Das Volkskommissariat für innere Angelegenheiten oder NKWD war eine sowjetische Behörde, die als Träger der Geheimpolizei gefürchtet war und unter diesem Namen von 1934 bis 1946 bestand, dann ins MWD (Ministerium für innere Angelegenheiten) überführt und 1954 zum KGB umgewandelt wurde.
Dem NKWD, von dem der staatlich organisierte Terror in der Sowjetunion und den von ihr okkupierten Gebieten ausgeführt wurde, waren die Inneren Streitkräfte, Polizei, Gefängnisse und die Lager des GULag zugeordnet.
Die Bezeichnung NKWD (russ. НКВД) ist die ins Deutsche übernommene Abkürzung der sowjetischen Bezeichnung dieser Behörde (russ. Народный комиссариат внутренних дел ; Narodny Kommissariat Wnutrnnich Djel).
Die 1917 unter Lenin gegründete Tscheka wurde 1922 zur GPU (Gossudarstwennoje Polititscheskoje Uprawlenije - Staatliche politische Verwaltung) umgebildet und 1934 dem zu dieser Zeit gebildeten NKWD angegliedert. Die Geheimpolizei wurde 1941 ausgegliedert (siehe NKGB und KGB).
Auf das Konto des NKWD geht die massenhafte und meist auch nach sowjetischem Recht jeder Grundlage entbehrende Ermordung von Teilen vieler Volksgruppen und die Verfolgung vieler Regimekritiker (so in der sogenannten Großen Säuberung, Stalinsche Säuberungen, Katyn), die oft ohne Prozess oder in Prozessen ohne rechtsstaatliche Grundlage zu jahre- oder lebenslangem Arbeitslager (Gulag) oder zum Tode verurteilt wurden (Kurapaty, Kolyma).
In die Zuständigkeit des NKWD (ab 1946 MWD) gehörten während und nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Kriegsgefangenenlager. Dafür war im NKWD die Hauptverwaltung für Angelegenheiten der Kriegsgefangenen und Internierten - kurz GUPWI – eingerichtet. Das NKWD – später das MWD – bestimmten über Standorte und Einrichtung der Lager, über Behandlung und Einsatz der Kriegsgefangenen und entschieden auch über deren Repatriierung. Die über alle Kriegsgefangenen angelegten, jetzt zugänglichen Personalakten – Utscheno Djelo / russ. Учетное Дело – befinden sich im Gewahrsam des Föderalen Archivdienstes Rußlands – Reichsstiftung - Russisches Reichskriegsarchiv (RGWA), Moskau.
Bei den Kriegsgefangenen gesammeltes geheimdienstliches Material wird offensichtlich andernorts verwahrt und ist (noch) nicht zugänglich – siehe dazu Näheres in der Diskussion.
NKWD-Chef Genrich Jagoda wurde am 26. September 1936 von Nikolai Iwanowitsch Jeschow abgelöst. Am 24. November 1938 wurde Lawrenti Pawlowitsch Berija Chef des Geheimdienstes NKWD.
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs unterstanden dem NKWD die Speziallager in der SBZ.
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