| Flag of Namibia.svg | Namibia coa.png | (Details) | (Details) |
Der Name des Staates leitet sich von der Wüste Namib ab, welche den gesamten Küstenraum des Landes einnimmt. Anfangs war der Name umstritten, da man durch die Namenswahl keinen der vielen namibischen Stämme verärgern wollte. In Namibia selbst wird vielfach noch von „Südwest“ als Kürzel für Südwestafrika (ehemals Deutsch-Südwestafrika) gesprochen, ein Name, der bei vielen – weißen wie schwarzen – Einwohnern geschichtliche Verbundenheit und Heimatgefühl assoziiert. Aus den gleichen politischen Gründen wurde 1990 auch die englische Sprache als Amtssprache gewählt, die von kaum mehr als sieben Prozent der schwarzen Bevölkerung gesprochen wird, wohingegen sehr viele Schwarze entweder Afrikaans oder Deutsch sprechen.
Nationalfeiertag ist der 21. März, Tag der Unabhängigkeit (1990).
Vor etwa 150 Millionen Jahren begann dieser Superkontinent allmählich in die heute bekannten Kontinente zu zerbrechen und auseinanderzudriften. Die besonderen, über Jahrmillionen andauernden klimatischen Verhältnisse in Südwestafrika führten dazu, dass viele geologische Strukturen, Vorgänge und Erscheinungen besonders gut erhalten und deshalb auch heute noch zu beobachten sind. Dazu gehört letztlich auch die Namib, die damit wohl als die älteste Wüste der Welt gelten darf.
Namibia liegt zwischen 17° und 29° südlicher Breite sowie 12° und 25° östlicher Länge. Dies entspricht auf der Nordhalbkugel etwa der Lage Libyens und des nördlichen Tschad.
nam berge.jpg | nam steppe.jpg | NamibDesert01.jpg Namibia wird im Osten nach Botswana hin von der Kalahari, im Süden nach Südafrika hin vom Oranje – auch Orange River genannt –, im Westen vom Südatlantik und im Norden nach Angola hin vom Kunene begrenzt. Im Nordosten erstreckt sich zudem ein ca. 450 km langer und bis zu 50 km breiter Landfinger zwischen den nördlich angrenzenden Ländern Angola und Sambia und dem südlich angrenzenden Botswana bis zum Sambesi – der Caprivi-Streifen.
Das gesamte Staatsgebiet Namibias umfasst ca. 824.000 km² und ist damit mehr als zweimal so groß wie Deutschland. Im Wesentlichen wird Namibia durch zwei Wüsten geprägt: im Westen durch die von der Kapprovinz bis weit nach Angola hineinreichende Namib und im Osten durch die Kalahari. Zwischen beiden Wüsten liegt das durchschnittlich 1.700 m hohe, um die Hauptstadt Windhuk herum auch das die 2.000-Meter-Marke überschreitende Binnenhochland. Der höchste Berg jedoch – der rund 2.600 m hohe Brandberg – liegt nahe der Küste, ca. 200 km nördlich der Küstenstadt Swakopmund. Im Osten geht das Binnenhochland allmählich in das rund 1.200 m hoch gelegene, von Trockenvegetation bedeckte Kalahari-Hochland über.
Aufgrund der besonderen klimatischen Verhältnisse ist eine landwirtschaftliche Nutzung des Landes nur in beschränktem Maße möglich: im trockenen Süden vor allem Viehzucht, im relativ regenreichen Norden auch Ackerbau. Eine Besonderheit der Namib sind die Dünen im Gebiet von Sossusvlei. Sie sind als die höchsten der Welt bekannt und erreichen eine Höhe von mehr als 300 m. Der Reiz dieser Dünenlandschaft liegt aber nicht allein in ihrer Höhe, sondern vor allem in dem von Feuchtigkeitsgehalt und Sonnenstand abhängigen Farbenspiel der Dünen.
Die größten Städte sind: Windhuk, Swakopmund, Otjiwarongo, Walfischbucht, Oshakati und Rundu. Siehe auch die Liste der Städte in Namibia.
Die Liste enthält eine Übersicht der Flüsse in Namibia gegliedert nach Haupt- und Nebenflüssen.
Der größte Teil Namibias liegt im tropischen Sommerregengebiet, das heißt mit zwar unregelmäßigen, aber gelegentlich sehr heftigen Regenfällen zwischen November und April; der äußerste Süden dagegen liegt im Winterregengebiet, so dass Regenfälle – wenn überhaupt – vor allem in den Monaten Juni und Juli auftreten. Bei aller Unregelmäßigkeit der Regenfälle hinsichtlich Häufigkeit und Ergiebigkeit nehmen diese ausgehend vom Süden mit unter 50 mm pro Jahr in Richtung Nordosten mit bis zu 600 mm pro Jahr deutlich zu, was allerdings regionale Trockenperioden von mehreren Jahren nicht ausschließt.
Von den Temperaturen her wird Namibia vor allem durch hohe Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht, aber auch zwischen den verschiedenen Landesteilen bestimmt. Temperatursprünge von mehr als 20 °C innerhalb weniger Stunden sind häufig. Die heißesten Monate sind Dezember und Januar mit Temperaturen von regelmäßig deutlich über 30 °C, die kältesten Monate sind Juli bis August, wo es nachts auch deutlich unter 0 °C gehen kann, tagsüber dann aber auch um die 25 °C warm ist. Im Allgemeinen ist die Luft – insbesondere im Hochland – ausgesprochen trocken, so dass auch höhere Temperaturen gut zu ertragen sind. Lediglich an der Küste ist es, infolge der Auswirkungen des Benguela-Stroms, regelmäßig deutlich kühler.
Namibia ist extrem dünn besiedelt. Nach der Mongolei ist Namibia das Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte weltweit. Die Bevölkerung verteilt sich sehr ungleichmäßig, sie ist konzentriert auf wenige Städte und den fruchtbaren Norden des Landes.
In Namibia sind mehrere ethnische Gruppen ansässig. Die bantusprechenden Ovambos stellen 49,8% der Bevölkerung dar. Sie leben vor allem in den nördlichen Regionen Omusati, Oshana, Ohangwena und Oshikoto. Andere bantusprachige Ethnien sind die Kavango-Völker (in der Region Kavango), Herero (in der Region Otjozondjupa), Himba (in der Region Kunene) und Caprivianer (in der Region Caprivi).
Khoisansprechende Gruppen sind Nama (in der Region Karas), Damara (in der Region Erongo), San (Buschleute – in der Region Omaheke).
Indogermanischsprachige Gruppen sind Farbige, Rehobother Baster, Afrikaaner (die Mehrheit der 75.000 „weißen” Einwohner Namibias), Deutschstämmige (ca. 13.000) und Portugiesen (ca. 5.000 im Norden des Landes).
In Namibia werden also verschiedene Sprachen gesprochen: Englisch, Afrikaans, Deutsch, verschiedene Bantu-Sprachen (darunter Kwanyama und Kwambi von den Ovambo; Otjiherero von den Herero und Himba) und verschiedene Khoisan-Sprachen (von den Nama, den Orlam, den San und den Damara). Alle Sprachen sind anerkannt, jedoch nur Englisch ist offizielle Amtssprache.
siehe auch: Deutsche Sprache in Namibia
Insgesamt hat Namibia ca. zwei Millionen Einwohner (Stand 2005) mit bisher stark wachsender Tendenz (1961: ca. 600.000 Einwohner). Es wird allerdings abzuwarten sein, welchen Einfluss die stark zunehmende und bereits über 20 % der Gesamtbevölkerung erfasst habende AIDS-Seuche auf die Bevölkerungsentwicklung haben wird. Schon jetzt zeigt sich deren verhängnisvolle Wirkung bei der durchschnittlichen Lebenserwartung der Namibier: Sie lag 1980 bei etwa 58 Jahren und ist im Jahre 2005 trotz besserer medizinischer Grundversorgung auf etwa 38 Jahre gesunken. Die hiergegen von der Völkergemeinschaft und der namibischen Regierung eingeleiteten Maßnahmen scheitern häufig an kulturellen Gewohnheiten sowie an den Schwierigkeiten bei der Erfassung und Erreichbarkeit der bereits Infizierten.
Südwestafrika, das heutige Namibia, wurde zuerst vermutlich vor 2.000 (bis 2.500) Jahren von den aus Zentral- oder sogar Nordafrika zugewanderten San besiedelt. Es sind zwar in Namibia Felsgravuren gefunden worden, die auf eine deutlich ältere Besiedlung als 2.000 Jahre hinweisen, die Felsmalereien in Twyfelfontein sind vermutlich über 10.000 Jahre alt, jedoch können sie nicht mit der erforderlichen Sicherheit den San zugeordnet werden. Deren eindeutig zuzuordnenden Felsmalereien sind zum Teil deutlich über tausend Jahre alt und wurden erst im 19./20. Jahrhundert gänzlich eingestellt.
Im Zuge der afrikanischen Nord-Süd-Völkerwanderung drangen im 17./18. Jahrhundert aus dem Betschuanaland (heutiges Botswana) zunächst die zu den Bantustämmen gehörenden viehzüchtenden Herero, im 19. Jahrhundert dann aus der Kapprovinz die (auch „Hottentotten” genannten) Nama und sodann aus gleicher Richtung die Afrikaner nach Namibia ein. Sie alle führten einen gnadenlosen, von den am Kap ansässigen Europäern unterstützten Vernichtungsfeldzug gegen die San und drängten diese in Richtung Osten in die Kalahari-Wüste ab, wo sie auf eine Wildbeuterwirtschaft reduziert wurden. Dort leben die San auch heute noch - von den Regierungen Südafrikas, Botswanas und Namibias mehr geduldet als willkommen, da sie sich bislang hartnäckig allen „Zivilisierungsbemühungen” widersetzen. Die Besiedelung durch deutsche Einwanderer begann gute hundert bis hundertfünfzig Jahre nach den ersten Einwanderern der heute dort lebenden schwarzen Stämme, und zweihundert Jahre nach der Besiedlung durch die Holländer, den sogenannten Buren oder Afrikaner am Kap und Umgebung, und der Gründung von Kapstadt, 1652, bzw. fast 400 Jahre nach der Entdeckung durch die Portugiesen (Bartolomeu Diaz, 1488) und der späteren Gründung einer Kolonie. Letztere hielt sich aber wegen zusehender Schwierigkeiten mit den Hottentotten nicht und wurde nach einer Strafexpedition des portugiesischen Vizekönigs, die samt seiner Person nie zurückkehrte, aufgegeben und später von den Holländern abgelöst.
Leutwein wurde als militärischer Befehlshaber von Deutsch-Südwest-Afrika abgelöst und durch den mit einer Truppenverstärkung von rund 15.000 Soldaten am 11. Juni 1904 anlandenden Generalleutnant Lothar von Trotha ersetzt. Dieser setzte als erste Maßnahme ein Kopfgeld von 5.000 Mark für die Gefangennahme Samuel Mahareros aus und bekämpfte die Herero mit aller Härte. Der sogenannte Schießbefehl Trothas und dessen Auswirkungen brachte die deutsche Truppe sehr in Verruf. Bei der Schlacht am Waterberg wurden die Herero am 14. August 1904 vernichtend geschlagen und aufgrund des Schießbefehls in die trockene Buschsteppe Omaheke nach Botswana abgedrängt, wo mehrere tausend Männer, Frauen und Kinder verdursteten (Genozid), während die wenigen Wasserstellen von der deutschen Schutztruppe besetzt wurden. Der Hererokrieg endete mit dem fast völligen Untergang des Restes dieses geschundenen Volkes, das schon zuvor in dem „Blutbad von Okahandja”, im August 1850, durch die Orlamhottentotten, und danach durch Samuel Mahareros eigenen Vater, dessen Name ebenfalls Maharero war, hatte hart leiden müssen und große Verluste erlitten hatte. Hererohäuptling Maharero hatte sich in den 1850er Jahren dem Oberbefehl des Orlamhottentottenchefs Jonker Afrikaner unterstellt und diverse Raubzüge für ihn gegen andere Hererostämme so wirkungsvoll und effektiv unternommen, dass der bekannte Afrika-Forscher Dr.Heinrich Vedder im Jahr 1858 feststellte: „Das Hererovolk hat, soweit wir es kennen, aufgehört zu bestehen”.
Nach der Schlacht am Waterberg erreichten nur etwa 2.000 Herero Botswana - unter ihnen ihr Häuptling Samuel Maharero.
Obwohl der Begriff „Völkermord” juristisch in diesem Fall umstritten ist (er wurde erst 1943 geprägt und erfüllt damit 1904 noch keinen Tatbestand), ist sich die Bundesrepublik Deutschland ihrer besonderen „Verantwortung bewusst”. Dennoch ist das Verhältnis zwischen den beiden Völkern heute erstaunlich gut, und Aussagen einiger Historiker aus dem Volk der Herero zufolge erfüllt die Geschichte sie, so wörtlich: „als altes Kriegervolk mit Stolz, gegen eine so große Nation wie Deutschland gekämpft zu haben.” Bei den jährlichen Festlichkeiten der Herero in Okahandja werden neben ihren eigenen Kriegern auch immer die gefallenen deutschen Soldaten geehrt. Dennoch vermeidet die deutsche Regierung ein umfassendes Schuldbekenntnis auch deshalb, um Entschädigungsforderungen der Nachkommen der Herero entgegenzutreten.
Am 9. Juli 1915 unterzeichneten der Kommandeur der Schutztruppe, Oberstleutnant Franke, sowie der kaiserliche Gouverneur Dr. Seitz und der Generaloberkommandeur der Südafrikanischen Union Louis Botha einen Waffenstillstandsvertrag, der einer Kapitulation gleichkam.
Das Verhalten Südafrikas war aber auch in Südwestafrika selbst auf zunehmenden und vom damaligen Ostblock massiv unterstützen Widerstand gestoßen. Die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes verlieh diesem Widerstand die gewünschte Legitimation, was letztlich sogar dazu führte, dass die mehrheitlich von den Ovambo getragene und von der Sowjetunion finanzierte Unabhängigkeitsbewegung SWAPO 1973 von der UNO das Alleinvertretungsrecht für Namibia zuerkannt bekam. Die Befürchtung Südafrikas, möglicherweise einen kommunistisch regierten Nachbarstaat zu bekommen, löste einen Jahrzehnte dauernden Guerilla-Krieg in Südwestafrika (und Angola) aus. Er endete - im Zusammenhang mit der Selbstauflösung des Ostblocks - 1988 mit dem Waffenstillstand zwischen Südafrika und Angola und der sich daran anschließenden Vorbereitung von Wahlen in Namibia.
Einige Farmbesitzer werfen der Regierung vor, Enteignungen von Farmen unter Missbrauch der Verfassung zu dulden oder zu planen. Die Enteignungen würden nicht Landlosen, sondern politischen Funktionären zugute kommen, oder seien in der Entschädigungshöhe oder der Begründung unangemessen. In Einzelfällen wird dabei auch Androhung von Gewalt vorgeworfen.
Im Gegensatz dazu ist das Straßennetz vergleichsweise gut ausgebaut und erschließt zuverlässig alle Teile des Landes. Es ist etwa 65.000 km lang, davon sind rund 60.000 km ungeteerte Natur-Pisten (Pad), die regelmäßig oder nach Bedarf mit dem Erdhobel instandgehalten werden. Nur die Hauptverbindungs- und Nationalstraßen sowie die wichtigsten innerstädtischen Straßen (etwa 5.000 km) sind geteert. Namibia weist einen hohen Motorisierungsgrad auf, was angesichts des nur rudimentär vorhandenen öffentlichen Personenverkehrs nicht verwundert. In Namibia herrscht, wie in der Republik Südafrika ebenfalls, Linksverkehr.
Namibia ist sehr gut in das internationale Flugnetz eingebunden und verfügt über eine eigene staatliche Fluglinie - die Air Namibia. Internationale Flughäfen besitzen die Landeshauptstadt Windhuk mit „Hosea Kutako (WDH)”, der etwa 40 km östlich der Stadt angelegt wurde, und die Hafenstadt Walfischbai. Weitere flugplanmäßig von der Air Namibia angeflogene Flughäfen befinden sich in Oranjemund, Lüderitz, Swakopmund, Etoscha-Mokuti und Katima Mulilo. Darüber hinaus verfügen jeder größere Ort von Namibia sowie sehr viele Farmen und Lodges über eigene, technisch mehr oder weniger gut ausgestattete Landeplätze, da es angesichts der Größe des Landes und des steigenden Anteils zahlungskräftiger Touristen eine Vielzahl nichtstaatlicher Flugverkehrsunternehmen und viele privater Flugzeugbesitzer gibt.
Die beiden einzigen Tiefwasser-Häfen befinden sich in Walfischbai, eine erst 1994 an Namibia übertragene Enklave der Republik Südafrika, und in Lüderitz.
Hauptartikel: Wirtschaft Namibias
Namibia hat ausgebaute internationale Flugverbindungen, ein bedarfsgerechtes Straßennetz und ist seit dem Ende der Apartheidspolitik wieder interessantes Reiseland. Insbesondere deutsche Touristen empfinden es als sehr angenehm, in Namibia auch mit Deutsch sehr gut auszukommen. Diese Entwicklung wurde durch den praktisch nicht vorhandenen Zeitunterschied zwischen Deutschland und Namibia gefördert. Aktuell stellt Europa nach Südafrika das mit Abstand größte, noch weiter wachsende Touristenkontingent des Landes.
Siehe auch: Naturschutzgebiete in Namibia und die zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten verfassten Artikel und
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