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Der Begriff Multimedia bezeichnet Inhalte und Werke, die aus mehreren der folgenden digitalen Medien bestehen: Text, Fotografie, Grafik, Animation, Audio, Video, Interaktion und Spielen.

Definition


Die Präsentation durch verschiedene Formate ist nichts Neues, Multimedia zeichnet sich aber insbesondere durch digitale Inhalte aus. Außerdem spielt das Vorhandensein unterschiedlicher Interaktionsmöglichkeiten eine wichtige Rolle, z.B. aktive Navigation, Manipulation von Inhalten oder Steuerung von Wiedergabeparametern. Aufgrund des technologischen Fortschritts der Digitalisierung und der gesteigerten Leistungsfähigkeit von Computern erlebte Multimedia eine stürmische Entwicklung.

Die Kombination mehrerer Medien wird manchmal nur dann als Multimedia bezeichnet, wenn mindestens ein Medium zeitabhängig ist (zum Beispiel Video, Audio oder Animation, vergleiche Steinmetz, 1999). Nach dieser Definition würde ein Text mit Bildern nicht unter Multimedia fallen.

Es gibt keine eindeutige Definition für den Begriff Multimedia. Bei P. Kneisel (zitiert nach Steinmetz 1999) findet man folgende Definition: „Ein Multimediasystem ist durch die rechnergestützte, integrierte Erzeugung, Manipulation, Darstellung, Speicherung und Kommunikation von unabhängigen Informationen gekennzeichnet, die in mindestens einem kontinuierlichen und einem diskreten Medium kodiert sind.“

Die Multimedia-Enquête des baden-württembergischen Landtags im Jahr 1995 nannte als wesentliche Merkmale von Multimedia

„drei neue oder erweiterte Möglichkeiten, die für sich und in ihrer Kombination die gegenwärtige Anwendungsbreite des Informations- und Kommunikationsverhaltens erheblich steigern: Vernetzung, Integration und Interaktivität. Vernetzung bezeichnet dabei die Möglichkeit des Zugangs zu allen weltweit gespeicherten Informationen. Integration drückt die Möglichkeit der zeitgleichen Zusammenführung der verschiedenen Medien Text, Graphik, Bewegtbild und Ton in einem Medium aus. Interaktivität meint die tendenziell weltweite Möglichkeit, daß jeder zugleich Empfänger und Sender von Informationen wird. Voraussetzungen für Vernetzung, Integration und Interaktivität sind Multimedia-Infrastrukturen. Dazu gehören Netzstrukturen für die weltweite Datenübertragung, Hard- und Softwarekonfigurationen zur Speicherung, Verarbeitung und Verteilung von Daten, Dienste, die den Betrieb und die Nutzung der Infrastrukturen sowie den Zugriff auf Informationen ermöglichen oder erleichtern und Inhalte, die von Wirtschaftsunternehmen, privaten und öffentlichen Haushalten und von Organisationen ohne Erwerbscharakter erstellt, genutzt, verändert, und weitergeleitet werden können“ (Landtag von Baden-Württemberg, Drucksache 11/6400).

Eine weitere Definition wird von Klimsa gegeben (L. J. Issing, P. Klimsa: Information und Lernen mit Multimedia und Internet. S. 3f):

„... bedeutet "Multimedia" zahlreiche Hardware- und Softwaretechnologien für Integration von digitalen Medien, wie beispielsweise Text, Pixelbilder, Grafik, Video oder Ton. Neben diesem Medienaspekt - Multimedialität - spielen aber auch Interaktivität, Multitasking (gleichzeitige Ausführung mehrerer Prozesse)und Parallelität (bezogen auf die parallele Medienpräsentation) eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang können wir vom Integrations- und Präsentationsaspekt des Multimediabegriffs sprechen. Diese Aspekte der technischen Dimensionen des Multimediaverständnissen müssen um weitere Aspekte ergänzt werden: die der Dimension der Anwendung. Erst die Anwendung der multimedialen Technik konkretisiert den Begriff. So kann nicht jede beliebige Kombination von Medien als "Multimedia" bezeichnet werden. Ein Personalcomputer mit Tonausgabe und einem eingebauten CD-Rom Laufwerk ist genauso wenig ein Multimediasystem wie ein CBT Programm (...), das neben Text auch Bilder und Grafiken darstellt. Sicherlich sind aber neben der Multimediatechnik auch der Nutzungskontext und die Funktionalität von Multimedia stets in die Debatte mit einzubeziehen.“

"Multimedia" wurde 1995 zum Wort des Jahres gekürt.

Globale Dimension der Multimedia-Entwicklung


Die Multimedia-Enquête des baden-württembergischen Landtags schätzte im Jahr 1995 die Entwicklung wie folgt ein (Auszug):

„Eine weltumspannende Etablierung von Multimedia als erweiterte Handlungschance für Vernetzung, Integration und Interaktivität muß unter zwei Gesichtspunkten gewürdigt werden. Zum einen entstehen durch den Prozeß der Formierung von Multimedia-Infrastrukturen neue oder erweiterte Wirtschaftsbereiche für die Errichtung und den Betrieb dieser Infrastrukturen. Zum anderen müssen die Wechselbeziehungen mit den Nutzern dieser Infrastrukturen beachtet werden. Hier geht es um die Frage, wie die Handlungschancen genutzt werden. Es ist anzunehmen, daß auf das wirtschaftliche Handeln und auf die Erwerbsarbeit weitreichende Veränderungen zukommen. Mit Multimedia werden betriebliche, gesellschaftliche und internationale Arbeitsteilungen umgestaltet.

Die erweiterten Handlungschancen durch Vernetzung, Integration und Interaktivität beschleunigen die Globalisierung der Wirtschaft. Weniger als bisher sind örtliche und zeitliche Bindungen Voraussetzungen der wirtschaftlichen Tätigkeit. Aus mehreren Gründen wird mit Multimedia der seit Jahren merkliche wirtschaftliche Strukturwandel und die damit einhergehende Denationalisierung der Wirtschaftspolitik beschleunigt.

Funktionen der Unternehmens-, Prozeß-, Fertigungssteuerung usw. sowie wirtschaftliche Teil- und Vorleistungen können mehr als bisher örtlich entkoppelt und gleichzeitig effektiver synchronisiert werden. Was man heute über die telekooperative Herstellung von Software und technischen Dokumentationen weiß, wird auf andere Felder übertragen und weiterentwickelt. Entwicklung, Konstruktion und Planung müssen nicht mehr an einem Ort zusammengefaßt sein. Den Unternehmen werden künftig bei Standort- und Strukturentscheidungen mehr Optionen aus der globalen Vernetzung offenstehen. Die Firmen werden sie vermutlich auch immer dann konsequent nutzen, wenn sie komparative Vorteile daraus erwarten können. Die gegenwärtigen Ver- und Auslagerungen von Wertschöpfungsgliedern sowie die Differenzierung und Spezialisierung wirtschaftlicher Tätigkeit auf globalem Maßstab erhalten mit Multimedia weiteren Auftrieb und vermutlich eine neue Dynamik, weil die dabei erforderlichen Koordinationen und Transaktionen mit Multimedia komfortabler und schneller ausgeführt werden können...“

Universale Dimension


Die Multimedia-Enquête des baden-württembergiscchen Landtags schätzte im Jahr 1995 die Entwicklung wie folgt ein (Auszug):

„Auf der universalen Dimension führen die vielfältigen Möglichkeiten von Multimedia für die Arbeits- und Lebenswelt zu neuartigen Verknüpfungen von Aktivitäten. Das betrifft die lokalen, inhaltlichen, sozialen und zeitlichen Bezüge von Arbeit, Familie, Bildung und Freizeit. Die Kommission sieht die universale Anwendung unter zwei Gesichtspunkten:

Erstens: Mit der tendenziell universalen Anwendung von Multimedia-Infrastrukturen wird zunächst die Möglichkeit des Einsatzes in nahezu allen Sektoren der Erwerbsarbeit, der öffentlichen Einrichtungen und Verwaltungen, im Freizeitbereich und im Privatleben bezeichnet. Dies zeigt eine beachtliche Vielfalt möglicher Anwendungen an und läßt mehr oder minder deutliche Veränderungen der bisherigen Regelung und Gestaltung von Arbeits- und Lebenswelt erwarten.

Zweitens: Universalität von Multimedia nimmt von einem bestimmten Punkt der Verbreitung und Durchdringung des wirtschaftlichen, öffentlichen und privaten Lebens noch eine zweite Bedeutung an. Sie betrifft den Zugang zu und die Versorgung mit Informationen. Es ist abzusehen, daß Multimedia-Infrastrukturen den Rang grundlegender Einrichtungen des modernen wirtschaftlichen, politischen und demokratischen Lebens annehmen werden.

Die universale Anwendbarkeit von Multimedia verweist heute schon perspektivisch auf offene und breite Nutzungsmöglichkeiten einer wirklich neuen technischen Ressource. Sofern der gegenwärtige Zuschnitt von Arbeitsaufgaben, -strukturen und -zusammenhängen von Restriktionen aus örtlicher und/oder zeitlicher Bindung bestimmt ist, werden die erweiterten und vielfältigen Anwendungen diese Einschränkungen verringern oder gar überwinden. Der ohnehin starke und seit Jahren anhaltende Trend zum Ausbau von Dienstleistungsfunktionen für Wirtschaft, Staat und private Haushalte wird durch die Nutzung von Vernetzung, Integration und Interaktivität verstärkt und durch Erschließung von bis dahin nicht vorhandenen Möglichkeiten einen neuen Schub erhalten. In diesem Prozeß wird ein vermutlich großes Potential für die Neugestaltung von bestehenden Arbeits- und Beschäftigungsformen, für die Erschließung neuer Geschäftsfelder und für das Entstehen neuer Erwerbsformen freigesetzt.

In diesen Zusammenhang gehören viele Varianten von Telearbeit und Telekooperation. Daraus erwachsen sowohl für selbständige und abhängige Erwerbsarbeit als auch für den zunehmenden Bereich der informellen Arbeit bisher nicht gekannte Optionen. Die bisher immer noch deutlichen Schranken für den größten Teil der Erwerbspersonen, die unterschiedlichen und teils gegensätzlichen Anforderungen aus Familie, Arbeit und Freizeit möglichst spannungs- und belastungsarm zu vereinbaren, könnten dadurch deutlich absinken.

Eine Steigerung der Lebensqualität für viele wäre die Folge. Dazu könnte im übrigen auch beitragen, daß dann zu höchst unterschiedlichen Problemstellungen in Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung sowie zu akuten Notfällen etwa im Gesundheitsbereich Fachleute von überall her bedarfsgerecht in Leistungserstellungsprozesse hinzugezogen werden können. Das schließt die Entstehung von Elementen einer globalen ärztlichen Versorgung ein. Entsprechendes gilt für neuartige Möglichkeiten und Chancen durch Fernausbildung, Fernlernen, Ferndiagnose, Fernwartung und anderes.

Informationen und Güter können anders und vor allem mit wesentlich weniger Ressourcen- und Energieaufwand bereitgestellt werden als dies bisher möglich war. Die kommenden Möglichkeiten zur Substitution von physischer Mobilität oder zur besseren Steuerung von Mobilität eröffnen - gerade auch aus energie- und umweltpolitischer Sicht - eine große Chance zur Entschärfung der weltweiten Trends der Umweltbelastung und -schädigung.

Im Umweltbereich wird es erstmals möglich werden, ein globales Bild unserer Umwelt unter Nutzung von Satellitentechnik, Datenbanken, Geoinformationssystemen usw. weltweit zur Verfügung zu stellen. Damit verbinden sich Chancen für eine deutliche Anhebung von Informationsstand und Diskussionsniveau.

Multimedia schafft im Vergleich zu heutigen Bedingungen verbesserte Möglichkeiten, Ergebnisse geistiger Arbeit leichter mit anderen zu teilen und sie auf neuartige Weise weltweit zu vermarkten. Absehbar ist auch eine Abschwächung der bislang immer noch vorherrschenden Trennung zwischen Privat- und Arbeitssphäre, die in einigen Bereichen sogar zu einer neuen Überlappung, vielleicht sogar Verschmelzung von arbeits- und lebensweltlicher Aktivität führen kann.

Anstrengungen zur Aus- und Weiterbildung können sich durch Multimedia-Infrastrukturen stark beleben und in unserer Gesellschaft zu einer erhöhten Intensität und einer größeren Breite des Bildungsverhaltens und vielleicht auch zu einem insgesamt höheren Bildungsniveau beitragen. Vernetzung, Integration und Interaktivität dürften wesentlich gesteigerte Möglichkeiten für jeden einzelnen zum selbständigen Erschließen und Weiterverarbeiten von Wissen und Informationen bieten. Auch Elemente einer globalen Aus- und Weiterbildung könnten - bei richtiger Ausgestaltung - auf diesem Wege erstmalig mit sehr viel größerer Flächenwirkung als bisher möglich werden. Die Idee einer ‚lernenden Gesellschaft‘ nimmt damit Gestalt an.“

Pädagogische Aspekte


Naive_Summentheorie.jpg Die verschiedenen Medien sollen dem Betrachter die Wissensaufnahme von Inhalten erleichtern, da der Benutzer die Informationen mit verschiedenen Sinnesorganen aufnimmt. Dem liegt die vordergründig einsichtige Annahme zugrunde, dass Informationen besser „gespeichert“ werden, wenn sie über möglichst viele „Kanäle“ vermittelt werden. In diesem Zusammenhang tauchen Grafiken auf, ähnlich der hier vorgestellten, die den kausalen Zusammenhang zwischen Lerneffekt (grüne Kurve) und Medienmenge illustrieren sollen. Der Psychologe Bernd Weidenmann bezeichnet diese Argumentation als naive Summentheorie, der jeder empirischer Beweis fehlt. Vermutlich gründet die Annahme in einer Fehlinterpretation einer Aussage des Begründers der Mediendidaktik, Comenius. Dieser forderte in seiner Schrift „E Scholasticis Labyrinthis Exitus in planum“ unter anderem: „Also sollen auch die Schulen alles den eigenen Sinnen der Lernenden darbieten: damit sie alles selbst sehen, hören, riechen, schmecken, berühren, was gesehen usw. werden kann und muss“.

Empirisch belegt ist, dass es Vorteile beim Lernen gibt, wenn Informationen auf verschiedenen Kanälen präsentiert werden, z.B. ein Bild + Audio-Beitrag. Dies wird damit begründet, dass ein Kanal nur eine begrenzte Kapazität besitzt. Bild + geschriebener Text würde also den visuellen Kanal überfordern, während Bild + Audio gleichzeitig wahrgenommen werden kann.

Der interaktive Aspekt von Multimedia ermöglicht dem Betrachter eine individuell zugeschnittene Wissensvermittlung sowie die erfahrungsorientierte Aufnahme von Inhalten. Diese Vorteile werden insbesondere durch Lernprogramme (E-Learning, Computer Based Training) erschlossen.

Gesellschaftliche Gestaltung des Wandels


Die Multimedia-Enquête des baden-württembergischen Landtags stellte im Jahr 1995 folgende Überlegungen zur Diskussion:

Der Formierungsprozeß einer vermutlich wachstumsstarken Multimedia-Wirtschaft muß richtig verstanden werden. Oftmals verführen Trendeinschätzungen über weltumspannende infrastrukturelle Neuerungen zu der Annahme, daß die Dinge bereits gerichtet und vorbestimmt sind, mehr oder minder zwangsläufig ablaufen und in regionalen oder landespolitischen Bezügen nicht beeinflußt werden können. Dazu trägt eine unbeabsichtigte Nebenfolge von Prognosen bei. Gerade fundierte Prognosen neuer Entwicklungen erscheinen im Nachvollzug oft so, als ob die einzelnen Punkte und Stationen in quasi logischen und zwingenden Verknüpfungen stünden. Das begünstigt eine Opferperspektive, aus der heraus nur noch gefragt wird, wie man sich am besten an die absehbaren Verhältnisse anpassen kann. Eine solche Haltung wäre im Fall von Multimedia sachlich unbegründet und politisch unangemessen.

Die Kommission ist der Auffassung, daß zwar die beschriebene welt-weit ablaufende technologische und ökonomische Entwicklungsrichtung nicht grundlegend verändert werden kann, daß dieser Formierungsprozeß aber dennoch viele offene Stellen, Wegpunkte und Verzweigungen aufweist, über die entschieden werden kann und muß. Das betrifft einen umfangreichen Kanon von Gegenständen. Nur beispielhaft sei auf die Standardisierung von Schnittstellen, auf neue Aufgaben in Datenschutz und Datensicherheit, auf die Gestaltung und Regelung neuer Erwerbs- und Beschäftigungsformen, auf Bildung und Ausbildung für Multimedia-Berufe sowie auf die Arbeits- und Funktionsteilung zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Trägern von Rundfunk und rundfunkähnlichen Veranstaltungen hingewiesen.

Mit ihrer je eigenen Kompetenz werden sich Wirtschaft, Gewerkschaften, Fachverbände, Wissenschaft, Politik und Verwaltungen damit auseinandersetzen und auf verschiedenen Aktionsfeldern und Verhandlungsarenen ihre jeweiligen Interessen und Belange -hoffentlich schnell genug - einbringen. Soweit gibt es keinen Unterschied zu vergleichbaren Veränderungen in der Vergangenheit. Allerdings: Im Formierungsprozeß von Multimedia ist der Umfang der abstimmungs-, gestaltungs- und regelungsbedürftigen Gegenstände besonders groß.

Technologische Aspekte


Inhalte von Multimedia benötigen erhebliche Rechen- und Speicherkapazitäten. Dies führte bis ungefähr 1990 zu sehr eingeschränkten Inhalten. Durch die gesteigerte Leistungsfähigkeit von Heimcomputern sind diese Einschränkungen heute weitgehend eliminiert worden, wobei schnellere Prozessoren, die allgemeine Verfügbarkeit von mindestens High Color-fähigen Grafikkarten, von Soundkarten, grafischen Benutzeroberflächen und die Einführung der CD-ROM, also vor allem Entwicklungen der ersten Hälfte der neunziger Jahre, den Durchbruch im Masseneinsatz brachten und Multimedia zum vielzitierten Schlagwort dieser Zeit machten. Die folgende Zeit brachte dann eher graduelle Verbesserungen.

Im Internet sind Beschränkungen aufgrund geringer Bandbreiten und fehlender QoS-Funktionalität in den verbreiteten Netzwerkprotokollen noch erheblich, wobei der zunehmende Einsatz von Breitbandanschlüssen wie DSL diese Probleme in absehbarer Zeit lindern wird. Im Bereich der Dateiformate sind in den letzten Jahren durch neue Kompressionsverfahren von Bild (gif/jpg), Ton (mp3) und Video (mpeg/avi) oder spezialisierte Softwarepakete wie Macromedia Director (Autoren-Software) erhebliche Qualitätsverbesserungen erreicht worden. Für interaktive Bearbeitung von Video- und Audiodaten wurden sogar eigene Programmiersprachen wie zum Beispiel Pure Data entwickelt. Mit neueren Tools, wie beispielsweise Macromedia Flash, wurden auch Web-Inhalte möglich.

Parallel zu den Entwicklungen im Computermarkt wurden auch in der Unterhaltungselektronik innovative Geräte zur Marktreife gebracht, die den Ansprüchen von Multimedia entsprechen (DVD-Player und Spielekonsolen). Ein leidiger Aspekt sind die Standardisierungsbemühungen der Abspiel-Software, der Trägermedien (zum Beispiel DVD) und Kompressionsverfahren. Die beteiligten Firmen versuchen mit Durchsetzung ihrer eigenen Standards Marktvorteile zu gewinnen, was meistens auf Kosten des Benutzers geht (zum Beispiel sind nicht alle CD- und DVD-Formate in jedem beliebigen Abspielgerät lesbar.)

Multimedia treffen wir heute in fast allen Lebensbereichen an: Angefangen bei Unterhaltung, Schulung, Wissenschaft und Forschung bis hin zur Benutzer-Unterstützung an modernen Geldautomaten. Als ein Beispiel kann das E-Detailing genannt werden, eine Multimediaanwendung für Ärzte, die der Wissensvermittlung dient und zugleich ein Marketinginstrument für die Pharmaindustrie darstellt. Multimedia hat sich auch zu einer eigenständigen, besonders aufwändigen Kunstform innerhalb der Digitalen Kunst entwickelt. Die künstlerischen Werke hatten einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die kommerzielle Entwicklung von Multimedia-Inhalten. Das Projekt Xplora1 vom Sänger Peter Gabriel war ein Multimedia-Referenzwerk aus dem Jahre 1993. Weitere Pionierrollen nahmen die amerikanische Künstlerin Laurie Anderson oder die Schweizerin Pipilotti Rist ein.

Literatur


  • Joachim Hasebrook: Multimedia - Psychologie. Eine neue Perspektive menschlicher Kommunikation. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1995.
  • Ralf Steinmetz: Multimedia Technologie - Grundlagen, Komponenten und Systeme, Springer-Verlag, 2005, ISBN 3540620605
  • Bernd Weidenmann: Wissenserwerb mit Bildern. Huber, Bern 1994.
  • Andreas Holzinger: Basiswissen Multimedia Band 1 Technik: Technologische Grundlagen multimedialer Informationssysteme, Vogel-Verlag, 2.Auflage 2002, ISBN 3802319141
  • Andreas Holzinger: Basiswissen Multimedia Band 2 Lernen: Kognitive Grundlagen multimedialer Informationssysteme, Vogel-Verlag, 2000, ISBN 3802318579
  • Andreas Holzinger: Basiswissen Multimedia Band 3 Technik: Entwicklungstechnische Grundlagen multimedialer Informationssysteme, Vogel-Verlag, 2001, ISBN 3802318587
  • Landtag von Baden-Württemberg, Multimedia-Enquête 11. Wahlperiode, Drucksache 11/6400, 1995

Ausbildung


  • SAE Institute: Internationale Bildungseinrichtung in den Bereichen Audio, Multimedia, Digital Film und 3D

Siehe auch


Weblinks


Multimedia | Computerkunst | Wort des Jahres | 1995

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