Nürtingen ist eine Stadt in
Baden-Württemberg, im Südosten der
Region Stuttgart etwa 19 km von
Stuttgart entfernt. Sie ist nach
Esslingen am Neckar und
Filderstadt die drittgrößte Stadt des
Landkreises Esslingen und ein
Mittelzentrum innerhalb des Oberzentrums Stuttgart.
Die Einwohnerzahl der Stadt Nürtingen überschritt 1960 die Grenze von 20.000. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Februar 1962 beschloss. Mit den Gemeinden Frickenhausen, Großbettlingen, Oberboihingen, Unterensingen und Wolfschlugen hat die Stadt Nürtingen eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Geografie
Geografische Lage
Nürtingen liegt am Vorland der mittleren
Schwäbischen Alb. Die Altstadt liegt auf einem ehemaligen Umlaufberg des
Neckars, der von Neckartailfingen kommend im Südwesten das Stadtgebiet betritt, östlich des Stadtteils Neckarhausen vorbeifließt, dann die Kernstadt westlich streift und schließlich durch Zizishausen in Richtung Nordosten zwischen Unterensingen und Oberboihingen das Nürtinger Stadtgebiet wieder verlässt. Zwischen Oberensingen und Zizishausen mündet die
Aich, ein linker Nebenfluss des Neckars, ein.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Nürtingen. Sie werden im
Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Unterensingen,
Oberboihingen,
Kirchheim unter Teck,
Dettingen unter Teck,
Beuren,
Frickenhausen,
Großbettlingen,
Altdorf,
Neckartailfingen,
Aichtal und
Wolfschlugen (alle Landkreis Esslingen)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Nürtingen besteht aus der
Kernstadt Nürtingen sowie den im Rahmen der
Gemeindereform 1973 und
1974 eingegliederten Stadtteilen
Hardt,
Neckarhausen,
Raidwangen,
Reudern und
Zizishausen. Die ehemalige Gemeinde Oberensingen wurde bereits am
1. Januar 1919 mit Nürtingen vereinigt. Die erst bei der jüngsten
Gemeindereform eingegliederten Gemeinden sind zugleich
Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen
Gemeindeordnung, das heißt sie haben jeweils einen von der Bevölkerung bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden
Ortschaftsrat, dessen Vorsitzender der
Ortsvorsteher ist.
In der Kernstadt Nürtingen werden zum Teil Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Geschichte aufgrund der Bebauung ergeben haben und die jedoch meist nicht genau abgrenzbar sind. Hierzu gehören beispielsweise Braike, Ersberg, Lerchenberg sowie Enzenhardt und Roßdorf (ab 1950er Jahre entstandene sogar räumlich etwas getrennte Stadtteile).
Einwohnerzahl und Fläche der Ortsteile
- Hardt: 955 (2005) - 175 ha
- Neckarhausen: 3.747 (2005) - 606 ha
- Raidwangen: 2.134 (2005) - 292 ha
- Reudern: 2.539 (2005) - 283 ha
- Zizishausen: 3.262 (2005) - 245 ha
- Oberensingen: 2.450 (1995)
Raumplanung
Nürtingen bildet ein
Mittelzentrum innerhalb der
Region Stuttgart, deren
Oberzentrum Stuttgart ist. Zum Mittelbereich Nürtingen gehören neben Nürtingen noch die Städte und Gemeinden im Südwesten des Landkreises Esslingen, im Einzelnen:
Aichtal,
Altdorf,
Altenriet,
Bempflingen,
Beuren,
Frickenhausen,
Großbettlingen,
Kohlberg,
Neckartailfingen,
Neckartenzlingen,
Neuffen,
Oberboihingen,
Schlaitdorf,
Unterensingen und
Wolfschlugen.
Geschichte
Wie zahlreiche archäologische Funde zeigen, war die Gegend des heutigen Nürtingen bereits von den Kelten besiedelt. Während der Römerzeit befand sich auf dem Gebiet unter anderem ein römischer Gutshof, eine Villa und eine bedeutende Töpferei.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Nürtingen im Jahre 1046 ("Niuritingin") und erhielt 1335 die Stadtrechte. Schon damals gehörte Nürtingen zu Württemberg und wurde Sitz eines Amtes. Der hier geschlossene Nürtinger Vertrag teilt Württemberg 1442 für 50 Jahre in eine Stuttgarter und eine Uracher Grafschaft. 1634 wird Nürtingen im Dreißigjährigen Krieg erobert und stark verwüstet. Der anschließenden Pest fällt die Hälfte der Einwohner zum Opfer. Einige Gemeinden im Umkreis verlieren in der Zeit nahezu ihre gesamte Bevölkerung oder sind zum Teil sogar völlig menschenleer.
1750 wurde die Stadt durch einen verheerenden Brand weitestgehend zerstört, jedoch wieder aufgebaut. Dieser alte Stadtkern ist in einigen Teilen bis heute erhalten geblieben. Das Nürtinger Schloss diente vom 15. bis zum 17. Jahrhundert den Witwen der Württemberger Fürsten als Alterssitz. In den Jahren 1770 - 1773 wurde es abgerissen. Heute erinnert nur noch der Name "Schlossberg" daran, dass neben der Stadtkirche St. Laurentius einst ein Stadtschloss stand. Die erste Realschule Württembergs wird im Jahre 1783 in Nürtingen gegründet.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Amt Nürtingen zum Oberamt erhoben. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Nürtingen zu einer Industriestadt.
In der Zeit des Nationalsozialismus gab es am heutigen Standort der Realschulen das Mühlwiesenlager mit Kriegsgefangenen und "Fremdarbeitern", die in den örtlichen Firmen, beispielsweise der Maschinenfabrik Gebr. Heller arbeiten mussten. Die NSDAP-"Kreisleitung" der damaligen Oberamts- bzw. Kreisstadt Nürtingen sorgte dafür, dass sämtliche jüdischen Schüler bzw. solche, die als "Halbjuden" galten, und noch vor dem reichsweiten Ausschluss jüdischer Schüler, die Schulen verließen. In Nachbarkreisen wie Reutlingen war dies nicht der Fall. Sie veranlasste, dass Julius von Jan, Pfarrer in Oberlenningen (Lenningen (Württemberg), das damals im Kreisgebiet lag, von Mitgliedern der SA in Zivilkleidung zusammengeschlagen wurde und betrieb sein absichtliches Umkommen in einer Strafkompanie an der Ostfront. Julius von Jan hatte in seiner Predigt am Buß- und Bettag 1938 die Novemberpogrome offen angeprangert. Weiter veranlasste sie, dass sämtliche in so genannter "Mischehe" lebenden, von ihr als "Juden" angesehene Männer verhältnismäßig früh in Konzentrationslager kamen und dort umgebracht wurden. Die letzte Jüdin der Stadt wurde ins Ghetto Haag in Haigerloch deportiert.
Bei der Kommunalreform 1938 wurde das Oberamt Nürtingen in den Landkreis Nürtingen umgewandelt, der im Wesentlichen auch das Oberamt Kirchheim unter Teck aufnahm. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 verlor Nürtingen seine Funktion als Kreisstadt des Landkreises Nürtingen und kam zum vergrößerten Landkreis Esslingen.
1989 fanden in Nürtingen die Heimattage Baden-Württemberg statt.
Religionen
Die Bevölkerung von Nürtingen gehörte ursprünglich zum
Bistum Konstanz und war dem
Archidiakonat Rauhe Alb, Landkapitel Owen-Kirchheim unterstellt. Da die Stadt schon früh zu
Württemberg gehörte wurde auch hier ab
1535 durch Herzog
Ulrich die
Reformation eingeführt, daher war Nürtingen über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. In jener Zeit wurde die Stadt Sitz eines
Dekanats, dessen Dekanatskirche die Stadtkirche ist. Die Kirchengemeinde Nürtingen wuchs vor allem nach dem
Zweiten Weltkrieg infolge Zuzugs stark an und wurde daher geteilt. Es entstand die Luthergemeinde (Kirche von
1930), die Versöhnungskirchengemeinde (Kirche von
1963) und die Stephanuskirchengemeinde (Kirche von 19??)und die Kirchengemeinde Enzenhardt(1992). Diese fünf Gemeinden bilden zusammen die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Nürtingen. Auch in den Stadtteilen wurde infolge der frühen Zugehörigkeit zu Württemberg die Reformation eingeführt. Daher gibt es fast in jedem Stadtteil eine evangelische Kirchengemeinde und meist auch eine eigene Kirche. Hardt bildet mit Oberensingen eine Kirchengemeinde, deren Kirche auch in Oberensingen ist. Raidwangen war früher Filiale von Großbettlingen dann von Neckarhausen (jedoch seit 1909 mit eigener Kirche), ist jedoch heute ebenfalls eine eigene Kirchengemeinde mit Filiale in Altdorf. Alle evangelischen Gemeinden im Nürtinger Stadtgebiet gehören zum Dekanat Nürtingen innerhalb der
Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Katholiken gibt es in Nürtingen erst wieder seit dem späten 19. Jahrhundert. Für sie wurde 1907 eine eigene Kirche St. Johannes Evangelist in der Neuffener Straße gebaut. Die Kirche wurde 1959/60 abgebrochen, nachdem bereits 1956 an der Vendelaustraße ein Neubau erstellt worden war. Die Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist bildet heute die Seelsorgeeinheit 3 innerhalb des Dekanats Nürtingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Zur Kirchengemeinde gehören auch die Gemeindeglieder aus den Stadtteilen Neckarhausen, Hardt, Reudern, Zizishausen und Oberensingen sowie aus der Nachbargemeinde Wolfschlugen, doch bilden diese Orte jeweils eine Teilgemeinde der Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist Nürtingen. Auch gibt es in diesen Orten inzwischen eigene Kirchen oder Gemeindehäuser und zwar das Edith-Stein-Haus in Neckarhausen, das Haus Effata in Oberensingen, St. Wendelin in Reudern, St. Stephanus in Rossdorf, St. Joseph für Wolfschlugen/Hardt (erbaut 1982) und St. Nikolaus in Zizishausen. Die Katholiken aus dem Stadtteil Raidwangen gehören zur Kirchengemeinde St. Nikolaus von Flüe der Nachbargemeinde Frickenhausen des Dekanats Nürtingen.
Die Juden Nürtingens gehörten zur Jüdischen Gemeinde Cannstatt.
Muslime treffen sich in einer Moschee in der Tiefenbachtalstraße.
Neben den beiden großen christlichen Kirchen gibt es in Nürtingen auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche mit der Christuskapelle in Nürtingen sowie Gemeindehäusern in Neckarhausen und Raidwangen und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) mit der Erlöserkirche in Nürtingen. Auch die Neuapostolische Kirche und die Christengemeinschaft sind in Nürtingen vertreten.
Eingemeindungen
Ortsteile
Reudern
Reudern wurde erstmals im Jahre 1338 urkundlich erwähnt, der Namen des Ortes geht auf die gerodeten Wälder zurück. Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich aus dem "Roden" über diverse Zwischenformen Reudern entwickelt.
Das Wappen des Ortes ist ein weißer Hirsch auf grünem Grund.
Hardt
Hardt ist mit ca. 950 Einwohnern der kleinste Ortsteil von Nürtingen, er wurde 1973 eingemeindet.
Gründer von Hardt soll Herzog Ulrich von Württemberg sein. Der Sage nach soll der Pfeifer von Hardt den Herzog auf dessen Flucht vor dem Bund im "Hohelen Stein" versteckt haben. Der Ulrich-Stein und das Wahrzeichen von NT-Hardt, der Pfeiferbrunnen, erinnern an diese - urkundlich nicht belegte - Sage, die sehr ausführlich in Wilhelm Hauffs Roman "Lichtenstein" beschrieben wird.
In Hardt gibt es ein Rathaus und eine kleine Mehrzweckhalle. Der SV Hardt 1981 e.V. ist eine feste Größe im unteren Regional-Tischtennisgeschehen.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur
Hauptwohnsitze).
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¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Bürgermeister
An der Spitze der Stadt Nürtingen werden schon früh Bürgermeister und Rat genannt. Das aus 12 Mitgliedern bestehende Gericht war auch die Verwaltungsbehörde. Die beiden Bürgermeister waren die städtischen Beamten. Daneben gab es einem vom Landesherrn eingesetzten Schultheiß, später ein Vogt. Dieser war Stadt- und Amtsoberhaupt. Im 18. Jahrhundert gab es vorübergehend einen Obervogt.
Seit dem 19. Jahrhundert trug das Stadtoberhaupt die Bezeichnung "Stadtschultheiß" seit 1930 Bürgermeister und mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. Februar 1962 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Erster Bürgermeister" und der Technische Beigeordnete.
Stadtoberhäupter seit 1819
Gemeinderat
Die
Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
| FWG | 34,8 % | +0,6 | 14 Sitze | +2
|
| CDU | 27,4 % | -2,4 | 12 Sitze | ±0
|
| SPD | 17,9 % | +0,5 | 7 Sitze | ±0
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| Die Grünen | 12,3 % | +2,8 | 5 Sitze | +2
|
| FDP/DVP | 5,0 % | ±0 | 2 Sitze | ±0
|
| REP | 2,6 % | -1,4 | 1 Sitz | ±0
|
Wappen und Flagge
Das
Wappen der Stadt Nürtingen zeigt in Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange ein mit dem Mundstück nach links weisendes rotes Hifthorn mit schwarzer Fessel, darunter eine blaue Raute. Die Nürtinger Stadtflagge ist blau-gelb. Wappen und Flagge werden schon seit vielen Jahrhunderten geführt. Die Hirschstange bezieht sich auf die spätere Zugehörigkeit der Stadt zu Württemberg, das Hifthorn auf Ansprüche der Herren von Nifen (Neuffen) und die Raute, der Teckische Wecken, auf ursprüngliche Hoheitsansprüche der Herzoge von Teck. Die älteste farbliche Darstellung stammt bereits aus dem Jahr
1535.
Städtepartnerschaften
Nürtingen unterhält mit folgenden Städten eine
Städtepartnerschaft:
Wirtschaft und Infrastruktur
Die
Industrialisierung begann im Nürtinger Raum in der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts. Zunächst war die
Textilindustrie bestimmende Branche. So war Nürtingen lange Jahre als "Stadt der Strickwaren" bekannt. Mit der zunehmenden Verlagerung der Textilproduktion in Niedriglohnländer im ausgehenden
20. Jahrhundert nahm die Bedeutung dieses Industriezweiges für den Nürtinger Raum immer mehr ab, so dass zu Beginn des
21. Jahrhunderts die
Maschinenbauindustrie die wichtigste Branche darstellt. Die Maschinenfabrik
Gebr. Heller,
1894 gegründet, und der Elektrowerkzeughersteller
Metabo,
1924 gegründet, beschäftigen beide jeweils rund 1.700 Mitarbeiter in Nürtingen.
Derzeit sind in Nürtingen ca 15.000 Arbeitnehmer beschäftigt (Stand 2003). Davon kommen ca. 5.300 aus Nürtingen selbst, 9.700 pendeln aus den umliegenden Städten und Gemeinden zu ihren Arbeitsplätzen in der Stadt. Dem gegenüber stehen ca. 8.600 Auspendler; viele davon sind bei den Großunternehmen der Region Stuttgart angestellt. Insgesamt weist Nürtingen damit eine positive Pendler-Bilanz auf.
Nürtingen hat die LZB-Platznummer 612.
Verkehr
Nürtingen liegt an der
Neckar-Alb-Bahn Stuttgart-
Esslingen am Neckar- Nürtingen-
Reutlingen-
Tübingen-
Herrenberg. Außerdem führt vom Nürtinger
Bahnhof die
Tälesbahn - eine Nebenbahn der
WEG - bis nach
Neuffen. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofes befindet sich der zentrale
Omnibusbahnhof über den Nürtingen mit den Stadtteilen und den umliegenden Gemeinden verbunden ist. Alle Linien im Stadtgebiet Nürtingens verkehren zu einheitlichen Preisen innerhalb des
Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS).
Die Bundesautobahn A 8 Stuttgart-München verläuft wenige Kilometer nördlich der Stadt vorbei. Nürtingen ist über die Anschlussstellen Wendlingen und Kirchheim unter Teck zu erreichen. Außerdem führen die Bundesstraßen B 297 (Lorch (Württemberg) - Tübingen), sowie B 313 (Plochingen - Stockach) durch die Stadt.
Der Flughafen Stuttgart ist ca. 15 km von Nürtingen entfernt.
Der nächst gelegene Flussschiffshafen befindet sich in Plochingen, ca. 15 km flussabwärts am Neckar. Der Fluss ist von dort an bis zu seiner Mündung bei Mannheim in den Rhein, teilweise kanalisiert, für die Binnenschifffahrt ausgebaut.
Ansässige Unternehmen
Medien
In Nürtingen erscheint als
Tageszeitung die "Nürtinger Zeitung". Ausschließlich online erscheint die
Nürtinger StattZeitung, die ehrenamtlich erstellt wird (www.nuertinger-stattzeitung.de). Ausserdem erscheint am Hölderlin-Gymnasium die Schülerzeitung "Spongo", die im Jahr 2006 vom Magazin Spiegel zur besten Schülerzeitung Deutschlands gekürt wurde.
Behörden, Gericht und Einrichtungen
Nürtingen verfügt über ein
Finanzamt, ein
Notariat und eine Außenstelle des Landratsamts Esslingen. Ferner gibt es ein
Amtsgericht, das zum
Landgerichts- und
OLG-Bezirk
Stuttgart gehört.
Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Nürtingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Bildung
Nürtingen hat folgende Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen:
In Nürtingen gibt es zwei Gymnasien (Hölderlin- und Max-Planck-Gymnasium), zwei Realschulen (Neckar- und Geschwister-Scholl-Realschule), eine Förderschule (Theodor-Eisenlohr-Schule), vier Grund- und Hauptschulen bzw. Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Ersbergschule Grund- und Hauptschule, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Neckarhausen, Grund- und Hauptschule Zizishausen und Mörikeschule Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule) sowie fünf selbständige Grundschulen, nämlich die Braikeschule in der Kernstadt sowie je eine Grundschule in den Stadtteilen Oberensingen (Friedrich-Glück-Schule Grundschule), Raidwangen, Reudern und Roßdorf.
Der Landkreis Esslingen ist Schulträger der Beruflichen Schulen (Akademie für Landbau Fachschule für Technik: Albert-Schäffle-Schule, Kaufmännische Schule: Otto-Umfrid-Schule und Gewerbliche Schule: Philipp-Matthäus-Hahn-Schule sowie Fritz-Ruoff-Schule: Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule) sowie der Bodelschwinghschule für Geistigbehinderte mit Regenbogen-Schulkindergarten für Geistigbehinderte und des Schulkindergartens für Körperbehinderte.
Ferner gibt es noch die Johannes-Wagner-Schule - Staatliche Schule für Schwerhörige und Sprachbehinderte mit Internat in Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg. Die private Rudolf-Steiner-Schule - Freie Waldorfschule runden das schulische Angebot in Nürtingen ab.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Nürtingen liegt an der
Württemberger Weinstraße und der
Römerstraße Neckar-Alb mit vielen Sehenswürdigkeiten.
Theater
In der Stadthalle K3N finden regelmäßig Theatervorstellungen von Tourneetheatern und Landesbühnen statt. Daneben bietet der Verein
Theater im Schlosskeller auf seiner Kleinkustbühne ein umfangreiches Programm an Schauspiel- und Kleinkunstaufführungen, sowie Vorträgen und Konzerten.
Außerdem finden unter anderem noch regelmäßig Theateraufführungen der hiesigen Theater-Gruppen der Nürtinger Schulen statt.
Museen
Zwischen Neckar- und Steinachufer liegt das alte Schützenhaus von
1565. Hier ist das Stadtmuseum Nürtingen mit literarischer Abteilung Hölderlin untergebracht. Außerdem besteht die private Sammlung Domnick.
Bauwerke
Die historische Altstadt Nürtingens bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, darunter die evangelische Stadtkirche St. Laurentius, das
Wahrzeichen der Stadt. Die spätgotische dreischiffige Hallenkirche hat einen 48m hohen Turm. Das Langhaus wurde
1895 neu gewölbt. Weiter sind zu erwähnen, der Salemer Hof, die ehemalige Lateinschule, das Rathaus, der Blockturm, die Kreuzkirche und das Ehemalige Spital. Weitere Kirchen in der Kernstadt sind die Lutherkirche von
1930, die evangelische Versöhnungskirche von
1963 und die katholische Kirche St. Johannes Evangelist von
1956 (der Vorgängerbau von
1907 wurde abgebrochen).
In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen:
Evangelische Kirche St. Bernhard Neckarhausen (spätgotische Elemente mit Langhaus von 1606), evangelische Kirche Raidwangen (Baujahr 1909), evangelische Pfarrkirche Oberensingen (im 19. Jahrhundert völlig erneuert, doch ältern Ursprungs), evangelische Friedenskirche Reudern (Baujahr 1969), sowie evangelische Christuskirche Zizishausen (erbaut 1963).
Regelmäßige Veranstaltungen
- Mai/Juni: Seit über 400 Jahren wird der "Nürtinger Maientag" als traditionelles Fest der Schulen mit Maisingen, Festumzug, Spielen und Rummelplatz gefeiert. Von seinem ursprünglichen Termin am dritten Samstag im Mai wurde das Fest dann später auf einen beliebigen Samstag im Mai (in sehr seltenen Ausnahmefällen auch im Juni) verlegt.
- Stadtfest: Seit 1977 wird in der Nürtinger Fußgängerzone von örtlichen Vereinen und Gruppen in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung das Stadtfest gefeiert. Das Fest fand zunächst immer an einem Samstag im September statt. Seit einigen Jahren wurde es auf ein Wochenende im Juli vorverlegt und wird bis auf einzelne Ausnahmen alljährlich gefeiert.
- Altstadtfescht: Ein von den am Nürtinger Schlossberg angesiedelten Händlern und Gastwirten kommerziell veranstaltetes Fest, für das von den Besuchern Eintritt verlangt wird.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Nürtingen hat folgenden Personen das
Ehrenbürgerrecht verliehen:
- 1868: Theodor Eisenlohr, Rektor des Lehrerseminars
- 1930: Mathäus Baur, Stadtschultheiß
- 1948: Hermann, Weilenmann, Bürgermeister
- 1949: Dr. Robert Reiner, Industrieller
- 1959: August Pfänder, Bürgermeister
- 1966: Paul Jordery, Bürgermeister der Partnerstadt Oullins
- 1970: Walter Rauch, Fabrikant Metabo
- 1979: Karl Gonser, Oberbürgermeister
- 1986: Prof. Fritz Ruoff, Maler und Bildhauer
- 2004: Peter Härtling, Schriftsteller und Journalist
Söhne und Töchter der Stadt
- 1831, 24. Februar, Albert Schäffle, † 25. Dezember 1903; deutscher Wissenschaftler und Staatsmann
- 1840, 2. Februar, Gustav Siegle, † 10. Oktober 1905 in Stuttgart, Mitbegründer der I.G. Farbenfabriken
- 1857, 2. Mai, Otto Umfrid, † 23. Mai 1920 in Winnenden; deutscher Theologe.
- 1906, 31. Dezember, Fritz Ruoff, † 5. Oktober 1985; deutscher Maler und Bildhauer
- 1933, 24. Januar, Erwin Waldner, deutscher Fußballnationalspieler
- 1946, 6. April, Wolfgang Ischinger; deutscher Diplomat, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in den USA und in Großbritannien.
- 1975, 23. Januar, Thomas Brdaric, Fußballnationalspieler
- 1975, 5. April, Wolf Henzler, Automobilrennfahrer
- 1981, 21. Juli, Stefan Schumacher, Radrennfahrer
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Berühmte Persönlichkeiten, die einen Teil ihres Lebens in oder um Nürtingen verbracht haben sind:
- Wilhelm Schickard (* 22. April 1592; † 23. Oktober 1635) wirkte ab 1614 nach Anschluss seines seines Studiums als evangelischer Diakon in Nürtingen und später als Professor biblischer Sprachen, Astronomie und Mathematik an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen; er wurde der erste Konstrukteur einer mechanischen Rechenmaschine.
- Friedrich Hölderlin, (* 20. März 1770; † 6. Juni 1843); deutscher Lyriker, verbrachte als Stiefsohn des Nürtinger Bürgermeisters Gock seine Kindheit und Jugend in Nürtingen; besuchte die Nürtinger Lateinschule.
- Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, (* 27. Januar 1775; † 20. August 1854); deutscher Philosoph, besuchte in Nürtingen die Lateinschule.
- Eduard Mörike, (* 8. September 1804; † 4. Juni 1875); deutscher Lyriker und Pfarrer. War als Vikar auf verschiedenen Stellen in der Gegend um Nürtingen tätig und wohnte einige Zeit in der Stadt.
- Jakob Kocher, (* 17. Oktober 1871 in Dußlingen, † 8. März 1944 in Nürtingen; Lehrer, Heimatforscher, Ordner von Urkunden der Stadt, Verfasser eines bedeutenden Geschichtswerkes der Stadt.
- Gerhard Mayer-Vorfelder, (* 3. März 1933); deutscher Politiker und Sportfunktionär, seit 2001 Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, begann seine berufliche Laufbahn als Referent am Landratsamt Nürtingen.
- Peter Härtling, (* 13. November 1933); deutscher Schriftsteller. Verbrachte seine Jugend in Nürtingen; besuchte hier das Gymnasium. Seit Oktober 2004 zehnter Ehrenbürger.
- Herbert Henzler, (* 1941 in Plochingen); Wirtschaftsprofessor und ehemaliger Leiter der Unternehmensberatung McKinsey für Deutschland bzw. Europa verbrachte seine Kindheit und Schulzeit in Neckarhausen.
- Harald Schmidt, (* 18. August 1957); deutscher Kabarettist, Schauspieler und Fernsehentertainer. Verbrachte Kindheit und Jugend in Nürtingen. Besuchte das Nürtinger Hölderlin-Gymnasium und war Organist der katholischen Kirchengemeinde Nürtingen.
Literatur
- Jakob Kocher: Geschichte der Stadt Nürtingen. Band 1/2, Stuttgart 1924. Band 3, Stuttgart 1928
- Erich Keyser: Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart, 1961
- Manuel Werner: Juden in Nürtingen in der Zeit des Nationalsozialismus. Nürtingen-Frickenhausen 1998, ISBN 3-928812-18-1
Weblinks
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