Unter Nahrungsmittelhilfe versteht man die Lieferung von Nahrungsmitteln aus Industrienationen an Krisengebiete. Sie ist eine bedeutsame Variante der Warenhilfe. Nahrungsmittelhilfe wird oft in Erdbebenregionen versendet oder über längeren Zeitraum in Entwicklungsländer zur Bekämpfung der dortigen Hungerkatastrophen.
Während früher Nahrungsmittel aus den Geberländern exportiert wurden, sind die meisten Staaten mittlerweile dazu übergegangen, die Nahrungsmittelhilfe auf lokalen Märkten in den Nachbarländern der Bedarfsregion zu erwerben, um so die lokale Wirtschaft zu stärken.
Nahrungsmittelhilfe ist nicht unproblematisch, da sie die Nahrungsmittelpreise auf den lokalen Märkten stark herabsetzt und somit die einheimische Landwirtschaft schädigt. Durch den Preisverfall werden für die Landwirte falsche Anreize für die eigene Produktion gesetzt. Es muss gewährleistet sein, dass die Nahrungsmittelhilfe nicht zum Zwecke der Devisienbeschaffung veräußert wird (um etwa in den Militärhaushalt zu fließen). Ferner ist sicherzustellen, dass die wirklich Bedürftigen die Nahrungsmittel erhalten und nicht nur die politisch angenehmen Gruppen. Dies kann beispielsweise durch Schulspeisungen oder Food-for-Work-Programme geschehen. Oft wird nicht auf die Ernährungsgewohnheiten des Empfängerlandes Rücksicht genommen, sodass hieraus ein Nachteil für die Produktion heimischer Produkte entsteht. Auf lange Dauer kann die Nahrungsmittelhilfe, wie im Fall von Ägypten, dauerhaft von einem Nahrungsmittellieferanten abhängig machen. Daher sollte Nahrungsmittelhilfe unter Auflagen gewährt werden, welche mittelfristig darauf abzielen, die Agrarproduktion des Entwicklungslandes zu stärken und zu stabilisieren. Humanitäre Hilfe
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