Mut, auch Wagemut oder Beherztheit bezeichnet die Fähigkeit und das Selbstvertrauen, bereitwillig etwas zu wagen, vor dem man für gewöhnlich Angst hat.
In sprachlich alter Verwendung bezeichnet „Mut“ auch die Stimmung.
Im Hochmittelalter wird im Umfeld des Minnesangs der Mut als hôher muot zur Tugend und bezeichnet Stolz und seelisches Hochgestimmtsein hôher muot. In Höfische Kultur. Universität Karlsruhe (TH). (24. April 2006) .
Der heutigen Bedeutung näherte es sich erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts.
Bis ins 19. Jahrhundert bezeichnet „Muth“ die Hoffnung auf guten Ausgang, wie es sich in den Ausdrücken frohen Mutes, wohlgemut, mutlos („hoffnungslos“, nicht „ängstlich“), Übermut („sich zuviel Hoffnung machen“) zeigt. Erst in der Zeit der grossen Kriege übernimmt „Mut“ die Bedeutung von Wagemut („Etwas wagen und auf guten Ausgang hoffen“), verschmilzt mit Tapferkeit („Durchhaltewillen“) und besetzt die Bedeutung des Wortes Kühnheit. Die fehlende Position im Sprachschatz nimmt heute Optimismus ein.
In literarischem (in den meisten Ausformungen veraltetem) Sinn ähnelt es noch dem Begriff Gemüt: Die abgeleiteten Komposita (Großmut, Kleinmut, Sanftmut, Langmut, Hochmut, Schwermut, Schwachmut, Starkmut, Freimut, Wankelmut, Missmut, Zumutung, Anmutung u. a.m.) behielten den gemütsbezogenen Aspekt.
Die enge Beziehung zwischen Mut und Emotion steckt auch im – heutzutage synonym verwendeten – Wort Beherztheit.
Gegenbegriffe zum Mut sind Zaghaftigkeit, moralisch noch absprechender: Feigheit (vulgär "Innerer Schweinehund"). Wird aber der Mut verurteilt (Dreistheit, Tollkühnheit oder gar Mutwillen), so wird sein Gegenteil ggf. als Besonnenheit gelobt.
Der Mut ist einigenorts eine Berufstugend, nicht etwa nur bei Soldaten – zu denken ist an Streifenpolizisten, Feuerwehrleute, Sprengmeister, Küstenfischer, Akrobaten, Journalisten in Diktaturen, Politiker. Man merkt es erst an der Verachtung, wenn er dort fehlt. Zuschreibungen und Aberkennungen von Mut sind im Übrigen ein Tummelplatz der Vorurteile; vgl. nur Männlichkeit/Weiblichkeit.
Diente ursprünglich Mut dem Erreichen eines Zieles (etwa dem Überleben oder einem höheren Ansehen), so ist in einer relativ bedrohungsfreien Gesellschaft das Eingehen eines Risikos und das bloße Zurschaustellen von Mut ein Akt der Identitätsfindung, Abgrenzung oder dient der Erhöhung des Sex-Appeals.
Siehe auch: Gladiator, Klettersport, Hooligan, Aggression.
Tugend | Persönlicher Charakter
Courage | Valor | Courage | אומץ | moed | Mot | Kuraż | Valor | Mod
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"Mut (Tugend)".
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