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NSU ist ein berühmter deutscher Fahrrad-, Motorroller-, Motorrad- und Automobilhersteller. Er war maßgeblich an der frühen Entwicklung der Motorräder in Deutschland beteiligt.
Die Fahrradherstellung begann 1886. Germania war das erste Hochrad von NSU, später folgten auch Niederräder. Das Unternehmen nannte sich 1897 „Neckarsulmer Fahrradwerke A.G.“. Ab 1901 wurden auch Motorräder produziert. Der Motor mit 211 cm³ kam dafür aus Zürich von Zürich & Lüthi. Das Neckarsulmer Motorrad hatte dabei 40 km/h Spitzengeschwindigkeit. 1906 begann die Entwicklung von Automobilen und daher 1913 die Umfirmierung in „Neckarsulmer Fahrzeugwerke AG“ und NSU wurde offiziell das Markenzeichen. Das Unternehmen beschäftigte zu dem Zeitpunkt etwa 2.000 Menschen und erlangte mit dem 1927 bis ´29 produzierten Modell 501 T und der Luxusvariante, der 501 L, einen hohen Bekanntheitsgrad. Diese 501er Modelle wurden wegen ihrer Zuverlässigkeit auch als "Neckarsulmer Traktor" bezeichnet.
1932 wurde die Autoproduktion eingestellt, nachdem die Fiat-AG das Automobilwerk in Heilbronn übernommen hatte (später NSU-Fiat).
Nachdem Otto Reiz, der Chefkonstukteur von NSU 1930 durch den ehemaligen Konstukteur von Norton Motors Ltd. (England), Walter William Moore, abgelöst wurde, änderten sich die Konstuktionen und die Modellausführungen radikal. Nach den Erfolgen der Super-Sportmodelle 500 SS und 600 SS kamen bald auch die Serienmodelle 201, 251, 351, 501, 601 OSL und 351 OT auf den Markt. Dass sie größtenteils Ähnlichkeiten mit den Modellen von Norton hatten, kommt daher, dass Moore die Erfahrungen und Konstuktionen aus dem englischen Motorradbau mit einbrachte. So ist z. B. bei den OSL-Modellen mit Fußschaltung der Schalthebel auf der rechten Seite. Ebenso ist der Kickstarter auf dieser Seite zu finden. Auch die Schwachstellen sind ähnlich wie bei den englischen Modellen von Norton: gelegentlich Ölundichtigkeiten und anfällige Vergaser (AMAL-Vergaser). Im großen und ganzen erreichte das Unternehmen mit diesen Modellen den Höhepunkt vor dem Krieg. Doch vor Kriegsausbruch 1939 floh Moore nach England und an seine Selle rückte Alfred Roder. Nun galt es Fahrzeuge und Aggregate für die Wehrmacht bereitzustellen. Während des 2. Weltkrieges wurde im Werk Neckarsulm das bekannte Kettenkrad Typ HK 101 entwickelt, ein Halbkettenfahrzeug mit Motorradgabel. Es wurde während des Krieges für die Wehrmacht und nach dem Ende des Krieges für die Land- und Forstwirtschaft produziert. Der Motor stammte vom PKW Opel Olympia, da NSU keinen genügend starken Motor im Programm hatte.
Ab 1947 begann nach dem Krieg erneut die Motorradproduktion. Zunächst baute man wieder die Vorkriegsmodelle QUICK und 251 OSL. Im Jahr 1949 kam als erste Neukonstruktion die NSU Fox 101 OSB heraus. Bereits 1955 war NSU der größte Motorradhersteller der Welt. Besonders berühmt war die NSU Max 251 OSB, eine 250 cm³-Maschine mit obenliegender Nockenwelle und interessantem Ventiltrieb durch zwei Schubstangen. Für den "kleinen Mann" gab es die NSU Quick (100 cm³, mit Pedalantrieb), Pony (ebenfalls 100 cm³, mit Fußrasten), das Moped NSU Quickly und die NSU-Lambretta, einen Lizenzbau des italienischen Lambretta-Motorrollers. Weitere Modelle waren die Lux (200 cm³ Zweitakt) sowie die Konsul mit 350 cm³ oder 500 cm³ Hubraum (351 OS-T bzw. 501 OS-T).
NSU-Motorräder waren auf vielen Rennstrecken zu Hause und fuhren Weltrekorde ein. Die Duelle zwischen Heiner Fleischmann (NSU) und Georg "Schorsch" Meier (BMW) haben in der Nachkriegszeit Motorrad-Renngeschichte geschrieben, ebenso Wilhelm Herz, Werner Haas, der 1954 tödlich verunglückte Rupert Hollaus und das Seitenwagen-Gespann Böhm-Fuchs. Einen starken Werbeeffekt hatte auch 1950 der Einsatz des Thouret-Damentrios mit Ilse Thouret und ihren Töchtern Elga und Anneliese mit NSU-Lambrettas bei nationalen Rallyes.
Die Motorradproduktion endete jedoch mit dem Abebben der Motorradwelle 1963, die Herstellung von Fahrrädern Mitte der 1960er Jahre.
Einige Weltrekorde:
1953 wurde der erste Nachkriegswagen, der NSU Prinz entwickelt, zunächst als Kabinenroller mit dem Motor des Max-Motorrades, dann als vierrädriges Auto mit einem (auch von dem Max-Motor abgeleiteten) 583 cm³-Zweizylinder-Heckmotor und 20 PS (15 kW). 1957 wurde der Wagen auf der IAA vorgestellt. Ihm folgte 1961 der Prinz 4 im typischen "Badewannen-Design", das eine gute Raumökonomie bot. 1959 kam der Sportprinz auf den Markt. Der NSU Sport Prinz war ein Coupe mit 2 1/2 Sitzen, weil er hinten nur ein dünn gepolstertes Brett hatte, den sog. Notsitz. Die Karosserie wurde von Bertone entworfen. Der Sportprinz sah aus wie der Wankel Spider mit Ausnahme des festen Dachs, das wahlweise über ein Schiebedach verfügte. Er verfügte auch nicht über die Lufteinlassschlitze wie der Wankel Spider, da das Prinz-Triebwerk nicht wassergekühlt war wie der Wankelmotor. Das Fahrwerk wurde ebenso vom NSU Prinz übernommen. NSU_TT_am_1975-07-13_15.17_h.jpg Der Rennsport ließ auch den Autobereich nicht außer acht. Bereits der Prinz 4 konnte bei Rallyes mithalten, größere Erfolge gab es dann mit dem Prinz 1000, dem 1200 TT und dem 1000 TTS, mit einem im Heck querstehenden luftgekühlten OHC-Vierzylinder, diesmal mit einem Kettenantrieb für die Nockenwelle. Diese Fahrzeuge waren als Sportlimousinen konzipiert, die mit geringem Leistungsgewicht das spätere Konzept des VW Golf GTI vorwegnahmen. So holte der 1000 TTS aus 998 cm³ Hubraum serienmäßig 70 PS (51 kW, VW Käfer 34 PS ~= 25 kW), getunt auch über 85 PS (62 kW). Dies entsprach damals der Motorleistung von Fahrzeugen der gehobenen Mittelklasse und Oberklasse, das Fahrzeug brachte jedoch weniger als 700 kg auf die Waage. Wegen ihrer Wendigkeit waren die TTS besonders erfolgreich bei den Slalom-Wettbewerben, noch lange, nachdem ihre Produktion eingestellt wurde.
Der NSU-TT-Motor diente auch zur Motorisierung des damals stärksten Serienmotorrades der Welt, der Münch Mammut.
Berühmt wurden auch der NSU Wankel Spider, das erste Fahrzeug mit Wankelmotor (1964) und der NSU Ro80 (1967), eine Limousine der gehobenen Mittelklasse mit Wankelmotor, richtungweisendem Keilform-Design von Klaus Luthe und für damalige Verhältnisse sehr günstigem cW-Wert.
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