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Das NOS-Stereosystem beschreibt eine besondere Mikrofonanordnung für die stereophone Tonaufnahme. Diese Mikrofonierung wurde um das Jahr 1960 von Toningenieuren des niederländischen Rundfunks, genannt Nederlandse Omroep Stichting, entwickelt. Darum NOS.

Durch eine Reihe praktischer Versuche fanden sie ein Stereo-Hauptmikrofonsystem, das eine recht gleichmäßige Verteilung der Phantom-Schallquellen auf der Stereo-Lautsprecherbasis (Hörereignisrichtung) ergibt, bei einem wirksamen Aufnahmebereich des Mikrofonsystems von ± 40,5° = 81°. Dieses System wurde empirisch mit zwei Kleinmikrofonen in Nierencharakteristik festgelegt. Es ergab sich hierbei ein Gesamt-Achsenwinkel, der mit α = ± 45° = 90° nach außen gewinkelt ist und eine Mikrofonbasis von a = 30 cm hat. Der manchmal wegen der scheinbaren Anschaulichkeit unrichtig zitierte Ohrabstand am menschlichen Kopf ist dabei nicht von Belang, denn dieser Abstand hat in den Lautsprechersignalen absolut keine Bedeutung.

Bei der Bildung der jeweiligen Hörereignisrichtung wirken frequenzunabhängige Pegeldifferenzen ∆ L und gleichsinnige Laufzeitdifferenzen ∆ t als Interchannel-Signale (Lautsprechersignale) zusammen. Diese Aufnahmetechnik wird gemischte Stereofonie oder Äquivalenz-Stereofonie genannt. Somit wird gleichzeitig die Intensitätsstereofonie und die Laufzeitstereofonie angewendet. Das Verwenden dieser Signaldifferenzen wird mit Äquivalenz bezeichnet.

Üblicherweise muss dieses spezielle Mikrofonsystem vom Toningenieur aus zwei Einzel-Kleinmikrofonen zusammengesetzt werden. Doppelmembranmikrofone sollten wegen der unausgeglichenen Richtcharakteristiken und der größeren Phasengänge nicht dazu verwendet werden.

Es erscheint ratsam, selbst mit den beiden Parametern Achsenwinkel α und Mikrofonbasis a zu experimentieren.

Eine Tonaufnahme mit einem Hauptmikrofonsystem wird häufig noch durch Stützmikrofone ergänzt.

Siehe auch


Äquivalenzstereofonie > ORTF-Stereosystem

Weblinks


Raumklang

 

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