Eidgenössische Flugzeugwerke Emmen N-20 (auch: EFW N-20) Aiguillon war ein schweizer Strahlflugzeugprojekt. Es handelte sich um ein Mitteldecker-Delta-Kampfflugzeug mit Strahlantrieb und Druckkabine in Ganzmetallbauweise.
Noch während des Zweiten Weltkrieges begannen in der Schweiz Ingenieure mit der Planung von düsengetriebenen Kampfflugzeugen, wobei die P-Projekte schließlich zur P-16 führten. Die N-Projekte hingegen wurden von der Vorgängerfirma der RUAG Aerospace in Emmen entwickelt. Es gab umfangreiche Entwurfsarbeiten, welche die Auslegung der Flugzeugform, die Triebwerksvarianten und die Triebwerksposition umfassten. Neben ausländischen Triebwerken wurden auch schweizerische Eigenentwicklungen berücksichtigt, etwa eine Sonderform des Strahltriebwerks, bei der Haupttriebwerke Zapfluft an Nebentriebwerke abgaben, um diese in der Leistung zu steigern.
Da die schweizer Industrie noch keinerlei Erfahrung mit dem Flugzeugbau und der Aerodynamik von Düsenflugzeugen hatte, wurden unzählige Windkanalmodelle hergestellt. Zusätzlich wurde ein zweisitziges Segelflugzeug im Maßstab 0,6:1 zur geplanten N-20 gebaut. Die Maschine besass ein JATO-Feststoffraketentriebwerk mit dem er selbständig Starten konnte und die für Tests nötige Flughöhe erreichte. Bei einem Landeunfall am 1. Juli 1949 wurde die Maschine jedoch zerstört.
Daraufhin wurde beschlossen, erneut ein Versuchsflugzeug in verkleinertem Massstab zu bauen, diesmal jedoch mit vier Strahltriebwerken ausgerüstet, jeweils eins ober- und unterhalb jedes Tragflügels. Dieses Flugzeug mit der Bezeichnung N-20.2 Arbalète ist heute im Verkehrshaus Luzern ausgestellt.
Der N-20-Prototyp, der in Originalgrösse gebaut wurde, verfügte über einen absprengbaren Bug, der nach Auslösung im Notfall an einem Fallschirm zu Boden glitt. Ein geplantes Head-Up-Display kam beim Prototypen nicht zum Einsatz. Um sich bei Funkstille verständigen zu können, war die N-20 mit Signalraketen im Heck ausgerüstet.
Sie verfügte über ausklappbare Canards vor dem Flügel am Rumpf, welche die Langsamflugeigenschaften wesentlich verbesserten. Die N-20 verfügte über jeweils zwei Haupttriebwerke im Flügelprofil und vier Nebentriebwerke in jedem Flügel. Also verfügte das Flugzeug über vier Triebwerke und acht Nachbrenner. Der Abgasstrahl konnte mit Hilfe von Klappen nach schräg unten geleitet werden, um die Startstrecke zu verkürzen. Die Abmessungen der N-20 entsprechen etwa der des P-16 und waren so ausgelegt, dass das Flugzeug ohne Probleme aus einer Flugzeugkaverne betrieben werden könnte.
Es waren vier verschiedene Waffenwannen geplant:
Es zeigte sich jedoch bei den diversen Tests, dass die Triebwerke die gewünschte Leistung nicht erbringen würden. Darum startete man das Projekt N-20.20 Harpon. Das Flugzeug entsprach in etwa der N-20, besass jedoch in der Flügelwurzel je ein herkömmliches Triebwerk Rolls-Royce Sapphire oder Avon. Der Flügel wurde etwas dünner und das Hauptfahrwerk kam etwas näher zum Rumpf da jetzt im Flügel keine Triebwerke mehr Platz benötigten. Die N-20.20 wurde nie realisiert. Es wurden nur einige Windkanalmodelle gefertigt.
Der N-20-Prototyp machte verschiedene Tests im Windkanal, Triebwerksstandläufe, Rollversuche und einen kleinen Hüpfer. Noch bevor das Flugzeug zum Erstflug starten konnte, wurde das Projekt gestoppt.
Viele Mitarbeiter, die an dem Projekt mitgearbeitet hatten, wollten dass sich das Flugzeug wenigstens einmal in die Luft erhebt. Sie waren bereit, dafür ihre Freizeit aufzuwenden und sämtliche Kosten für diesen einen Flug auf privater Basis zu übernehmen. Der Bundesrat verweigerte jedoch eine Starterlaubnis obwohl die Beteiligten bereit waren, die Risiken selbst zu tragen.
Die N-20 steht heute neben der P-16 im Flugzeugmuseum Dübendorf.
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"Eidgenössische Flugzeugwerke Emmen N-20".
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