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Als „NS-Staat“, „Nationalsozialistisches Deutschland“, „Hitlerdeutschland“ bezeichnet man das deutsche Staatswesen, das von den deutschen Nationalsozialisten unter Adolf Hitler ab 1933 in Deutschland errichtet wurde und mit der Niederlage im Zweiten Weltkrieg im Mai 1945 seinen Untergang erlebte. Die Eigenbezeichnung des Staates war, wie auch zur Zeit des deutschen Kaiserreichs (1871-1918) und der Weimarer Republik (1918/19-1933), „Deutsches Reich“. Eine auch heute häufig benutzte, aber nicht offizielle Bezeichnung lautet „Drittes Reich“.

Entstehung


Siehe auch: Untergang der Weimarer Republik, Machtergreifung

Der NS-Staat entstand als Nachfolger der Weimarer Republik. Ein Gründungsdatum im eigentlichen Sinn existiert nicht, als definierende Eckpunkte gelten: die „Machtergreifung“ im engeren Sinn (Ernennung Hitlers zum Reichskanzler) vom 30. Januar 1933, das „Ermächtigungsgesetz“ (Entmachtung des Reichstags) vom 24. März 1933, das „Gleichschaltungsgesetz“ (Abschaffung der Länderparlamente) vom 30. März 1933, die Reichstagswahl vom 12. November 1933 (nach Verbot aller Parteien außer der NSDAP), die Volksabstimmung über die Wahl Hitlers zum Reichspräsidenten und Vereidigung der Reichswehr auf Hitler am 19. August 1934. Nach Durchführung dieser und weiterer Schritte war die Weimarer Republik liquidiert; Deutschland war ein totalitärer, weitgehend gleichgeschalteter Einparteien- und Führerstaat mit einem mit unbeschränkter Machtfülle ausgestatteten Diktator Adolf Hitler geworden. Regimegegner und Konkurrenten aus den eigenen Reihen wurden eingesperrt oder ausgeschaltet (Einrichtung von Konzentrationslagern ab 1933, Röhmputsch 1934), „rassisch unerwünschte“ Teile der Bevölkerung, insbesondere Juden, wurden schikaniert (Berufsbeamtengesetz 1933, Nürnberger Rassengesetze 1935) und schließlich auf die „Abschußliste“ gesetzt (Novemberprogrome 1938, Madagaskarplan, „Endlösung der Judenfrage“).

Gliederung und Staatsgrenzen


Deutschland wurde unter dem NS-Staat in Reichsgaue aufgeteilt, die einem Gauleiter unterstanden und auf der Organisationsstruktur der NSDAP in Parteigaue beruhten. Die vorher bestehenden Länder wurden dazu 1934 abgeschafft.

Ausgehend von den Grenzen der Weimarer Republik eignete sich das Dritte Reich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine Anzahl von Gebieten auf legalem oder illegalem Weg an. Dazu gehörten:

Organisation


Staatsoberhaupt („Führer und Reichskanzler“) des dritten Reichs war Adolf Hitler.

Ministerien

Zu den Ministerien gehörten (abgesetzt die zugehörigen Minister):

Sicherheitsapparat und Militär

Eine Sonderrolle kam dem „Reichsführer-SSHeinrich Himmler zu, dem praktisch der gesamte Sicherheitsapparat abzüglich des Militärs unterstand. Nach der Liquidierung großer Teile der SA-Führungsschicht im Röhm-Putsch 1934 entwickelte sich die SS zur Schaltzentrale und zum "Gehirn" des NS-Systems. Ziel der Machtkonzentration war der Aufbau einer parallelen, auf Überwachung ausgerichteten Struktur („Staat im Staate“). Diese trat zeitweise in Konkurrenz zu dem traditionellen Ministerialsystem, insbesondere nach der Übernahme von Verwaltungsfunktionen in den besetzten Gebieten (siehe Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete). Zudem diente die SS der Elitenbildung mit starker Bindung an den „Führer“.

Eine der zentralsten Einrichtungen war das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) unter Reinhard Heydrich, später Ernst Kaltenbrunner. Es entstand aus der Zusammenlegung von Sicherheitspolizei (SIPO) und Sicherheitsdienst (SD). Dem RSHA unterstand unter anderem die „Geheime Staatspolizei“ (Gestapo) unter Heinrich Müller, bei der wiederum Adolf Eichmann für die Organisation der Judentransporte in die Vernichtungslager zuständig war.

''Zur Organisation der SS siehe: Organisationsstruktur der SS, SS-Hauptämter

Das Militär, ab 1935 die Deutsche Wehrmacht, war wie folgt gegliedert:

Justiz

Zu den Gerichten im NS-Staat gehörten:

Verbände und Massenorganisationen

Die Organisation des NS-Staats stützte sich stark auf die Parteiapparate der NSDAP und ihrer Unterorganisationen. Nach der Machtergreifung wurden Nichtparteimitglieder in führenden Verwaltungspositionen schrittweise durch Parteikader ersetzt. Dies erstreckte sich auch auf die Verbände und Organisationen des öffentlichen Lebens, später wurden diese sämtlich gleichgeschaltet (in Einheitsorganisationen überführt) und der Kontrolle des NS-Apparats unterstellt. Eine wichtige Rolle als Mittler zwischen Parteibasis und NS-Führungsspitze spielte der Leiter der Parteikanzlei der NSDAP Martin Bormann. Näheres siehe Struktur der NSDAP.

Siehe auch


Literatur


  • Kershaw, Ian: Der NS-Staat - Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick. Rowohlt, Reinbek 1999, ISBN 3-499-60796-4

Weblinks


Nationalsozialismus

Нацистка Германия | Nazi Germany | Nazia Germanio | Jerman Nazi | Germania nazista | Nazi Duitsland

 

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