MUNA ist das Kürzel für eine Luftmunitionsanstalt, die ab 1936 in Deutschland errichtet wurden. Die bekanntesten sind das Seewerk I und Seewerk II im ehemaligen Vorpommern.
Im Vierjahresplan 1936-1940 legte die nationalsozialistische Regierung den Grundstein für die Kriegsvorbereitungen des 2. Weltkriegs. Neben der Herstellung synthetischer Rohstoffe (Benzin und Gummi) war der Aufbau einer flexiblen und leitungsstarken Sprengstoffindustrie Ziel des Vierjahresplans.
Um das spätere Auffinden der Industrieanlagen für feindliche Bomberstaffeln zu erschweren, wurden die Standorte für die Anlagen auf ganz Deutschland verteilt. Häufig wurden land- oder forstwirtschaftliche Regionen gewählt, die zudem eine leichte Rohstoffversorgung ermöglichen, und einen einfachen und sicheren Abtransport des Sprengstoffes sichern sollten.
Zusätzlich zu den Produktionsanlagen wurden rund um das Werk Siedlungen für die Arbeiter errichtet. Ein massives Lager für Arbeiter wurde in Eggesin, westlich vom Werk errichtet. Weiter entfernt, in Torgelow, südwestlich der Anlage, und am Ortsrand von Ueckermünde wurden Siedlungen für leitende Angestellte und Facharbeiter erstellt Im Abseits liegenden Ortsteil Spechtberg wurde ein zusätzliches Arbeiterlager aus Holzbaracken gebaut.
Die Anlage Seewerk II war stark bewacht und wurde unter Geheimhaltung und Tarnung betrieben. Neben den fest angestellten Ingenieuren und Facharbeitern wurden hier tausende Deutsche Reichsangehörige und Kriegsgefangene beschäftigt („arbeitsverpflichtet“). Die extrem harte Arbeit wurde häufig von Frauen ausgeführt.
Die Produktion fand bis zum Anfang April 1945 statt. Im August 1944 fand ein alliierter Bombenangriff statt. Am 27. April 1945 besetzte die Rote Armee die Anlagen. Nach Kriegsende wurde eine umfassende Demontage (größtenteils durch zwangsarbeitende Frauen aus dem Landkreis) und Sprengung der Werksanlagen durchgeführt. Während der Produktion sind im Werk durch Betriebsunfälle, Bombenangriffe und Überlastung fast 400 Menschen ums Leben gekommen.
Auf dem Gelände in Torgelow-Spechtberg wurden ab 1952 eine Kaserne der Volkspolizei errichtet. Nach 1960 entstand auf dem Gelände der DSC-Werke in ein wenig genutzter Truppenübungsplatz.
Die eigentlichen Produktionsanlagen sind tief im Ueckermünder Wald verborgen. Die Ruinen der früheren Produktionsanlagen sind vielfach zwischen Birken und Fichten sichtbar. Das Gelände gilt heute als unbewachtes militärisches Sperrgebiet, es wird durch eine Hochspannungstrasse durchschnitten. Bei Untersuchungen wurden zahlreiche Schadstoffe festgestellt, eine endgültige Bewertung dieser Untersuchungen steht noch aus.