My Fair Lady (engl.; „Meine anständige Dame“) ist ein Musical von Frederick Loewe (Musik) und Alan J. Lerner (Buch und Liedertexte).
Die Uraufführung fand am 15. März 1956 im Mark Hellinger Theatre in New York statt. In London wurde das Stück erst zwei Jahre später, am 30. April 1958, im Drury Lane Theatre aufgeführt. Die deutschsprachige Erstaufführung in der Übersetzung von Robert Gilbert war am 25. Oktober 1961 im Theater des Westens in Berlin.
Wie viele Musicals hat auch My Fair Lady seine Wurzeln in einem Theaterstück eines „ernsthaften“ Autors, nämlich in der Komödie Pygmalion von George Bernard Shaw, die 1914 uraufgeführt wurde und ihrerseits auf dem antiken Mythos von Pygmalion basiert, einem sagenhaften bildhauernden König, der sich in eine von ihm selbst geschaffene Statue verliebte.
Eliza nimmt den Kommentar des Professors wahr und sucht ihn auf. Doch nun der Lichtblick: dieser seltsame Professor hat gesagt, er könne aus ihr eine feine Dame machen! Eliza wäscht sich Hals und Hände und fährt mit ihrem letzten Groschen mit dem Taxi bei Professor Higgins vor. Die will Unterricht in Phonetik haben! Der Lohn, den sie Higgins bietet, ist für den Professor nur lachhaft, doch sein Freund Colonel Pickering schlägt ihm eine Wette vor: Wenn es Higgins gelingt, innerhalb von 6 Monaten aus Eliza eine Dame machen kann, dann übernimmt er die Kosten der Ausbildung. Elizas „Abschlussprüfung“ soll der Diplomatenball im Buckingham Palace sein. Professor Higgins nimmt die Wette an und für Eliza beginnt eine harte Lehrzeit. Sie muss bei dem eingefleischten Junggesellen Professor Higgins einziehen und von morgens früh bis abends spät üben, üben, üben. Dabei behandelt sie Higgins sehr ruppig und mehr wie eine Tier, das er dressiert, als wie einen Menschen. Die temperamentvolle Eliza kocht vor Wut und träumt von einer Revanche („Wart’s nur ab“).
Doch endlich schafft es Eliza: Sie sagt g statt j, ei statt e und nicht e sondern ü („Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“). Euphorisch wird gefeiert und die völlig aufgedrehte Eliza findet in der Nacht so gut wie keinen Schlaf. („Ich hätt getanzt heut Nacht“) Damit ist aber erst die erste Hürde geschafft. Nun muss Eliza einen Testlauf in der feinen Gesellschaft bestehen. Professor Higgins und Colonel Pickering suchen sich dazu das Pferderennen in Ascot aus. Eliza hat strenge Vorgaben, über was sie reden darf: Das Wetter und die Gesundheit. Doch auch diese scheinbar unverfänglichen Themen bergen ihre Tücken. Denn als Eliza im wunderschönen Englisch berichtet, dass ihre Tante „abgemurkst“ worden ist, sind die feinen Damen und Herren doch recht irritiert. Trotzdem fliegt Elizas Herkunft nicht auf, behauptet Professor Higgins, der angesehene Philologe, „abgemurkst“ sei ein neues Modewort für „ermordet“ und Eliza habe einen ganz besonderen Humor. Allerdings findet auch er keine passende Erklärung dafür, als Eliza später beim Rennen aufgeregt ihr Pferd anfeuert: „Lauf schneller oder ich streu dir Pfeffer in den Arsch!“ Was für ein Skandal! Der junge Freddy Eynsford-Hill hätte ihr wohl keinen Wettschein geben sollen.
Freddy Eynsford-Hill ist ein junger Mann aus besseren Kreisen und sehr angetan von der bildhübschen Eliza, die so herzlich erfrischend ist. Er beginnt in ihrer Straße zu patrouillieren, in der Hoffnung, dass Eliza einmal das Haus verlässt. Außerdem schreibt er ihr zweimal täglich einen Liebesbrief und bombardiert Eliza mit Blumen. Die Angebetete bekommt davon aber nicht viel mit. Sprechen kann sie zwar nun, aber Eliza ist nach wie vor ungebildet wie das Blumenmädchen, das sie im Grunde ja ist. Um beim Diplomatenball zu bestehen, müssen ihre beträchtlichen Wissenslücken gestopft werden. Das ist harte Arbeit; Eliza schafft es beim Diplomatenball im Buckingham Palace zu brillieren. Jeder ist verzaubert von diesem außergewöhnlichen, anmutigen Geschöpf. Überall wird gerätselt, wer die schöne Fremde ist. Ein Kollege und ehemaliger Schüler von Higgins, ein ungarischer Phonetiker soll Licht ins Dunkel bringen. Aufgrund ihrer Sprache soll er herausfinden, woher Eliza kommt. Seine Diagnose: So sauberes Englisch spricht man nur im Ausland. Seiner Meinung nach ist Eliza eine ungarische Prinzessin! Was für ein Triumph für Professor Higgins.
Am gleichen Abend beglückwünschen sich Higgins und Pickering gegenseitig für die gelungene Arbeit. Sie klopfen sich auf die Schultern und lassen sich vom Personal feiern. Eliza wird schlichtweg übergangen. Man hat sie dressiert, sie hat funktioniert, der Ruhm geht an den Professor – für den sie die Wette gewonnen hat. Als sie später mit Higgins alleine spricht, sagt sie ihm sehr deutlich, wie sehr sie sich vorgeführt und erniedrigt fühlt. Und wie soll es überhaupt für sie weiter gehen? Welche Perspektiven hat sie? Higgins versteht das gar nicht und wirft Eliza vor, undankbar zu sein. Ein bockiges, dummes Kind, das er nicht ernst nehmen muss. Umso erstaunter und entsetzter ist er, als am nächsten Tag Eliza nicht mehr da ist.
Sie hat ihre Sachen gepackt und ist ausgezogen. Zusammen mit Freddy, der mal wieder vor der Tür auf sie gewartet hat, besucht sie das schlechte Viertel Londons, in dem sie vor einem halben Jahr noch zu Hause war. Doch dort passt sie nicht mehr hin. Sie sitzt zwischen allen Stühlen. Für eine Blumenfrau ist sie nun zu fein, für eine feine Dame fehlt ihr das Geld. Eliza fasst den Entschluss, selbst Phonetik zu unterrichten und Freddy zu heiraten.
Als sie Prof. Higgins mit diesem Entschluss konfrontiert, wird er entsetzlich wütend – und erkennt erschrocken, warum er so heftig reagiert: Er vermisst Eliza. Sie ist ihm trotz der großen Unterschiede als Person ans Herz gewachsen („Ich bin gewöhnt an ihr Gesicht“). My Fair Lady endet versöhnlich. Eliza kommt zurück zu Professor Higgins. Offen bleibt, ob sie Freddy heiratet und mit Higgins nur befreundet bleibt oder ob sie den Professor, der doch so gerne Junggeselle ist, den Vorzug gibt.
Der Sound von My Fair Lady wurde in Fachkreisen schon zur Zeit der Welturaufführung altmodisch genannt. Die Orchesterbesetzung glich sehr auffällig den Johann-Strauß-Orchester-Zusammensetzungen. Der Klang erinnerte an unzählige Operetten wie Im weißen Rößl oder Die Fledermaus.
Die ursprüngliche Orchestration von Robert Russell Bennett und Philip J. Lang enthielt nachstehendes Instrumentarium: Fl/Pic, Ob/EH, Klar (2), Fag, Hr (2), Trp (3), Pos, Basspos, Tb, Schl (2), Hf, Vi (A-B), Va, Vc, Kb
Nicht nur aus Platz- und Kostengründen, sondern auch wegen des recht altbackenen Sounds beauftragte der Musical Produzent Cameron Mackintosh den Star für Musical Arrangement William David Brohn, für das Revival am Royal National Theatre (London) eine modernere, jedoch weiterhin sinfonische Fassung zu schreiben. Die neue und aktuelle Orchestrierung enthält folgendes Instrumentairum: Fl/Pic/Klar, Klar/Es-Klar/Fl, Ob/EH, Fag/BarSax/BassKlar, Hr (2), Trp/FlgHr/Kornett (2), Pos/Basspos/Euphonium, Schl, Hf, Key, Vi (4), Va, Vc, Kb
Negative Kritik brachte dem Autorenteam lediglich die Veränderung des Schlusses ein, in dem Eliza und Henry Higgins doch noch ein Paar werden. Dieses Ende empfand man aber unter den Machern als Musical-tauglicher („Heile Welt“). Außerdem äußerte der amerikanische Komponist Rudolf Friml, dass er die My-Fair-Lady-Partitur keinesfalls „Musik“ nennen würde.
Der Film wurde im selben Jahr mit acht Oscars ausgezeichnet. Jedoch wurde Audrey Hepburn nicht in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ nominiert. Diesen Oscar bekam in diesem Jahr Julie Andrews (in dem Disney-Film „Mary Poppins“), die in der Bühnenversion des Stückes als Eliza Doolittle neben Rex Harrison brilliert hatte. Den Produzenten war sie jedoch zu unbekannt. Sie schätzten sie als Risikobesetzung ein und nahmen stattdessen die ungleich bekanntere Audrey Hepburn.
Eine deutsche Fassung war auf zahlreichen Theaterbühnen erfolgreich. Dabei konnten Heidi Brühl und Cornelia Froboess als Eliza große Erfolge feiern.
Eine sehr originelle Adaption des Stoffes stellt der erfolgreiche französische Actionfilm Nikita von Luc Besson dar.
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