugestand, wurde jedoch im Jahr 1685 von Ludwig XIV. widerrufen (Edikt von Fontainebleau).
Aufgrund seiner günstigen Lage an der Loire-Mündung, erlebte die Stadt im 18. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung und wurde zur bedeutendsten Hafenstadt Frankreichs. Dies verdankte sie vor allem dem florierenden Sklavenhandel.
Während der französischen Revolution wurden in Nantes angeblich 16000 Bürger hingerichtet.
1826 wird in Nantes die erste öffentliche Omnibuslinie der Welt eingeweiht.
1940 erfolgte im Zuge des deutschen Frankreichsfeldzugs die Besetzung der Stadt durch deutsche Truppen. 1941 wurde der deutsche Stadtkommandant Hotz von der Résistance getötet. Als Repressalie wurden 50 Geiseln hingerichtet (die Hauptverkehrsstraße "Cours des 50 Otages" erinnert an diese Tragödie). Bis Juni 1941 war Nantes Hauptstadt der Bretagne, dann wurde die Stadt durch die Vichy-Regierung von der Region abgetrennt. Zwischen 16. und 23. September 1943 wurde Nantes durch alliierte Luftangriffe stark getroffen. Infolge der Landung der Alliierten in der Normandie wurde die Stadt am 12. August 1944 von den deutschen Besatzungstruppen geräumt.
1962 wurde die Universität von Nantes wieder eröffnet. Der Niedergang der Werftenindustrie Ende der 80er Jahre stürzte Nantes in eine tiefe Krise. Die Folge waren hohe Arbeitslosigkeit und sozialer wie kultureller Zerfall (höchste Alkoholikerquote Frankreichs). Die TGV Verbindung mit Paris und eine starke Auslagerung der nationalen Verwaltung von Paris in die "Provinz" bedeuteten den Anfang für den Wiederaufstieg Nantes. Auch die Wiedereinführung der Straßenbahn (Tram) und die Organisation zahlreicher kultureller Festivitäten (Festival de l´Erdre, Royal de Luxe) trugen zum erneuten Aufstieg der Atlantik-Metropole bei. Die Konkurrenten Rennes und Angers hat Nantes bereits weit hinter sich gelassen, der neue Maßstab heißt jetzt Bordeaux. Gegenwärtig gibt es Bestrebungen, die Region neu zu formen und zu vereinen, um die kulturellen Gemeinsamkeiten stärker ins Licht stellen. Die letzte inoffizielle Volksabstimmung im Jahre 2003 wies eindeutig und ganz klar in diese Richtung.
| Jahr | Einwohner | - | 1750 | 57.000 | - | 1954 | 222.800 | - | 1962 | 246.200 | - | 1968 | 259.200 | - | 1975 | 263.700 | - | 4.3.1982 | 247.227 | - | 5.3.1990 | 244.995 | - | 8.3.1999 | 277.728 | - |
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Die Bedeutung von Nantes als Seehafen nahm mit zunehmender Größe der Schiffe immer weiter ab. Der Hafen besitzt heute keinerlei Bedeutung mehr, die großen Frachter löschen heute ihre Waren 50 Kilometer westlich von Nantes in St. Nazaire. Wichtige Industriezweige sind die Eisen-, Glas-, Textil-, *] und die Lebensmittelindustrie. Zahlreiche Feingebäck-Firmen von internationalem Renomme hatten ihre Gründung in Nantes: BN (biscuit nantais) und LU (Lefèvre Utile) sind nur einige Beispiele. Außerdem besitzt Nantes einen internationalen Flughafen, den Aéroport Nantes Atlantique, der im Südwesten der Stadt liegt. Die Auslastung ist gut, weshalb ein Neubau im Norden der Stadt in Planung ist.
Oberbürgermeister von Nantes ist Jean-Marc Ayrault, der zugleich Abgeordneter in der Nationalversammlung ist.
Ort in Pays de la Loire | Ort mit Seehafen
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