Nanoteilchen oder auch Nanopartikel bezeichnen einen Verbund von wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen. Der Name entspringt ihrer Größe, die typischerweise bei einigen Nanometern (10-9 Meter bzw. 1 Milliardenstel Meter) liegt.
Kleine Nanoteilchen mit weniger als 1000 Atomen werden häufig auch als Cluster * bezeichnet.
Eigenschaften
Die
Nanostrukturwissenschaften bzw.
Nanotechnologie beschäftigen sich mit der Untersuchung von Nanoteilchen unterschiedlicher Größe um den Übergang von
atomaren Eigenschaften zu typischen
Festkörpereigenschaften zu erforschen.
Nanoteilchen haben aus diesem Grund spezielle chemischen und physikalischen Eigenschaften, die deutlich von denen des Festkörpers abweichen, in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Besonders sind zum Beispiel:
- die chemische Reaktivität, die z.B. in Katalysatoren genutzt wird. Durch die im Vergleich zum Volumen extrem große Teilchenoberfläche können vermehrt chemische Reaktionen stattfinden.
- die optischen Eigenschaften metallischer Nanoteilchen, die Licht mit spezifischer Wellenlänge absorbieren können. Die Ursache hierfür ist die Anregung einer kohärenten Oszillation der Leitungsbandelektronen in den Nanoteilchen, die als Plasmonresonanz bezeichnet wird. Das macht diese Eigenschaft z.B. attraktiv für den Einsatz in der Biologie und der medizinischen Diagnostik.
Spezielle Nanoteilchen
Abgrenzung zu Aerosol
Aerosole ist die Sammelbezeichnung für die in Gasen mitschwebenden, feinst verteilten (dispergierten), festen und flüssigen Teilchen (Schwebstoffe)". Für Nanopartikeln, die im Gas suspendiert sind gelten die gleichen Naturgesetze unabhängig davon ob sie absichtlich oder unabsichtlich erzeugt wurden
Herstellung
Es haben sich 5 Verfahren zu Herstellung von Nanoteilchen etabliert:
- (z.B. Hydrothermalsynthese von nanoporösen Cetineiten)
- Herstellung durch gezielte Nukleation von Molekülen aus der Gasphase (Aerosolprozess)
Je nach Einsatzgebiet der Nanoteilchen ist meist eine genau definierte und enge Partikelgrößenverteilung erforderlich. Abhängig von der chemischen Natur der gewünschten Nanoteilchen eignet sich das eine oder andere Verfahren besser, um ein gutes Ergebnis zu erreichen. Meist liefern Verfahren in Lösung oder Verfahren der Selbstorganisierung die besten Ergebnisse, sind aber großtechnisch nur schwer oder gar nicht durchführbar.
Einsatz von Nanoteilchen
So werden zum Beispiel
Autokatalysatoren mit nanostrukturiertem
Platin bzw.
Palladium beschichtet. Nanoteilchen werden darüber hinaus in
Cremes (z. B. als UV-Blocker in
Sonnencreme),
Pasten,
Lacken,
Klebern aller Art - teilweise auch in Nahrung - eingesetzt.
Als ältester Nanowerkstoff wird teilweise Beton genannt, obwohl erst lange nach seiner ersten Verwendung erkannt wurde, dass dieser seine Festigkeit Kristallstrukturen verdankt, die lediglich einige Nanometer groß sind.
Bisher waren viele der hergestellten Nanopartikel elektrische Isolatoren. In jüngerer Zeit konnten eigenhalbleitende und photohalbleitende nanoporöse Kristalle hergestellt werden, die in der Mikroelektronik eingesetzt werden können.
Mögliche Gesundheitsgefahren
Es ist noch ungenügend erforscht, welche Gefahr von manchen Nanoteilchen ausgeht. Besonders intensiv ist die Forschung an
Kohlenstoffnanoröhren und Buckminster-
Fullerenen, die Ergebnisse sind jedoch nicht konsistent. Von Nanoröhren wird angenommen, dass sie aufgrund ihrer
Asbest ähnlichen, nadelförmigen Struktur dieselben Auswirkungen in der
Lunge haben könnten, was jedoch noch nicht eindeutig belegt werden konnte. Insgesamt ist die Wirkung der in den letzten Jahren künstlich hergestellten Nanoteilchen auf Organismen, vor allem die langfristigen Auswirkungen, noch nicht ausreichend erforscht, um den Grad ihrer Gefährlichkeit abschließend beurteilen zu können.
Weblinks hierzu:
- http://www.nanosafe.org/
- http://www.dialog-nanopartikel.de/
Siehe auch
Literatur
Bücher
- H. Haberland: Clusters of Atoms and Molecules I, Springer, 52, 1994
- H. Haberland: Clusters of Atoms and Molecules II, Springer, 56, 1994
- C.F. Bohren, D.R. Huffman: Absorption and Scattering of Light by Small Particles, Wiley, 1983
- U. Kreibig, M. Vollmer: Optical Properties of Metal Clusters, Springer, 1995
Aufsätze
- Harald F. Krug: Auswirkungen nanotechnologischer Entwicklungen auf die Umwelt. Umweltwissenschaften und Schadstoff-Forschung 17(4), S. 223 - 230 (2005), ISSN 0934-3504
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