| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Nörvenich.PNG | Lage der Gemeinde Nörvenich in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Köln |
| Kreis: | Düren |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 110,9 m ü. NN |
| Fläche: | 66,2 km² |
| Einwohner: | 11.445 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 173 Einwohner/km² |
| Postleitzahl: | 52388 |
| Vorwahl: | 02426 |
| Kfz-Kennzeichen: | DN |
| Gemeindeschlüssel: | 05 358 052 |
| Gemeindegliederung: | 14 Ortsteile |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Bahnhofstr. 25 52388 Nörvenich |
| Website: | www.noervenich.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Hans Jürgen Schüller (CDU) |
Nörvenich ist eine Gemeinde im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen, (Deutschland).
Die Gemeinde wird von Südwest nach Nordost vom Neffelbach durchflossen.
Sehr früh haben die Grafen von Nörvenich an der rheinischen Geschichte maßgeblich mitgewirkt. Sie dürften ihren Sitz auf der "Alten Burg" im Nörvenicher Wald gehabt haben. Die frühmittelalterliche Wehr- und Wohnanlage hat ihren Ursprung wohl im 9. Jahrhundert. Dem nach dem Aussterben der Jülicher Grafen zum "Amt Nörvenich" gewordenen Gebiet, das mehr als 30 Dörfer umfasste, standen jetzt Ministeriale (Dienstadlige) vor. Wohl um 1400 erbaute der Amtmann von Vlatten-Merode den wehrhaften Pallas des ehemals wasserumwehrten heutigen "Schloss Nörvenich" (früher "Gymnicher Burg") in der Ortsmitte.
Mit dem Ende des 18. und dem Beginn des 19. Jahrhunderts gingen die in einem Jahrtausend gewachsenen Ordnungen und das seit Jahrhunderten gleichgebliebene dörflich Leben fast schlagartig zu Ende. Am 4. Oktober 1794 nämlich marschierten französische Revolutionstruppen in das Gebiet um Nörvenich ein. Nach ersten wirren Monaten folgten geordnete Verhältnisse. Aus den früheren Untertanen wurden tatsächlich freie Bürger, die es zu einem bis dahin nicht gekannten Wohlstand brachten und zu Beginn des 19. Jahrhunderts französische Bürger wurden.
Die von den Franzosen in dieser Zeit eingeführten kommunalen Verhältnisse (Bildung der Mairie Binsfeld und der Mairie Nörvenich) wurden von den Preußen weitgehend übernommen. Insbesondere die um 1800 festgelegten kommunalen Grenzen haben sich mit wenigen Ausnahmen bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts erhalten. 1906 entstand das "Bürgermeisteramt". Erst im Jahre 1940 wurden die bis dahin selbständigen Bürgermeistereien Binsfeld und Nörvenich zur "Amtsbürgermeisterei Nörvenich" zusammengeschlossen.
Schon zwischen den beiden Weltkriegen begann der Wandel der Dörfer von einer rein landwirtschaftlichen Struktur zu Wohngemeinden für Pendler. Dieser Prozess setzte verstärkt Mitte der 1950er Jahre ein. Waren schon nach dem Ersten Weltkrieg zahlreiche Bürger der östlichen Dörfer bei der Rheinbraun in den Braunkohlenwerken in den Tagebaubetrieben beschäftigt, drängten viele Bewohner mit der zunehmenden Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, nicht zuletzt auch aufgrund der umwälzenden Umstrukturierungen in der Landwirtschaft, in die Industriebetriebe der nahen Städte.
Anfang der 50er Jahre begann die englische Royal Airforce im Nörvenicher Wald mit dem Bau eines Fliegerhorstes, auf dem heutigen Luftwaffen-Fliegerhorst arbeiten über 1.000 Zivilbedienstete aus den umliegenden Gemeinden.
Am 1. Januar 1969 schlossen sich die Gemeinden Binsfeld ( mit dem Ortsteil Rommelsheim), Eschweiler über Feld, Eggersheim, Frauwüllesheim, Hochkirchen, Irresheim, Nörvenich, Oberbolheim, Poll und Rath zu einer neuen Gemeinde Nörvenich zusammen. In diese Gemeinde wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1975 die Orte Dorweiler, Pingsheim und Wissersheim aus dem benachbarten Erftstadt eingegliedert. Das Gemeindegebiet bedeckt eine Fläche von 66,04 km², hiervon sind 12,5 km² Waldfläche. Die früheren Bauerndörfer haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu Wohngebieten entwickelt, in denen fruchtbarer Ackerboden nur noch von wenigen Landwirten intensiv bearbeitet wird.
Am 10. Juni 1964 beschloss die Gemeindevertretung, als Ersatz für ein Kriegerdenkmal, das Straßenplänen hatte weichen mussen, Pläne für ein neues zeitgemäßes Kriegerdenkmal ausarbeiten zu lassen. Die Ausschreibung gewann der damals ortsansässige Bildhauer Ulrich Rückriem, der dort eines seiner frühesten Kunstwerke schuf. Jahre später wurde neben dem Denkmal eine Tafel mit einer hebräischen Inschrift angebracht. Sie dient dem Gedenken an die in den Konzentrationslagern getöteten jüdischen Mitbürgern.
Erklärung: Das Wappen zeigt oben den Jülicher und unten einen schreitenden Löwen und ist dem Nörvenicher Schöffensiegel des Jahres 1556 nachgebildet, das die Umschrift trägt: SIGeL DER SCHEFFEN ZV NORVENICH.
| Bevölkerungsentwicklung | |||||||
| Jahr | Einwohnerzahl | Jahr | Einwohnerzahl | Jahr | Einwohnerzahl | ||
| 1885 | 612 | 1905 | 558 | 1925 | 610 | ||
| 1945 | 742 | 1955 | 970 | 1965 | 1.530 | ||
| 1975 | 2.684 | 1985 | 2.650 | 1995 | 3.715 | ||
| 2005 | 4.002 |
Die 28 Sitze des Gemeinderates verteilen sich wie folgt:
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)
Bürgermeister ist Hans Jürgen Schüller (CDU).
Quer durch die Gemeinde verläuft die B 477, die von Neuss nach Tondorf verläuft und im Wesentlichen der Route einer alten römischen Heerstraße folgt. Diese Militärstraße bzw. Handelsstraße verlief von Neuss bis Zülpich. Dort verzweigte sie sich in die Eifel und nach Frankreich.
Den öffentlichen Personennahverkehr stellen die Dürener Kreisbahn im Aachener Verkehrsverbund und die Regionalverkehr Köln sicher.
An den Orten Binsfeld und Rommelsheim und Rommelsheim vorbei verläuft die ehemalige Bundesbahnstrecke Düren-Bonn, die 1983 still gelegt wurde und 2002 von der Rurtalbahn für Güter- und Personennahverkehr von der Deutschen Bahn gekauft wurde.
Durch Nörvenich-Hochkirchen verläuft der Radfernweg Kaiserroute, der von Aachen bis Paderborn führt.
Am 8. März 2006 wurde nach vielen Jahren wieder ein mit drei Polizisten besetzter Polizeiposten im Zentralort eingerichtet.
Im Jahre 1980 kaufte die Familie Bodenstein die damalige Gymnicher Burg, renovierte sie in jahrelanger Arbeit vollständig, änderte den Namen in Schloss Nörvenich und richtete dort unter dem Namen Europäische Kulturstiftung ein Museum ein. Unter anderem findet sich dort die weltweit größte Sammlung von Kunstwerken des Bildhauers Arno Breker.
Auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung sind neben der Volkshochschule auch private, kirchliche, kommunale und vereinsgebundene Initiativen aktiv.
Als Versammlungsstätten stehen mehrere Bürgerhallen sowie die Neffeltalhalle mit über 400 Sitzplätzen im Zentralort Nörvenich zur Verfügung.
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