Das National Television System Committee (NTSC) ist ein Farbübertragungssystem für Fernsehsignale, das in weiten Teilen Amerikas und einigen Ländern Ostasiens verwendet wird.
Im Januar 1950 wurde das Komitee wieder einberufen um eine Entscheidung über das Farbfernsehen zu treffen. Im März 1953 stimmten die Mitglieder einstimmig dem heute allgemein unter dem Begriff NTSC bekannten Standard zu. Dieser neue Standard besaß allerdings volle Abwärtskompatibilität zum alten Schwarzweiß-Standard.
Das FCC stimmte Anfang 1950 kurzfristig einem anderen Farbfernsehstandard zu. Er wurde vom Columbia Broadcasting Inc. (CBS) entwickelt und war zum alten Schwarzweiß inkompatibel. Es benutze wechselnde Farbmischungen, reduzierte die Linienanzahl von 525 auf 405 und erhöhte die Rate der Einzelfelder von normalerweise 60 (in 2 Halbbildern zu effektiven 30 Fps) auf 144 (was aber durch 6 verschiedene Felder effektiv nur 24 Vollbilder ergab). Die Verzögerungstaktik der RCA verhinderte den Einsatz dieses Systems bis Mitte 1951 und die eigentliche Ausstrahlung mit diesem System lief nur ein paar Monate, bis die National Production Authority (NPA) (dt.: staatliche Produktionsaufsicht) das System verbot. Die meisten der bis dahin hergestellten Empfangsgeräte wurden danach verschrottet, heute existieren nur noch zwei Geräte. Offiziell abgeschafft wurde der Standard 1953 von der FCC und wurde noch im selben Jahr vom farbigen NTSC-Standard ersetzt, der unter Einbeziehung vieler Firmen, darunter RCA und Philco, entwickelt worden war. Eine Variante des CBS-Systems wurde später von der NASA verwendet, um die Bilder der Astronauten aus dem Weltraum zu übertragen.
Über ein drittes, zeilenwechselndes System der Color Television, Incorporated (CTI) wurde ebenfalls nachgedacht. Dementsprechend nannte man später das CBS-System feldwechselndes und das NTSC-Format punktwechselndes.
Die erste im freien Handel verfügbare NTSC-Farbkamera war die RCA TK-40A im März 1954, die später durch die verbesserte Version TK-41 ersetzt wurde. Diese wurde die am häufigsten verwendete Filmkamera der 60er-Jahre.
Der NTSC-Standard wurde dennoch trotz aller Bemühungen nur von wenigen Industriestaten neben den USA übernommen, vor allem Kanada und von Japan. Die Karte zeigt es deutlich. Europa hatte später einen grandiosen Streit zwischen SECAM und PAL hinter sich und war dadurch geteilt. Südamerika hat sich fast geschlossen für ein NTSC ähnliches PAL entschieden.
Im digitalen Bereich, zum Beispiel auf DVDs, bezeichnet NTSC nur mehr das Bildformat von 720 x 480 Bildpunkten bei 29,97 Vollbildern pro Sekunde. Die übrigen oben aufgezählten Eigenschaften sind für digitale Signale nicht mehr relevant.
Die NTSC-Bildwiederholungsrate lief anfangs, in Anlehnung an das in den USA übliche Wechselstromnetz, mit genau 60 Hz. Es war günstiger, die Bildwiederholrate an die Frequenz der Energiequelle anzupassen, da sonst in der Nähe starker Stromquellen laufende Balken auf dem Bildschirm sichtbar wären. Die Angleichung der Wiederholrate an die Stromversorgung war außerdem für die frühen Liveübertragungen hilfreich: Es war so sehr einfach, die Kamera dazu zu bringen ein Bild zu speichern, wenn man die Wechselspannung als Blendenauslöser verwendete. Im Farbsystem wurde die Wiederholrate dann leicht nach unten auf 59,94 Hz abgesenkt.
Die unterschiedliche Bildwiederholrate zwischen NTSC und den anderen beiden Bildformaten, PAL und SECAM, ist das größte Hindernis bei einer Videoumwandlung. Da die Bildwiederholrate von NTSC höher ist, ist es für die Videobearbeitungsgeräte nötig, bei Umwandlung in NTSC die fehlenden Bilder aus benachbarten Bildern zusammenzurechnen. Dies erzeugt Artefakte, die ein geübtes Auge schnell als umgewandelte Videodateien erkennen kann.
Um die Farbgebung einzubauen, moduliert das NTSC-Format die Farbinformationen in eine Trägerwelle mit einer Frequenz von 3,579545 MHz (also genau 315/88). Die Trägerwelle selbst wird während der Übertragung unterdrückt, aber sie wird durch das Senden eines sinusförmigen Resonanzsignals synchronisiert, welches man colorburst nennt. Es befindet sich am Anfang jeder Bildzeile, in eigentlich ungenutzten Takten zwischen dem waagerechten Synchronisierungsimpuls und dem eigentlichen Start der Bildzeile. Der Colorburst selbst besteht aus acht bis zehn Takten der unmodulierten Trägerwelle mit 180° Polarisation. Die Farbinformationen werden dann an den farbigen Stellen der Bildzeile eingefügt. Wenn das Signal korrekt entschlüsselt worden ist, legt die Amplitude der Trägerwelle mit der Polarisation in Verhältnis zum Colorburst die korrekte Farbe fest.
Da bei der QAM der Träger unterdrückt ist, dieser für die Demodulation aber benötigt wird, generiert man ihn in einem Quarz-Oszillator im Empfänger neu, wobei dieser von dem Burst synchronisiert wird, von welchem pro Fernsehbildzeile einige wenige Perioden auf der hinteren Schwarzschulter des FBAS-Signals übertragen werden.
Das Hinzufügen dieser Trägerwelle war der Grund für die leichte Anpassung der Bildwiederholrate, denn wenn NTSC über das VHF- oder UHF-Band gesendet wird, so ist das zugehörige Audiosignal genau 4,5 MHz höher. Kommt es nun zu einer leichten Signalstörung, die in vielen Empfängern leicht auftreten kann, könnte die bei 3,58 MHz liegende Bildträgerwelle leicht durch die Audiowelle gestört werden, die ein Punktemuster auf den Bildschirm zeichnet. Die Anpassung der Bildrate sorgte dafür, dass möglicherweise auftretende Störungen sich nicht bemerkbar machen würden.
Gebräuchlich in den Systemen Nordamerikas Motorola (GI):
Stellt man sich die Modulation im Zeigerdiagramm vor, so steckt beim jeweiligen Zeiger in der Phase der Farbton, in der Länge des Zeigers die Farbsättigung. Phasenverschiebungen, die in der gesamten Übertragungskette auftreten können (vor allem beim herkömmlichen terrestrischen Empfang, weniger über Kabel oder Satellit), wirken sich dadurch als Farbtonfehler aus. Dieser lässt sich im Prinzip nicht automatisch korrigieren. Fernsehgeräte mit NTSC-Farbteil haben deshalb traditionell gegenüber PAL-Geräten eine zusätzliche Einstellmöglichkeit, den Farbtonregler (engl. "hue control" oder "tint control").
Die meisten neueren Geräte haben allerdings doch Schaltkreise zur automatischen Regelung des Farbtons. Dabei wird vor allem eine Natürlichkeit von Haut- und Gesichtsfarben angestrebt, da Fehler in diesem Bereich am stärksten auffallen. Um dies zu erreichen, werden mit dem Vertical-Interval-Reference-Verfahren (VIR) einige Referenzwerte (schwarz, 50 % grau und "Hautfarben") in Bildzeile 19 übertragen. Da diese Referenzwerte als normaler Bildinhalt (aber noch unsichtbar im oberen Bildrand) gesendet werden, ist die Kompatibilität zu alten Empfängern gewährleistet.
Aufgrund der oft auffallenden Farbfehler beim NTSC-Verfahren existiert eine scherzhafte Deutung der Abkürzung NTSC, die entweder als "Never The Same Color" oder "Never twice the same color" geläufig ist. Dies heißt soviel wie "Niemals (zweimal) die selbe Farbe", womit spöttisch auf die Problematik hingewiesen wird, dass selbst bei geringsten Übertragungsfehlern – besonders im Farbbereich von Gesichtsfarben – sichtbare bis störende Verfärbungen ausgelöst werden.
| Nordamerika: | |
| Zentralamerika: | |
| Südamerika: | |
| Asien: | |
| Pazifik: |
NTSC | NTSC | NTSC | NTSC | NTSC | National Television System Committee | NTSC | NTSC | NTSC | NTSC | National Television Standards Committee | NTSC | NTSC | NTSC | NTSC
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"National Television Systems Commitee".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world