Mülhausen (Milhüse im örtlichen Dialekt und Mulhouse auf französisch) ist eine elsässische Stadt im Osten Frankreichs. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur („Sous-préfecture”) des Arrondissements Mulhouse im Département Haut-Rhin in der Region Alsace. Das Arrondissement gliedert sich in neun Kantone. Mülhausen ist die größte Stadt in Haut-Rhin und nach Straßburg die zweitgrößte des Elsass. Sie wird von zwei Wasserläufen, den Rheinzuflüssen Doller und Ill, durchquert.
Mülhausen liegt geographisch günstig an den Grenzen dreier Staaten (Frankreich, Deutschland und Schweiz). Nordwestlich der Stadt liegt Thann, das südliche Tor zur elsässischen Weinstraße (Route de vin). Auch ist Mülhausen das Tor zum Sundgau im äußersten Süden des Elsass. Mit den Nachbarn Freiburg im Breisgau, Basel, Belfort, Montbéliard und Colmar liegt Mülhausen im Zentrum einer mehr als zwei Millionen Einwohner zählenden Region.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts gewannen chemische und mechanische Industrien an Bedeutung. Im Jahr 1746 begann mit der Gründung einer Textildruckmanufaktur die industrielle Entwicklung der Stadt. Mülhausen entwickelte sich zu einer erfolgreichen Industriestadt. Mülhausen unterhält bevorzugte Beziehungen mit Louisiana, von wo es Baumwolle importiert.
Mit Bezug auf die Größe der Stadt ist das historische Zentrum sehr klein, da die Stadtentwicklung erst sehr spät einsetzte.
Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 wurde Mülhausen wie das gesamte Elsass Teil des neuen deutschen Kaiserreiches. 1919, nach dem „großen Krieg” (Erster Weltkrieg), wurde Mülhausen erneut eine Stadt in Frankreich. Die französische Sprache wurde als Amts- und Schulsprache verpflichtend eingeführt. Nach der Niederlage Frankreichs zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde auch Mülhausen wieder dem Deutschen Reich angeschlossen und war so von 1940 bis 1945 der Willkürherrschaft des Diktators Hitler unterworfen. Nach dem Untergang des Dritten Reiches rückten die Franzosen wieder in die Stadt und stellten die Vorkriegsverhältnisse wieder her.
Die Unterstadt war früher das Viertel der Händler und der Handwerker. Sie entwickelte sich um den Place de la Réunion (Platz der Wiedervereinigung). Nur noch sehr wenige Häuser aus dem Mittelalter und Reste der ehemaligen Stadtmauer sind in Mülhausen zu finden. Heute ist die Unterstadt um den Platz der Wiedervereinigung und dem Dom Fußgängerzone.
Die Oberstadt entstand im 13. Jahrhundert. Verschiedene Mönchsorden siedelten sich dort an, insbesondere die Franziskaner, Augustiner, Klarissen und die Malteser.
Das Neue Viertel ist das früheste Beispiel einer geplanten Urbanisierung, die in Mülhausen ab 1826 nach der Zerstörung der Stadtmauern erfolgte (wie in zahlreichen französischen Städten). Es konzentriert sich um den Platz der Republik. Sein Netzwerk an Straßen mit dreieckigen Wohnflächen ist ein hervorragendes Beispiel gelungener Stadtplanung der Architekten G. Stolz und Félix Fries. Dieses Viertel wurde von den reichen Familien der industriellen Arbeitgeber bewohnt, die meistens liberaler und republikanischer Gesinnung waren.
Das Rebberg Viertel zeichnet sich durch vornehme Villen aus, die den säulenartigen Residenzen der Baumwollzüchter in Louisiana ähneln und von diesen inspiriert wurden. Man findet dort aber auch Häuser englischer Inspiration: die Reihenhäuschen, gebaut als Resultat der großen Verbundenheit mit Manchester, als die Unternehmerfamilien ihre Söhne zum Studium dorthin schickten. Der Rebberg war früher der Weinberg der Stadt Mülhausen (daher der Name Rebberg).
In Mülhausen entstand ab 1853 die erste Arbeitersiedlung Frankreichs. Sie war das Ergebnis eines raschen Bevölkerungsanstiegs in den Jahren 1800 bis 1850 von etwa 5.000 auf 30.000 Bewohner. Es entstanden insgesamt 1.240 Gebäude für ungefähr 10.000 Bewohner.
Das Rathaus wurde 1553 im rheinischen Renaissance-Stil gebaut. Montaigne bezeichnet es 1580 als "großartigen Palast, der ganz vergoldet wäre". Im Inneren finden sich verblüffend naturgetreue Gemälde, die in Allegorien die Laster und Tugenden darstellen. Die Fresken im Rathaussaal bezeichnen die Wappen der Schweizer Kantone, mit denen die Stadt verbunden war.
Seit dem 13. Mai 2006 verfügt Mulhouse - nach 49 Jahren Unterbrechung - wieder über ein modernes Straßenbahnsystem, das den ÖPNV deutlich aufgewertet und attraktiver gemacht hat. Die Stadt wird darüber hinaus ein Tram-Train-System aufbauen, das bis 2011 fünf Umlandgemeinden an die Kernstadt anbinden wird.
Eine die Gemeinden betreffende Zusammenarbeit im Ballungsraum von Mülhausen wird entwickelt. Die Stadt hat im Jahre 1997 einen Gemeindeverband vorgestellt, woraus seit 2001 der Gemeindeverband Südliches Mülhausen Elsass (CAMSA) mit 5 Mitgliedern entstand: Didenheim, Lutterbach, Morschwiller-le-Bas, Mülhausen und Zillisheim. Am 1.Januar 2004 wurden 11 neue Kommunen integriert. Der wirkliche Ballungsraum ist aber weitaus ausgedehnter.
Mülhausen wird in 4 Kantone geteilt:
Mülhausen (Elsass) | Мюлуз | Мюлуз | Mulhouse | Mulhouse | Mulhouse | Mulhouse | Mulhouse | ミュルーズ | Mulhouse | Mulhouse | Miluza | Mulhouse | Mulhouse | Mulhouse | 米卢斯
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Mülhausen".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world