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Wappen Karte
Basisdaten
Region: Pays de la Loire (chef-lieu)
Département: Loire-Atlantique (44)
Fläche: 65.19 km² (Stadt)
522.3 km² (Ballungsgebiet)
Einwohner:
(Volkszählung 1999)
277.728 (Stadt)
554.478 (Ballungsgebiet)
Bevölkerungsdichte:
(Einwohner/km² ; 1999)
4.147 (Stadt)
1.062 (Ballungsgebiet)
Höhe: 12 m ü. NN
Postleitzahlen: 44000, 44100, 44200 und 44300
Vorwahl: 00332
Geografische Lage:
Kfz-Kennzeichen: 44
UN/LOCODE: FR NTE
Website: www.nantes.fr
Politik
Oberbürgermeister: Jean-Marc Ayrault (PS; Sozialist)

Geographie


Nantes * (bretonisch: Naoned, lateinisch: Portus Namnetus) ist eine Großstadt im Westen Frankreichs, Präfektur im Département Loire-Atlantique und Teil der Region Pays de la Loire. Nantes ist die ehemalige Hauptstadt der Bretagne. Mit 277.728 Einwohnern rangiert Nantes in der Reihe der größten Städte Frankreichs auf Platz 6 (Stand 1999). Die Einwohnerzahl der Agglomeration beträgt rund 550.000. Bei Nantes mündet der Erdre in die Loire. Die Stadt befindet sich etwa 55 Kilometer östlich des Atlantiks und liegt zum größten Teil am Nordufer der Loire. Die klimatischen Bedingungen von Nantes werden durch die Nähe zum Atlantik bestimmt. Die Winter sind mild und feucht, die Sommer warm und nicht zu trocken. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 12°C (Winter: 5°C/ Sommer: 18,5°C).

Geschichte


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Altertum und Völkerwanderung

Zwischen 900 und 600 v. Chr. sind bereits Siedlungsreste am Ufer der Loire nachgewiesen. Gegen 500 v. Chr. siedelten in der Region um das heutige Nantes Kelten. Im Gallischen Krieg wurde das Gebiet 56 v. Chr. der römischen Herrschaft unter Caesar unterworfen. Im Jahr 50 v. Chr. wird auf dem Gebiet der heutigen Stadt Nantes die römische Hafenstadt Portus Namnetus gegründet. Im dritten Jahrhundert treten die Bewohner zum Christentum über. Etwa zeitgleich fallen ab 285 die Sachsen in die Region ein.

Im 5. und 6. Jahrhundert kommen angeblich Bretonen von den Britischen Inseln, die schriftlichen und archäologischen Belege für solche Ansiedlungen sind jedoch denkbar gering. 843 ist die erste Brandschatzung durch die Normannen überliefert.

Mittelalter bis zur Neuzeit

1066 unterwirft sich der Graf von Nantes dem Herzogtum der Bretagne. Im Jahr 1154 wird Nantes an Heinrich II. übergeben, der im gleichen Jahr den englischen Thron besteigt.

1460 wird in Nantes die Universität gegründet. Nach dem Tod der Anne de Bretagne (1477-1514) wird die Bretagne an das französische Stammland angegliedert.

Mit dem Edikt von Nantes ("Toleranzedikt"), von Heinrich IV. am 13. April 1598 verabschiedet, wurde die jahrzehntelange Unterdrückung und Verfolgung der Hugenotten durch die katholische Kirche und den französischen Staat beendet. Diese hatte ihren Höhepunkt 1572 in der sogenannten Bartholomäusnacht. Das Edikt von Nantes, das den französischen Calvinisten freie Religionsausübung zugestand, wurde jedoch im Jahr 1685 von Ludwig XIV. widerrufen (Edikt von Fontainebleau).

Aufgrund seiner günstigen Lage an der Loire-Mündung, erlebte die Stadt im 18. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung und wurde zur bedeutendsten Hafenstadt Frankreichs. Dies verdankte sie vor allem dem florierenden Sklavenhandel.

Während der französischen Revolution wurden in Nantes angeblich 16000 Bürger hingerichtet.

1826 wird in Nantes die erste öffentliche Omnibuslinie der Welt eingeweiht.

Nantes im Zweiten Weltkrieg

1940 erfolgte im Zuge des deutschen Frankreichsfeldzugs die Besetzung der Stadt durch deutsche Truppen. 1941 wurde der deutsche Stadtkommandant Hotz von der Résistance getötet. Als Repressalie wurden 50 Geiseln hingerichtet (die Hauptverkehrsstraße "Cours des 50 Otages" erinnert an diese Tragödie). Bis Juni 1941 war Nantes Hauptstadt der Bretagne, dann wurde die Stadt durch die Vichy-Regierung von der Region abgetrennt. Zwischen 16. und 23. September 1943 wurde Nantes durch alliierte Luftangriffe stark getroffen. Infolge der Landung der Alliierten in der Normandie wurde die Stadt am 12. August 1944 von den deutschen Besatzungstruppen geräumt.

Gegenwart

1962 wurde die Universität von Nantes wieder eröffnet. Der Niedergang der Werftenindustrie Ende der 80er Jahre stürzte Nantes in eine tiefe Krise. Die Folge waren hohe Arbeitslosigkeit und sozialer wie kultureller Zerfall (höchste Alkoholikerquote Frankreichs). Die TGV Verbindung mit Paris und eine starke Auslagerung der nationalen Verwaltung von Paris in die "Provinz" bedeuteten den Anfang für den Wiederaufstieg Nantes. Auch die Wiedereinführung der Straßenbahn (Tram) und die Organisation zahlreicher kultureller Festivitäten (Festival de l´Erdre, Royal de Luxe) trugen zum erneuten Aufstieg der Atlantik-Metropole bei. Die Konkurrenten Rennes und Angers hat Nantes bereits weit hinter sich gelassen, der neue Maßstab heißt jetzt Bordeaux. Gegenwärtig gibt es Bestrebungen, die Region neu zu formen und zu vereinen, um die kulturellen Gemeinsamkeiten stärker ins Licht stellen. Die letzte inoffizielle Volksabstimmung im Jahre 2003 wies eindeutig und ganz klar in diese Richtung.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
-
1750 57.000
-
1954 222.800
-
1962 246.200
-
1968 259.200
-
1975 263.700
-
4.3.1982 247.227
-
5.3.1990 244.995
-
8.3.1999 277.728
-

Wirtschaft


Die Bedeutung von Nantes als Seehafen nahm mit zunehmender Größe der Schiffe immer weiter ab. Der Hafen besitzt heute keinerlei Bedeutung mehr, die großen Frachter löschen heute ihre Waren 50 Kilometer westlich von Nantes in St. Nazaire. Wichtige Industriezweige sind die Eisen-, Glas-, Textil-, *] und die Lebensmittelindustrie. Zahlreiche Feingebäck-Firmen von internationalem Renomme hatten ihre Gründung in Nantes: BN (biscuit nantais) und LU (Lefèvre Utile) sind nur einige Beispiele. Außerdem besitzt Nantes einen internationalen Flughafen, den Aéroport Nantes Atlantique, der im Südwesten der Stadt liegt. Die Auslastung ist gut, weshalb ein Neubau im Norden der Stadt in Planung ist.

Söhne und Töchter der Stadt


Oberbürgermeister von Nantes ist Jean-Marc Ayrault, der zugleich Abgeordneter in der Nationalversammlung ist.

Städtepartnerschaften


Weblinks


Galerie


Bild:Nantes 2005 1.jpg|Nanteser Innenstadt Bild:Nantes 2005 4.jpg|Blick auf die Loire Bild:Nantes 2005 5.jpg|Jardin des Plantes Bild:Nantes 2005 6.jpg|Tour de Bretagne Bild:Nantes 2005 7.jpg|Der Fluss Erdre Bild:Nantes 2005 8.jpg|Blick auf die Loire Bild:Jean-Baptiste-Camille Corot 025.jpg|Kathedrale von Nantes, Jean-Baptiste Camille Corot, nach 1860

Ort in Pays de la Loire | Ort mit Seehafen

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