Das Museum of Fine Arts (Museum der schönen Künste) in Boston, Massachusetts ist eines der größten Museen in den Vereinigten Staaten. Mfabostonaugust2005.jpg
1907 erhielt der Architekt Guy Lowell den Auftrag zum Bau des neuen Museumsgebäudes, welches den Kern des heutigen Museumskomplexes darstellt. Das im Stil des Klassizismus gestaltete Gebäude konnte 1909 mit einem ersten Bauabschnitt eingeweiht werden. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden der Bostoner Bevölkerung. Bereits zwei Jahre später stiftete Maria Antoinette Hunt (Mrs. Robert Dawson Evans) über eine Million $ für die Errichtung eines weiteren Museumsflügels. Dieser ebenfalls von Lowell gestalte Bau konnte 1915 eingeweiht werden und enthält neben weiteren Ausstellungsräumen auch ein Auditorium. Zwischen 1982 und 1986 wurde dieser Bereich des Museums von Ieoh Ming Pei umgestaltet.
Der Maler John Singer Sargent erhielt 1916 den Auftrag für die Ausgestaltung der Rotunde des Museums. Zwischen 1921 und 1925 entstand hier ein Gesamtkunstwerk aus Malerei, Skulptur und Architekturornamenten. Die zum Museum gehörende Kunsthochschule konnte 1927 in ein ebenfalls von Lowell entworfenen Anbau einziehen. Neben einem großen Hörsaal, einer Bibliothek, Unterrichtsräumen, Ateliers und Ausstellungsräumen ist hier auch ein Café untergebracht. Im Folgejahr fand die Eröffnung des Flügels für dekorative Kunst statt. Neben über 50 Ausstellungsräumen auf drei Etagen entstand hier auch ein großer Innenhof und Skulpturengarten.
Mit dem Forsyth Wickes Anbau (1968) und dem George Robert White Flügel (1970) fügte der Architekt Hugh Stubbins dem Museum weitere Gebäude hinzu. 1981 konnte der Westflügel des Architekten Ieoh Ming Pei eröffnet werden, welcher vor allem für Wechselausstellungen genutzt wird. 1999 erhielt das Architekturbüro Norman Foster den Auftrag zur Erstellung eines Masterplans für die zukünftige Museumsgestaltung. Das ehrgeizige Projekt zum Um- und Ausbau des Museums hat ein Volumen von 500 Millionen $ und wird allein aus Spenden finanziert. Ein erster Bauabschnitt soll 2010 fertig gestellt werden.
Die Kunst Koreas wird im Museum repräsentiert durch Schmuck und Keramiken aus der Periode der drei Königreiche (ca. Christi Geburt - 668), grün glasierte Keramiken, vergoldete Silbergefäße und andere buddhistische Objekte, welche für den Hof und den Adel während der Goryeo-Epoche (918-1392) entstanden sind sowie weiteren Arbeiten aus der Joseon-Dynastie (1392-1910).
Besonders umfangreich sind die Sammlungen mit chinesischer Kunst. Von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart reicht die Zeitspanne der ausgestellten Objekte. Zu sehen sind zahlreiche Beispiele chinesischer Keramik, Bronzen, Malerei, Kalligraphie, Textilien, Steinskulpturen sowie Lack- und Jadearbeiten.
Ein weiterer Schwerpunkt dieser Abteilung ist die Kunst Japans. Mit über 100.000 Kunstwerken besitzt das Bostoner Museum of Fine Arts die größte Sammlung japanischer Kunst außerhalb von Japan. Hierzu gehören buddhistische Kunst aus der Zeit vor dem achten Jahrhundert, mittelalterliche Schriftrollen, Masken des Nō-Theaters, Samurai-Schwerter, Wandschirme, Textilien, Holzschnitte und Drucke, sowie Malerei vom 15. bis zum 19. Jahrhundert.
Weiterhin besitzt das Museum eine der umfangreichsten Sammlungen der USA mit indischer Kunst. Neben zahlreichen Skulpturen, Malerei und dekorativer Kunst sind hier Artefakte aus dem Hindustal, frühbuddhistische Skulpturen und Miniaturmalerei zu nennen.
Einige Bronzeskulpturen und Malerei repräsentieren die Kunst aus Nepal, Tibet und der Mongolei, während persische Buchillustrationen und türkische Keramiken und Metallarbeiten die islamische Kunst exemplarisch vertreten.
Das Museum zeigt zahlreiche Ausgrabungsfunde aus Mesopotamien und Persien, eine Büste des Gudea von Lagasch, eine Silberschale eines Hethiter Königs in Form einer geballten Faust, eine Gruppe von Reliefs aus den assyrischen Palästen von Ninive und einen aus glasierten Ziegeln gefertigten schreitenden Löwen aus der Prozessionsstraße von Babylon. Greekorgy.jpg Die 45.000 Objekte umfassende Sammlung ägyptischer Kunst hat ihren Schwerpunkt in der Kunst des alten Reiches. Hier besitzt das Museum die größte Sammlung außerhalb Ägyptens und führt seit über 30 Jahren Ausgrabungen im Gebiet von Gizeh durch. Aber auch aus der Zeit des Mittleren Reiches, des Neuen Reiches und aus griechisch-römischer Zeit besitzt das Museum umfangreiche Bestände. Zu sehen sind Skulpturen, Sarkophage, Architekturfragmente sowie Papyri und Objekte der Kleinkunst. Besonders beeindruckend ist eine Reihe von Kolossalstatuen aus dem nubischen Reich von Kusch.
Zu den Glanzstücken der Sammlung etruskischer Kunst gehören zahlreiche Keramiken, Goldschmuck, Bronzespiegel, farbige Terracottaziegel und zwei Steinsarkophage.
Griechische Kunst ist ebenfalls mit zahlreichen Objekten im Museum repräsentiert. Hierzu zählen Vasen, Skulpturen, Münzen und Schmuck vom griechischen Festland, aus Kreta und aus Zypern.
Marmorskulpturen, Münzen, Gemmen und Kleinodien gehören zu den Beständen der Sammlung römischer Kunst.
Aus der umfangreichen Sammlung dekorativer Kunst ist besonders die Abteilung für englische Silberarbeiten hervorzuheben, welche mit Künstlern wie Robert Adam und William Kent vertreten ist. Darüber hinaus zeigt das Museum eine Vielzahl an europäischem Porzellan und französische dekorative Kunst des 18. Jahrhunderts.
Zu den Meisterwerken europäischer Plastik vom 11. Jahrhundert bis zur Gegenwart gehören Künstler wie Donatello, Jean-Antoine Houdon, Edgar Degas, Auguste Rodin und Henry Moore.
Joshua Reynolds, Thomas Gainsborough, John Constable und William Turner sind nur einige der bekanntesten Namen der in der Sammlung mit britischer Malerei vertretenen Künstler, während Francisco de Zurbarán, Francisco de Goya, DiegoVelázquez und Pablo Picasso für die spanische Malerei stehen.
Die Sammlung italienscher Malerei ist durch Werke von Duccio di Buoninsegna, Fra Angelico, Sandro Botticelli, Tizian, Rosso Fiorentino, Jacopo Tintoretto, Canaletto, Giovanni Battista Tiepolo ebenfalls im Museum gut repräsentiert. Zu den wichtigsten Künstlern der holländischen und flämischen Schule gehören im Museum die Künstler Rogier van der Weyden, Hans Memling, Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck, Rembrandt, und Jacob Izaaksoon van Ruisdael.
Von herausragendem Umfang und hoher Qualität ist die Sammlung mit französischer Malerei des 19. Jahrhunderts. Sowohl die Schule von Barbizon wie auch die Maler des Impressionismus und Spätimpressionismus sind mit Spitzenwerken vertreten. Das Museum besitzt die weltweit größte Sammlung mit Werken des Malers Jean-François Millet und die größte Sammlung mit Werken Claude Monets außerhalb von Frankreich. Hinzu kommen Bilder von Jean-Baptiste Camille Corot, Gustave Courbet, Edouard Manet, Edgar Degas, Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir, Paul Gauguin und Vincent van Gogh.
Das Sammlungsgebiet dieser Abteilung beginnt bei Goldarbeiten aus präkolumbianischer Zeit und Keramiken der Mayas. Besonders reichhaltig ist die Kunst der Vereinigten Staaten. Bereits aus kolonialer Zeit gibt es Möbel, Gemälde und Silberarbeiten. In so genannten Period Rooms sind beispielhaft einzelne Räume der jeweiligen amerikanischen Epoche eingerichtet. Im Bereich des Kunsthandwerks sind hier Objekte aus der Werkstatt von Tiffany hervorzuheben. Neben den Malern der Hudson River School sind die Künstler John Singleton Copley, John Singer Sargent, Mary Cassatt, Winslow Homer mit großen Werkgruppen im Museum zu sehen.
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