Namp'o ist eine Hafenstadt in Nordkorea mit 450.723 Einwohnern und damit die drittgrößte Stadt des Landes. Sie ist Industriestadt, Verkehrsknoten, Kulturzentrum mit Universität, Theater und Museen.
Von 1980 bis 2004 war Namp'o eine Stadt unter zentraler Verwaltung der Regierung. Seit 2004 ist sie Teil von P'yŏngan-namdo und hat dort den Status einer besonderen Stadt innerhalb der Provinz.
Ein beliebter Ausflugsort in der Gegend ist der Taesong-See. Dieser See wurde 1959 künstlich angelegt und dient zur Bewässerung der Felder in der Umgebung. In der Nähe liegt der Pjöngjang-Golf
Sehenswert sind auch die Mausoleen von Kangso und Tokhung-ri. Kangso liegt nordöstlich des Taesong-Sees und 28 Kilometer südwestlich von Pjöngjang. Dort wurden Grabstätten der Goguryeo-Dynastie (37 v. Chr.-668 n. Chr.) aus dem 7. Jahrhundert ausgegraben. In Tokhung-ri wurden in den Jahren 1976 und 1977 drei Gräber aus der Koguryo-Dynastie restauriert, deren Entstehungsjahr auf 408 n. Chr. datiert wird.
Näher bei Namp'o, im Westen der Stadt, liegt die Halbinsel Waudo. Dort befinden sich eine Reihe von Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie ein Aussichtspavillon.
In der Stadt befinden sich Werften, Betriebe des Maschinenbaus, der Buntmetallurgie und der Glasindustrie. Der Fischfang ist eine wichtige Einnahmequelle für Namp'o. Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt mit Straßen, Eisenbahn und Hafen. Sie ist ein Zentrum für Neulandgewinnung aus dem Meer. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Hafen für den Außenhandel geöffnet, was zu einer beschleunigten Entwicklung der Wirtschaft und einem Wachstum der Bevölkerung führte.
Namp'o war und ist für das Regime in Nordkorea ein strategisch wichtiger Punkt als Verkehrsader und Hafen für die Hauptstadt und nicht zuletzt als Bastion gegen mögliche Invasoren, die womöglich auf Pjöngjang zusteuern wollen. Gleichzeitig wurde die Flussmündung, an der Namp'o liegt, auch für einen großen Staudamm auserwählt. Um die Taedong-Mündung sind außerdem wichtige Teile der nordkoreanischen Marine stationiert.
Der Staudamm von Namp'o dient in erster Linie als Wasserscheide zwischen Meer- und Flusswasser, als schnelle Straßen- und Eisenbahnverbindung zwischen dem Nord- und Südufer des Taedong sowie als physische Barriere an der Flussmündung. Er bewahrt die Region bis hinauf nach Pjöngjang vor möglichen Flutkatastrophen, dient der Verfügbarkeit von Süßwasser für die Industrie und zur Trinkwasserversorgung der Region. Es werden zwei Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr gefördert. Zur Gewinnung von Elektrizität wird der Staudamm nicht genutzt.
In den Krisenjahren 1998 bis 2000 wurde die Straße von Pjöngjang nach Namp'o zur achtspurigen Autobahn ausgebaut. Schätzungsweise 50.000 jugendliche Freiwillige legten das 43 Kilometer lange Straßenbett ohne Hilfe von Maschinen an. Zur Erinnerung an das nach 700 Tagen abgeschlossene Projekt wurde die Autobahn in „Straße der jungen Helden“ umbenannt.