Mumps (Parotitis epidemica, Salivitis epidemica), umgangssprachlich Ziegenpeter, ist eine ansteckende Virusinfektion, welche die Speicheldrüse und andere Organe befällt. Neben Kindern können sich auch junge Erwachsenene infizieren. Häufige Komplikationen sind Hirnentzündung und Hodenentzündung die zu Unfruchtbarkeit führen kann. Der Erkankunng und den Komplikationen kann durch Impfung vorgebeugt werden.
Der Verursacher dieser Erkrankung ist das Mumps-Virus Paramyxovirus parotitis, ein behülltes Einzel(−)-Strang-RNA-Virus * aus der Familie der Paramyxoviridae, Unterfamilie Paramyxovirinae, Gattung Rubulaviren. Der Mensch ist das einzige Erregerreservoir.
Vor Einführung der allgemein empfohlenen Impfung erkrankten die meisten Kinder zwischen dem zweiten und 15. Lebensjahr. Jungen erkranken häufiger als Mädchen. Seit Einführung der Impfung ging die Häufigkeit drastisch zurück. Die Inkubationszeit beträgt zwölf bis 25, im Mittel 16 bis 18 Tage.
Mumps zeigt eine große Variabilität im Erscheinungsbild. Mindestens 30 bis 40 % der Infektionen verlaufen symptomlos (stille Feiung), bis zu 20 % verlaufen asymptomatisch. Als häufigste Symptome treten Fieber und eine ein- oder noch häufiger doppelseitige entzündliche Schwellung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis, 30 bis 40 %) auf. Nicht selten sind auch andere Speicheldrüsen (einschließlich der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis, 2 bis 5 %)) betroffen. Zusätzlich kommen bei 40 bis 50 % der Fälle respiratorische Symptome zum tragen.
Das zentrale Nervensystem ist klinisch relevant in drei bis 15 % in Form einer aseptischen Meningitis betroffen. Diese kann bereits eine Woche vor bis zu drei Wochen nach Beginn der Ohrspeicheldrüsenentzündung oder auch isoliert auftreten. Während oder nach der Pubertät kommt es bei 25 bis 50 % der männlichen Betroffenen zu einer Hodenentzündung (Mumpsorchitis). Diese beginnt am Ende der ersten Krankheitswoche mit erneutem Fieberanstieg, starker Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit meist nur eines Hodens. Die Erkrankung hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität. Zweiterkrankungen sind möglich, aber selten. Mumps in The Pink Book: Epidemiology and Prevention of Vaccine-Preventable Diseases CDC 9th Edition; January 2006.
Seltenere Komplikationen sind Eierstockentzündung, Schilddrüsenentzündung, Entzündung der Regenbogenhaut am Auge, Herzmuskelentzündung, Nierenentzündung. Todesfälle kommen heutzutage praktisch nicht mehr vor, jedoch werden chronische Erkrankungen des Zentralnervensystems vereinzelt beschrieben. In etwa 1 : 20.000 Infektionen kann eine Innenohrschwerhörigkeit auftreten.
Nach heutiger Auffassung besteht kein direkter kausaler Zusammenhang zwischen Mumps und Diabetes mellitus Typ I. Bei Mumps während der Schwangerschaft ist im ersten Drittel mit einer erhöhten Rate an Fehlgeburten zu rechnen. Eine Mumpsembryopathie ist nicht bekannt. Unbehandelt kann die Krankheit auch zum Tode führen.
Gegenanzeigen gegen die Impfung sind Schwangerschaft, allergische Reaktionen auf Impfstoffbestandteile und angeborene oder erworbene T-Zell-Defekte. Eine gesicherte Hühnereiweißallergie stellt allerdings keine Kontraindikation dar! Auch Personen mit humoralen Immundefekten, Granulozytenfunktionsstörungen, Asplenie oder asymptomatischer HIV-Infektion dürfen geimpft werden.
Nach Mumpskontakt kann eine Erkrankung durch eine Impfung in der frühen Inkubationszeit nicht sicher verhindert werden. Dennoch wird die Impfung empfohlen, da sie vor Ansteckung bei nachfolgender Exposition schützt. Spezielle Mumpsimmunglobuline zur passiven Impfung gibt es nicht.
Hospitalisierte Patienten mit Mumps sollen von anderen Patienten getrennt werden. Nach Abklingen der Symptome können Kinder frühestens neun Tage nach Ausbruch der Erkrankung Gemeinschaftseinrichtungen wieder besuchen.
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