Die Muskete (engl. musket, franz. mousquet; eigentlich „Sperber“) ist ein schweres, langes Gewehr, dessen Lauf innen glatt ist (im Unterschied zur Büchse mit gezogenem Lauf). Da sie von vorn, also von der Mündung her, geladen wird, zählt sie zu den Vorderladern. Wegen der starken Schmutzablagerungen des verwendeten Schwarzpulvers muss die Kugel kleiner sein als der Innendurchmesser des Laufes, damit sie in diesen hinein rollen kann. Die Muskete löste gegen Ende des 16. Jahrhunderts die schwere Arkebuse als Infanteriewaffe ab und wurde im 18. Jahrhundert zur Hauptwaffe der Fußtruppen („Musketiere“). Nach Einführung des Steinschlosses Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Name Flinte - wegen des zur Zündung statt der Lunte verwendeten Feuersteins (Flint) - gebräuchlich. Im englischen Sprachraum hielt sich die Bezeichnung musket für ein glattes Gewehr bis zum 19. Jahrhundert.
Bei Untersuchungen von gut dokumentierten Schlachten zwischen England und Frankreich unter Napoleon, z.B. in Spanien hat man ermitteln können, dass im Normalfall nur 5-7% aller abgegebenen Schüsse eine Wirkung im Ziel hatten. Daher kam man zu dem Schluss, dass nur eine Steigerung der Feuergeschwindigkeit im Gefecht Vorteile bringen würden. Unter idealen Bedingungen ermittelte Trefferquoten waren:
Stress und Sichtbehinderung, sich bewegende Ziele, das Fehlen von Visiereinrichtungen, aber auch persönliche Probleme, auf Leute zu schießen, erklären die niedrigen Erfolgszahlen in den Schlachten. Ungeachtet dessen bedeuteten 10.000 abgegebene Schüsse rund 500 Tote und Verwundete, hinzu kamen die nicht unerheblichen Verluste durch die Kanonen.
Daher war es zwingend nötig, möglichst viele Musketen gleichzeitig zum Einsatz zu bringen. Die Engländer bildeten lange zweigliedrige Linienformationen, in denen fast alle gleichzeitig schießen konnten. Die Franzosen setzten auf tiefgestaffelte Kolonnen, in denen die vordere Reihe immer wieder von dahinterstehenden aufgefüllt wurde und so eine gleich bleibende Zahl von Musketen in Einsatz gebracht werden konnte. Da die Ladezeit von so eminenter Bedeutung war, führte z.B. Preußen eine Muskete mit konischem Zündloch ein, damit das Aufbringen des Zündkrautes auf die Pfanne entfallen konnte. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieben deshalb große Truppenkontingente, die sich in Schlachten gegenüber standen, auch die bestimmende Haupttaktik.
Die spätere Redensart „Die Flinte ins Korn werfen“ bezieht sich auf gerade in den Kriegen des 17. Jahrhunderts und 18. Jahrhunderts unter den reichlich eingesetzten Söldnern weit verbreitete Verhaltensweise, immer dann, wenn es ernst wurde, nicht zu kämpfen, sondern die eigene Haut zu retten und die Flinte wegzuwerfen.
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