article

Ein Nachtreisezug ist eine Zuggattung des Schienenpersonenfernverkehrs. In Nachtreisezügen werden verschiedene Wagentypen eingesetzt:

  • Schlafwagen mit einem bis drei Betten pro Abteil, mit Waschecke, gelegentlich mit Dusche und WC-Raum im Abteil (Deluxeabteil)
  • Liegewagen mit vier oder sechs Betten pro Abteil
  • Liegesitzwagen mit nach hinten klappbaren Sitzlehnen („Ruhesessel“)
  • Sitzwagen
  • in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sind auch noch andere Wagentypen im Einsatz, etwa Abteile mit acht Betten oder auch Liegewagen ohne Abteileinteilung.

Nachtreisezüge zeichnet im Gegensatz zu normalen Zügen des Fernverkehrs aus, dass sie über Nacht lange Strecken zurücklegen, teilweise mit niedrigerer Reisegeschwindigkeit und über weite Strecken ohne Unterwegshalt. Sie werden oft geflügelt, so dass von einem Ausgangsbahnhof ohne Umsteigen viele Ziele erreicht werden können. Die Zielvorstellung ist nicht, schnell den Zielort zu erreichen, sondern die nächtliche Schlafenszeit zur Reise zu nutzen.

Die ersten Nachtreisezüge in Deutschland verkehrten 1852 - nachdem der preußische Staat für jeden ausgefallenen Nachtreisezug eine Strafe von 100 Talern angedroht hatte. Diese Nachtreisezüge bestanden nur aus Sitzwagen und bescherten den Eisenbahngesellschaften einen nicht erwarteten Extra-Gewinn. In einigen Ländern (Russland, Ukraine, Polen) sind Nachtreisezüge, nicht zuletzt auch aufgrund der großen Fläche dieser Länder bis heute die Stütze des Fernverkehrs, in Deutschland ist das Nachtreisezugnetz nach der Bahnreform durch den Wegfall von Kurswagenverbindungen auf wenige Verbindungen reduziert worden, wurde jedoch durch Modernisierung des Wagenmaterials wieder aufgewertet.

Siehe auch


Sleeping car | 寝台車 (鉄道) | Nattåg

Zug

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Nachtreisezug".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld