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Die Mumins sind von der finnlandschwedischen Schriftstellerin Tove Jansson erfundene, nilpferdartige Trollwesen. Die ursprünglichen Mumin-Geschichten - von der Erfinderin in Büchern, Bilderbüchern und Comicstreifen umgesetzt - erlebten zahlreiche Adaptionen, etwa in Zeichentrickfilm- und Puppenspiel-Serien und in Hörspielen.

Moominpappa.jpg]] Im Kern bestehen die Mumin-Geschichten aus neun von Jansson geschriebenen und illustrierten Büchern. In Deutschland wurden einige davon in den 1950er Jahren durch Übersetzungen von Vivica und Kurt Bandler bekannt, die sich nicht immer besonders eng am Original orientierten. Es folgten in den 1960er und 1970er Jahren Übersetzungen von Dorothea Bjelfvenstam. Alternativ dazu übersetzte Birgitta Kicherer in den 2000er Jahren Janssons Hauptwerk in ein moderneres Deutsch und übernahm dabei die vorhandenen Eindeutschungen der Eigennamen aus der Bandler-Übersetzung, die Bjelfvenstam meist im schwedischen Original belassen hatte. Diese Ausgaben brachte der Arena-Verlag heraus.

Die Geschichten der Mumins wurden mehrfach verfilmt. Neben den Aufzeichnungen aus der Augsburger Puppenkiste ist die polnische Puppenanimations-Reihe vom Anfang der 1980er Jahre sehr bekannt; in der deutschen Fassung wurden sämtliche Figuren von Hans Clarin synchronisiert. Anfang der 1990er Jahre verhalfen die in holländisch-japanischer Coproduktion entstandenen Zeichentrickfilme den Mumins zu großer Bekanntheit. Später wurde auch ein Kinofilm Komet im Muminland produziert.

Figuren


Die bedeutendsten Figuren in diesem literarischen Kosmos sind:
  • Mumin selbst, kindlich-sehnsüchtig und phantasievoll
  • Muminmutter mit Schürze und Handtasche, unerschütterlich liebend und tolerant
  • Muminvater mit Zylinder, sowohl bürgerlich-gesetzt als auch lausbübisch-abenteuerlustig
  • das Schnüferl, habgierig und ängstlich
  • der Schnupferich (auch: Mumrik), unabhängig und obrigkeitskritisch
  • die kleine My, anarchisch und boshaft-glücklich

Es gibt in der Muminwelt viele weitere Wesen, die sämtlich bestimmte charakterliche und psychische Verfasstheiten symbolisieren, zum Beispiel:

Snorke

Snorke sind eine tierähnliche Trollart und ähneln den Mumins. Sie sind charaktlich oberflächlicher, äußerlich behaarter, unausgeglichen, etwas eitel und können, je nach Stimmungslage, die Hautfarbe wechseln.

Snork

Der Bruder des Snorkfräuleins: Er nimmt sich oft wichtig, ist ungeduldig und organisiert mit Leidenschaft. (finnisch: Niisku, schwedisch: Snork)

Snorkfräulein

Sie ist Mumins Freundin und Bewunderin. ihr Verhältnis ist nicht immer eindeutig: Sie verliebt sich manchmal in andere, wendet sich aber immer wieder Mumins zu, bevor es zu ernst wird; Eifersucht ist ihr aber nicht fremd. Obwohl sie ein Snork ist, scheint sie sich die Fähigkeit zum Farbwechsel in den späteren Geschichten abgewöhnt zu haben, sie tritt auch immer seltener auf. (Englisch: Snork maiden, finnisch: Niiskuneiti, schwedisch Snorkfröken)

Hatifnatten

Kleine, weiße, gespensterartige Wesen, der Form nach ähneln sie getragenenen Socken oder Schlauchpilzen. Ihre Hände wachsen ansatzlos aus dem schlanken Körper und ähneln breiten Flossen. Nach unten hin sind die Figuren mit weniger Detail gezeichnet. Sie sind immer unterwegs und reisen in großen Gruppen, z.B. flottillenweise in kleinen Booten und treten dabei nur in ungerader Anzahl auf. Sie stören sich dabei nicht an gelegentlichen Fahrgästen, einige Mumins haben sie schon mitgenommen. Anscheinend ist es ihr Lebensziel, den Horizont zu erreichen, ihre Augen sind ihm stets zugewandt - außerdem nehmen sie jeweils die Farbe des Himmels an. Sie verständigen sich untereinander wohl allein intuitiv, denn sie können nicht hören oder sprechen und sehen auch nicht gut, ihr physikalischer Spürsinn ist allerdings stark ausgeprägt: Sie reagieren auf Schwingungen des Boden und auf elektrische Ladungen, z.B. die von Gewittern. Einmal jährlich versammeln sie sich in einem solchen und laden sich auf. Man sollte sie dann meiden, denn sie können dann, ohne böse Absicht, Stromschläge austeilen. Obwohl physiologisch Tiere, wachsen sie aus einer Saat. Am Wohnort eines Missliebigen diese Saat zu pflanzen, ist ein probates Mittel, um ihn zu vertreiben. Obwohl sie andere meist nicht wahrzunehmen scheinen, sind sie eigen und bemerken einiges doch: Wer ihnen z.B. ihr Barometer wegnimmt, muss damit rechnen, dass sie ihm nachts in das Zelt schlüpfen - vgl: „Die Mumins. Eine drollige Gesellschaft“. (Englisch: Hattifatteners, finnisch: Hattivatit, schwedisch Hatifnattar, gelegentlich alternative deutsche Schreibung: Hattifnatten)

Bisam

Ein Philosoph, der von der Sinnlosigkeit der Dinge ausgeht und Oswald Spengler liest. Er taucht in „Komet in Muminland“ sowie in „Eine drollige Gesellschaft“ auf und lebt bei den Mumins im Haus. Die Muminkinder ärgern ihn unter anderem damit, ihm Bürsten in sein Bett zu stecken. Schließlich zieht er, um Ruhe zu finden, in eine Höhle um, die der Schnupferich entdeckt. (Englisch: Muskrat, finnisch: Piisamirotta, schwedisch Bisamrattan)

Literatur


Die neun Textbücher (Titel nach der zurzeit im Buchhandel lieferbaren Arena-Übersetzung):
  • Mumins lange Reise
  • Komet im Mumintal
  • Die Mumins. Eine drollige Gesellschaft
  • Muminvaters wildbewegte Jugend
  • Sturm im Mumintal
  • Winter im Mumintal
  • Geschichten aus dem Mumintal
  • Mumins wundersame Inselabenteuer
  • Herbst im Mumintal

Weblinks


Literarische Figur | Kinder- und Jugendbuch

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