Apollonia sken meri.jpg Die Myzeqeja (albanisch auch Myzeqe) ist eine große Ebene, die weite Teile Zentralalbaniens einnimmt. Das an der Adria gelegene Küstenland war bis vor wenigen Jahrzehnten hauptsächlich Sumpfland. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Melioration. Heute wird das Gebiet vor allem von der Landwirtschaft geprägt.
Die Myzeqeja ist zum guten Teil Schwemmland. Neben dem Shkumbin durchziehen noch die Flüsse Seman und Vjosa die Ebene. An der Küste bildeten sich mehrere Lagunen wie die Lagune von Karavasta und diejenige von Narta bei Vlora (rund 100 km² des gesamten Gebiets). Über weite Strecken liegt die Oberfläche weniger als 20 m über dem Meeresspiegel. Eine Kette von Hügeln durchzieht die Ebene von Süd nach Nord im Abstand von rund zehn bis 20 km zum Meer, deren höchster Punkt liegt auf 235 m. Die Hügel der Myzeqe dehnen sich über rund 300 km² aus.
Der südlichste Teil zwischen Vlora und Vjosa wird Myzeqeja e Vlorës genannt. Nördlich davon bis zum Seman erstreckt sich die Kleine Myzeqeja, auch Myzeqeja e Fierit. Die Gebiete nördlich des Seman gelten als Große Myzeqeja oder Myzeqeja e Lushnjës.
In der Antike war das Gebiet nicht versumpft und gut für die Landwirtschaft geeignet. Die Region galt als eine der Kornkammern des Römischen Reiches. Über die griechischen Kolonien Apollonia und Dyrrhachion wurde das Getreide exportiert.
Die Via Egnatia, die bedeutende römische Heeresstraße, die die Adria mit Konstantinopel verband, führte durch die Myzeqeja-Ebene. Die nördliche Route von Durrës folgte dem Shkumbin, während die südliche Route von Apollonia quer durch die Ebene verlief.
In der Spätantike änderten die Flüsse der Myseqeja ihren Lauf, was unter anderem zur Verlandung des Hafens von Apollonia führte. Die Versumpfung der Region begann.
Nur wenige kleine Ansiedlungen und Verkehrswege waren an den Rändern der Ebene zu finden: die heutige Stadt Lushnja entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Kleinstädte Peqin und Rrogozhina lagen am nördlichen Rand bereits auf der anderen Seite des Shkumbin, die Kloster von Ardenica und Apollonia befanden sich auf den höchsten Punkten der Hügel. Der Marktflecken Fier war der einzige größere Ort in der Ebene. Aber auch dort lebten vor der Trockenlegung der Sümpfe weniger als 2.000 Menschen.
Die wandernden Aromunen nutzten die Region als Winterweide. Noch heute sind sie in einigen Dörfern der Gegend ansässig.
Die Myzeqe ist heute dicht besiedelt. Neben den Bauern der Kornkammer Albaniens wuchsen Orte wie Fier, Lushnja, Patos und Kuçova zu Städten, wo auch Industrie angesiedelt wurde. Im Südosten der Myzeqe werden Erdöl und Erdgas gefördert; Patos und Kuçova sind Zentren der albanischen Ölindustrie. Auch Straßen und Eisenbahnlinien wurden in kommunistischer Zeit gebaut.
Seit der Trockenlegung der Sümpfe ist die Malaria in Albanien ausgerottet.