Die Nürnberger Burg, das Wahrzeichen der Stadt Nürnberg, thront auf einem Sandsteinrücken nördlich oberhalb der Altstadt und besteht u.a. aus der Kaiserburg und der Burggrafenburg. Von der Burg aus hat man einen herrlichen Blick auf die Altstadt. Nach den Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage in historischen Formen wiederaufgebaut und ist eines der bedeutendsten Kunst- und Baudenkmäler der Stadt Nürnberg.
Heute steht das Bauwerk vornehmlich touristischen Zwecken zur Verfügung. Einzelne Gebäude werden aber auch als Wohn-, Amts- oder Museumsgebäude sowie zeitweilig für Feste und Staatsempfänge genutzt.
Mit dem sagenhaften Sprung seines Rosses in den Burggraben entkam der Raubritter Eppelein von Gailingen († 1381) seiner Hinrichtung am Galgen.
Baukonservierende Maßnahmen begannen im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts; zu nennen sind insbesondere die Arbeiten von Carl Alexander Heideloff, August von Voit und August Essenwein. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Burg 1944/45 schwere Beschädigungen; fast unversehrt blieb nur die Doppelkapelle. In der Nachkriegszeit wurden alle Baugruppen in den historischen Formen wiederhergestellt, so beispielsweise auch der im Krieg völlig zerstörte Luginsland; jedoch verzichtete man darauf, die Hinzufügungen des 19. Jahrhunderts, welche 1934/35 zum Teil beseitigt worden waren, zu rekonstruieren. Die ehemalige Kaiserstallung ist heute als Jugendherberge eingerichtet.
Als gesichert gilt nun die Erkenntnis, dass sich die Burg bereits im 11. Jahrhundert von Osten nach Westen vollständig über den Burgberg erstreckte; weiterhin hat die These Bestand, dass zumindest seit dem 12. Jahrhundert der eigentlichen Burg des Kaisers die Burggrafenburg östlich riegelartig vorgelagert war.
Die Doppelkapelle mit dem östlichen Chorturm (Margarethenturm, auch »Heidenturm«) entstand wohl im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts und zeigt Bauschmuck in den Formen der Spätromanik.
Von der Stadt kommend lässt man normalerweise am Ölberg das „Himmelstor“ links liegen und geht weiter den Anstieg hoch, auf die ehemalige Kaiserstallung (heute Jugendherberge) zu, an deren Ostende der „Luginsland“ hoch aufragt. Um zur Burg zu gelangen, wendet man sich vor der Kaiserstallung nach links (nach Westen) am Fünfeckigen Turm vorbei und kann, bevor man das erste Tor passiert, die über den Steilhang aufragende Walpurgiskapelle von außen besichtigen.
Passiert man dann das erste Tor, muss man sich abermals nach links orientieren (geradeaus gelangt man zum Graben auf der Nordseite) und erreicht die „Freiung“, von der aus die Altstadt und bei klarem Wetter auch die östlichen, südlichen und westlichen Stadtquartiere gut zu überblicken sind. Von der Freiung führt der Rundweg weiter durch das Burgtor unter dem „Heimlichen Wächtergang“ hindurch. Gleich nach dem Tor rechts türmt sich der mächtige runde Sinnwellturm auf, den man im Rahmen einer Führung betreten kann; ebenso ist der Zugang auch zum Tiefen Brunnen möglich. Linker Hand befindet sich die Himmelsstallung und auch das „Himmelstor“, durch welches man in der Regel auch den Burghof betreten kann. Geht man weiter in Richtung Westen auf das innere Burgtor zu, so kommt man ganz nah an der Doppelkapelle mit dem Heidenturm vorbei.
Vom inneren Burghof hat man im Rahmen einer Führung Zutritt zur „Kaiserburg“, während das Burgmuseum als Zweigniederlassung des Germanischen Nationalmuseums separat zu besichtigen ist.
Beim Rückweg kann man sich die möglicherweise zuvor übersehenen Nebengebäude anschauen. Auch sollte man sich nicht entgehen lassen, nach Norden über den Graben zu gehen, um sich von der Mächtigkeit der Basteien beeindrucken zu lassen.
Will man den Weg zu einem ausgedehnten Rundgang werden lassen, so geht man außen an der Stadtmauer bis zum Tiergärtner Tor, wo man in der Sommerperiode durch die Mauer hindurch den Burggarten betreten kann. Der Burggarten erstreckt sich an der Nordseite der Burg bis fast wieder zum Fünfeckigen Turm. Dort endet schließlich die Erkundungstour.
In der Nähe der Burg befindet sich das Albrecht-Dürer-Haus.
Siehe auch: Geschichte der Stadt Nürnberg (Literatur!)
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