Frankfurt Medien Denkmal.jpg in Frankfurt am Main]] Nam June Paik (* 20. Juli 1932 in Seoul, Südkorea; † 29. Januar 2006 in Miami, Florida) war ein aus Südkorea stammender US-amerikanischer Musiker und bildender Künstler und gilt als ein Begründer der Video- und Medienkunst.
Als Mitglied von Fluxus trat er in den frühen 1960er Jahren mit diversen Performances auf, gelangte auf diesem Weg zur experimentellen Kunst und schließlich zur Arbeit mit Fernsehern als Kunstobjekten. Zunächst arbeitete er nicht mit Video, sondern manipulierte Fernseher, so dass sie das vorhandene Fernsehprogramm verändert und verzerrt wiedergaben. Er baute auch Klanginstallationen mit experimentell modifizierten Schallplattenspielern und Tonbandgeräten. Nachdem Sony in den späten 60er Jahren erschwingliche Videokameras und -rekorder auf den Markt brachte, ging er dazu über, auch Videobänder zu produzieren. Bei einem „24 Stunden-Happening“ mit Joseph Beuys verkündete Paik: „Das Fernsehen hat uns ein Leben lang attackiert, jetzt schlagen wir zurück“.
Gemeinsam mit dem japanischen Ingenieur Shuya Abe entwickelte er einen analogen Videosynthesizer, mit dem Fernseh- und Videobilder technisch - z.B. mit Farbveränderungen - manipuliert werden konnten. Die mit dem Videosynthesizer manipulierten Bilder wurden Grundlage seiner Videoinstallationen und Videobänder. Sein Video „Global Groove“ von 1973 nahm die Ästhetik von Musikvideos vorweg. Der bekennende Buddhist Paik ironisierte 1974 seinen Glauben mit »TV Buddha«, einer Closed Circuit Video-Installation mit einer Bronzefigur von Buddha, der gegenüber einem Bildschirm sitzt und über seine live-Aufnahme meditiert, die allerdings ein seitenrichtiges Abbild zeigt *.
In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren arbeitete er viel mit der Cellistin Charlotte Moorman zusammen. Bei einer Performance 1967 in New York, bei der die beiden Künstler bis zu Hüfte nackt aufgetreten waren, wurden sie von der Polizei festgenommen.
Seit 1980 erstellte Paik hauptsächlich Multi-Monitor-Videoinstallationen, in denen er Fernsehmonitore zu Skulpturen anordnete und mehrere Videosequenzen auf ihnen simultan mit rhythmischen Umschaltungen abspielte. 1982 erregte Paik durch eine spektakuläre Installation aus 384 Monitoren im Pariser Centre Pompidou Aufsehen. 1988, bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul präsentierte der Koreaner mit einem Medienturm aus 1.003 Monitoren mit dem Titel „The More The Better“ ein noch größeres Kunstobjekt.
Nam June Paik wurde US-Bürger und heiratete 1977 die japanisch-amerikanische Videokünstlerin Shigeko Kubota.
Eingeladen durch den damaligen Kommissar für den Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig, Klaus Bußmann, erhielt Paik als Kulturnomade 1993 zusammen mit dem in New York lebenden deutschen Künstler Hans Haacke den Goldenen Löwen für den besten Länderpavillon.
Sein Schaffen wurde mit zahlreichen Einzelausstellungen und Preisen gewürdigt. Viele seiner Objekte und Installationen sind in prominenten Museen zu besichtigen. Sein Neffe Ken Paik Hakuta leitet das Nam June Paik Studio in New York City.
1996 erlitt er einen Schlaganfall und war seitdem halbseitig gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Seine Kreativität war jedoch ungebrochen, mit Hilfe von Assistenten realisierte er seine künstlerischen Ideen. 1999 wählte ihn das ARTnews magazine zu den einflussreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Paik verfügte nach seinem Ableben eine Feuerbestattung, die Urne soll nach Korea überführt werden. Die Kyonggi Cultural Foundation plant, ein Paik-Museum in Yongin (Provinz Gyeonggi-do) zu erbauen. Es entsteht rund 30 Kilometer südlich von Seoul und wird nach den Plänen der Berliner Architektin Kirsten Schemel erbaut; die Eröffnung ist für Frühjahr 2008 angesetzt.
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