Als Nagel wird bei Primaten eine gewölbte, durchscheinende Keratinplatte auf der Oberseite der Finger- oder Zehenspitze bezeichnet, die einerseits dem Schutz der Fingerkuppen, andererseits der Unterstützung der Greiffunktion dient. Gruebchenbildung.jpg
__TOC__ Der Nagel liegt dem Nagelbett auf und ist mit diesem ausreichend fest verbunden, um sie als wirksame Kratz- und Ritz- und Zupfwerkzeuge einsetzen zu können. Zu diesem Zweck ist die Dermis (Lederhaut) auch fest mit dem Periost (Knochenhaut) der darunterliegenden Knochen verbunden und es fehlt eine subkutane Fettschicht. Wie wichtig der Nagel für diese Funktionen ist, wird auch an der vorhandenen dichten sensiblen Innervierung erkennbar - wie jeder aus eigener Erfahrung weiß, der sich schon einmal einen Fremdkörper unter den Nagel eingezogen hat.
Nägel bestehen aus 100 bis 150 unregelmäßig übereinander geschichteten Lagen von Hornzellen und sind normalerweise zwischen 0,5 und 0,7 mm stark.
Der Halbmond im Bereich des Nagels wird in der Medizin als "Lunula" bezeichnet.
Als Merkregel gilt: Betrifft eine Störung die Nagelmatrix, so wächst die Nagelläsion aus. Betrifft sie das Nagelbett, handelt es sich um eine ortsbeständige Läsion.
Ein beim Menschen häufiger Ausdruck von Nervosität ist das Abkauen der überstehenden Teile der Fingernägel und der Nagelhaut, siehe Fingernägelkauen.
Brüchige und splitternde Nägel können Anzeichen für einen Mangel an Biotin (Vitamin H) sein. Biotin ist essentiell für die Bildung der Hornsubstanz Keratin und trägt somit wesentlich zum gesunden Wachstum von Haut, Haaren und Fingernägeln bei.
Durch Haut- oder Nagelverletzungen (u.a.) kann es zu einem Befall durch Nagelpilz (Nagelmykose) kommen, durch den Farbe und Form der Nägel beeinträchtigt werden. Eine Behandlung etwa an den nur langsam wachsenden Fußnägeln ist langwierig. Viele systemische Erkrankungen hinterlassen auch Symptome an den Nägeln. So zum Beispiel die Psoriasis. Sie hinterlässt als charakteristische Veränderungen Tüpfelnägel und Ölflecke und im Extremfall Krümelnägel als Zeichen einer vollständigen Nageldystrophie.
Verletzungen am Nagelbett, zum Beispiel durch Einklemmen in einer Tür o.ä., bleiben meist ein Leben lang sichtbar.
In der Rettungsmedizin ist die Fingernagelprobe eine Methode zur groben Feststellung des Blutdruckes, insbesondere bei wenig Zeit für die Untersuchung eines jeden Verletzten (bei Katastrophen u. Unfällen). Dabei wird der Nagel kurz ins Nagelbett gedrückt, so dass sich dieses weiß färbt. Ist die Zeit bis zur Wiedereinfärbung länger als eine Sekunde, liegt eine Mangeldurchblutung vor.
Als Fingernagelprobe werden auch Materialprüfungen bezeichnet bei denen der Nagel in das Material eingedrückt wird und dann auf Verformungen o.ä. geachtet wird.
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"Nagel (Anatomie)".
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