Die Myasthenia gravis (M. g., deutsch: schwere Muskelschwäche) ist eine seltene neurologische Erkrankung, deren charakteristisches Kennzeichen eine belastungsabhängige Muskelschwäche ist, die sich in Ruhe wieder bessert. Sie macht sich durch eine schnelle Ermüdbarkeit bei wiederholten Bewegungen bemerkbar.
Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung der motorischen Endplatte der quergestreiften Muskulatur. Polyklonale IgG-Antikörper binden an den Acetylcholinrezeptor und blockieren die Weiterleitung des Aktionspotenzials auf die Muskelzelle.
Prinzipiell können alle Muskeln betroffen sein, doch häufig macht sich die Myasthenia gravis zuerst an den Augen bemerkbar: Durch Ermüden der Lidhebermuskeln kommt es zum typischen Schlafzimmerblick (Ptosis), weil die Lider nicht mehr hochgehalten werden können. Die Patienten legen den Kopf zurück, um unter den Lidern hindurchschauen zu können. Am Morgen und nach Ruhepausen ist die Leistungsfähigkeit am besten, doch nach wenigen wiederholten Bewegungen ist der Muskel erschöpft.
Lebensbedrohlich ist das Versagen der Atemmuskeln (myasthenische Krise). Durch Verschlucken kann es zu einer schweren Lungenentzündung kommen, einer Aspirationspneumonie.
Trotz des typischen Beschwerdebildes wird die Diagnose häufig spät gestellt.
Bei M. g. sind Veränderungen des Thymus sehr häufig nachweisbar. Man vermutet, dass der Thymus bei der Erkrankung eine wichtige Rolle spielt. Gelegentlich ist die M. g. durch ein Thymom bedingt, der die schädlichen Autoantikörper produziert. In diesen Fällen kann durch eine chirurgische Entfernung der Thymusdrüse die Krankheit geheilt werden.
Selten ist für die Produktion der schädlichen Autoantikörper eine Form des Lungenkrebs verantwortlich (Lambert-Eaton-Rooke-Syndrom).
Abhängig von der Schwere der Erkankungen unterteilt man die M. g. in verschiedene Stadien (nach Ossermann und Genkins):
| Stadium | Bezeichnung | befallene Körperregionen |
|---|---|---|
| I | rein okuläre Myasthenia gravis | nur Augenmuskeln |
| IIa | leichte Generalisierung | ganzer Körper |
| IIb | mittelschwere Generalisierung | ganzen Körper |
| III | schwere akute Generalisierung | ganzer Körper mit Atemmuskulatur |
| IV | schwere chronische Generalisierung | |
Behandlungsmöglichkeiten: Symptomatisch
immunsuppressiv
operativ
bei schweren oder kritischen Verläufen:
Sind nur die Augenmuskeln betroffen, ist die Prognose gut. Mit medikamentöser Therapie ist die Krankheit beherrschbar. Der Befall des gesamten Köpers (Generalisierung) war vor einigen Jahren noch eine unheilbare Situation. Durch moderne Medikamente ist die Prognose in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Nur bei schweren Verläufen (siehe Komplikationen) ist die Lebenszeit verkürzt.
Die Thymektomie führt vor allem bei jungen Patienten oft zu einem Rückgang der Symptome. In diesem Fall ist einige Jahre nach der Thymnusentfernung evtl. auch das Absetzen der immunsuppressiven Medikamente möglich.
Klinisch äußert sie sich zumeist in lokalen Muskelstörungen. Häufig (etwa 80 % der Fälle) ist vor allem die Speiseröhre betroffen und es entwickelt sich ein Megaösophagus. Klinisch zeigt sich ein häufiges Regurgitieren. Hier besteht ein besonders hohes Risiko für eine Aspirationspneumonie. Auch die Rachenmuskulatur kann involviert sein, was sich in Stimmveränderungen äußert. Eine dritte häufige Lokalisation sind wie beim Menschen die Augenmuskeln. In diesem Fall ist der Lidschlussreflex vermindert und schnell ermüdbar. Die generalisierte Form äußert sich in schneller Ermüdbarkeit, steifem Gang bis hin zu einer Paraparese der Hintergliedmaßen oder Tetraparese. Auch ein Megaösophagus ist häufig. Eine myasthenische Krise mit akuter Para- oder Tetraparese und Megaösophagus kann ebenfalls auftreten.
Die Diagnose kann sicher nur mit dem Nachweis der Autoantikörper gestellt werden. Bei einem Megaösophagus oder bei Thymomen kann eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs wichtige Hinweise geben. Differentialdiagnostisch müssen andere Polyneuropathien, Botulismus (selten beim Hund), Polymyositis, Zeckenparalyse (selten) und Azetylcholin- oder Organophosphat-Vergiftungen ausgeschlossen werden (Siehe auch VETAMIN D).
Die Behandlung erfolgt wie beim Menschen.
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"Myasthenia gravis pseudoparalytica".
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