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Die Nächstenliebe ist ein zentraler Begriff der jüdischen und christlichen Ethik und die wesentliche Forderung, die Jesus in seinen Predigten aufstellt. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten gelten als gleichrangige Forderungen.

Nächstenliebe in der Bibel

In der entsprechenden Stelle im Matthäusevangelium (Mt 22, 37-40) werden ihrerseits zwei Stellen aus der Tora zitiert, nämlich ein Vers aus dem Schma-Gebet sowie Levitikus 19, 18, üblicherweise als Liebe deinen Nächsten wie dich selbst wiedergegeben. Näher beim hebräischen Urtext wäre jedoch die Übersetzung: Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du. Die Nächstenliebe ist eine Form der Liebe. Liebe ist aktiv, „tätige Liebe“ (Caritas).

Gleichnisse Jesu und Erläuterung

Zur Erläuterung der Nächstenliebe erzählt Jesus im Anschluss an das Dreifachgebot der Gottes-, Selbst- und Nächstenliebe (Mt 22, 37-40; par. Lk 10, 25-28) im Lukasevangelium das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,30-37), in dem einem Opfer eines Überfalls über religiöse und soziale Schranken hinweg mit Einsatz von Zeit, Erster Hilfe und Geld für die weitere Versorgung geholfen wird. Die Ausgangsfrage "Wer ist mein Nächster?" (statisch, beziehungsgebunden) wird auf sich selbst zurückverwiesen und muss nach dem Gleichnis lauten: "Wem kann ich mich als Nächster erweisen?" (tätige Liebe).

Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben. Selbstliebe bedeutet in diesem Fall nicht, egoistisch zu sein, sondern sich selbst annehmen und akzeptieren zu können und die ethischen Werte der Bibel auf sich selbst anzuwenden, weil man es wert ist.

Eine Radikalisierung des Gebotes der Nächstenliebe nimmt Jesus in der Bergpredigt vor. Im Anschluss an Levitikus 19, 18 fordert er von seinen Jüngern die Feindesliebe (Vgl. Mt 5, 43-48). In Mt 25, 40 werden die Werke der Barmherzigkeit religiös gedeutet: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Nächstenliebe in der christlichen Gemeinde

Im Zusammenspiel mit Feier (Liturgia) und Verkündigung/Zeugnis (Martyria) ist die tätige Nächstenliebe (griech.: Diakonia, lat.: Caritas) einer der drei Grundvollzüge christlicher Gemeinde bzw. Kirche.

Siehe auch


Weblinks


Tugend | Moraltheologie | Liebe

Charity | Naastenliefde

 

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