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Nach Kriegsende transportierte die Rote Armee etwa 90 Prozent der ausgelagerten Bestände als Beutekunst in die Sowjetunion. Dort wurden sie in die Eremitage nach Sankt Petersburg verbracht, wo sie bis heute zu sehen sind. Lediglich einige wenige Stücke kehrten nach Berlin zurück. Der fast vollständige Verlust bedeutete einen tiefen Einschnitt und machte einen Neuaufbau der Sammlung notwendig, der nur allmählich vollzogen werden konnte. Ab 1952 diente das Pergamonmuseum als Ausstellungsort für ostasiatische Kunst. Weil im geteilten Berlin das Pergamonmuseum in der sowjetischen Besatzungszone (bzw. in Ost-Berlin) lag, entschloss man sich nach dem Bau der Berliner Mauer in West-Berlin ab 1970 einen eigenen Ausstellungsort im Bezirk Zehlendorf aufzubauen. Nach dem Fall der Berliner Mauer begann mit der Deutschen Wiedervereinigung eine Neuordnung der Berliner Museumslandschaft. Die beiden getrennten Sammlungen wurden 1992 am Standort Dahlem zusammengeführt, im Jahr 2000 erweitert und bilden seitdem das Museum für Ostasiatische Kunst in seiner heutigen Form.
Zunächst werden die drei Länder der asiatischen Subregion in eigenen Abteilungen getrennt präsentiert. Ein zentraler Raum, der die Kunst des Buddhismus zeigt, vereinigt die Galerien, da der Buddhismus als ein gemeinsames Element in allen drei Kulturen anzutreffen ist.
Die chinesische Abteilung zeigt unter anderem ihren umfangreichen Bestand an Porzellanarbeiten und Lackkunst. Über 3.000 Jahre alte Bronzen, Jadeobjekte und Keramiken zeugen von der frühen Zivilisation und Hochkultur des Landes. Auch ein Porzellankelch aus der späteren Ära des Kaisers Wanli (1573-1620) aus der Ming-Dynastie ist von herausragender kulturhistorischer Bedeutung. Ferner wird in einem eigenen Raum ein Reisethron des chinesischen Kaisers Kangxi aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt. Zu ihm gehört ein einzigartiger Paravent aus Palisanderholz, er ist reichhaltig mit Perlmutteinlagen in Lack- und Goldgrund verziert.
Durch ausgewählte Beispiele stellt das Museum in seiner China-Japan-Galerie die Bild- und Schreibkunst, das ursprünglich zentrale Sammelgebiet der ostasiatischen Kunst, vor. Da viele Werke der chinesischen Schrift und der japanischen Schrift sowie einige alte Bilder besonders lichtempfindlich sind, werden sie in Wechselausstellungen gezeigt und nach drei Monaten ausgetauscht. Gleiches gilt auch für viele Ausstellungsgegenstände der Lack- und Textilkunst. Allerdings ergeben sich durch die Verknüpfung mit den japanischen Holzschnitten und der bedeutenden Grafiksammlung des Museums stets neue inhaltliche Zusammenhänge und Schwerpunkte.
In der japanischen Abteilung erschließt sich dem Besucher in der Ausstellung ein japanischer Teeraum (Bôki). Dort kann er nach Voranmeldung zu bestimmten Zeiten auch die japanische Teezeremonie (Sadō) mitvollziehen.
Eine Studiensammlung bietet interessierten Museumsbesuchern die Möglichkeit des vertiefenden Einblicks in die Sammlung, eine angeschlossene Präsenzbibliothek ist nur Fachbesuchern zugänglich.
Eine traditionell enge Zusammenarbeit besteht mit der Deutschen Gesellschaft für Ostasiatische Kunst, sie ist zugleich der Förderverein des Museums. Auf internationaler Ebene wird mit dem Musée Guimet in Paris kooperiert, es beherbergt die größte Sammlung asiatischer Kunst außerhalb Asiens. Im wissenschaftlichen Bereich ist das Museum für Ostasiatische Kunst eng mit der benachbarten Freien Universität Berlin verbunden. So ist beispielsweise Museumsdirektor Willibald Veit gleichzeitig auch Professor für Ostasiatische Kunstgeschichte an der Universität.
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"Museum für Ostasiatische Kunst (Berlin)".
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