Der Mukden-Zwischenfall am 18. September 1931 war der Auftakt der Mandschurei-Krise zwischen Japan und China.
Japan sicherte sich jedoch großen Einfluss und baute die Südmandschurische Eisenbahn, mit der es Rohstoffe aus der Mandschurei nach Korea brachte und von dort nach Japan verschiffte. Zum Schutz der Bahnlinie wurde von Japan die Guandong-Armee in der Mandschurei stationiert.
Schon am 4. Juni 1928 verübten expansionistische japanische Offiziere einen Sprengstoffanschlag auf den chinesischen Machthaber in der Mandschurei Marschall Chang Tso-lin, der dabei getötet wurde. Die Offiziere hatten gehofft, dass in der Mandschurei Chaos ausbricht, was Japan zum Eingreifen in der Mandschurei bewegt hätte. Die Lage blieb jedoch ruhig, der Nachfolger Tso-lins erhielt japanische Unterstützung, so lange er die faktische Autonomie der Mandschurei gegen den Einfluss der Kuomintang verteidigte. Am 29. Dezember 1928 erklärte der Führer der Mandschurei seine Loyalität gegenüber der nationalchinesischen Regierung.
Die Chinesen versuchten durch offene Konkurrenz den wirtschaftlichen und politischen Einfluss Japans in der Mandschurei zu bekämpfen. So wurden Eisenbahnlinien gebaut, die parallel zu japanischen verliefen. Im Frühherbst 1931 verschärften sich die Spannungen zwischen Japan und China, nachdem ein japanischer Spion ermordet worden und es zu Zusammenstößen zwischen Chinesen und Koreanern, die nach der Annexion Koreas durch Japan japanische Staatsbürger waren, gekommen war. Außerdem waren viele Japaner davon überzeugt, dass eine weitere Expansion während der wirtschaftlichen Krise Ende der 1920er-, Anfang der 1930er-Jahre einen Ausweg aus dieser darstellen würde.
Am 18. September 1931 um 22 Uhr verübten zwei Offiziere der Guandong-Armee, einer davon war vermutlich der Spion und spätere Kommandeur der 14. Division der Guandong-Armee Doihara Kenji, bei der Stadt Mukden (奉天) einen Sprengstoff-Anschlag auf die Südmandschurische Eisenbahn. Der Explosion folgte ein Feuergefecht zwischen Japanern und Chinesen.
Für den Anschlag wurden die Chinesen verantwortlich gemacht, dies diente als Vorwand für die weitere Entsendung japanischer Truppen in die Mandschurei. Ohne den Befehl dazu aus Tokio erhalten zu haben griffen die japanischen Truppen die chinesische Garnison in Mukden an und eroberten die Stadt.
Auf eine Anregung Japans hin wurde die sogenannten Lytton-Kommission (so benannt nach ihrem Vorsitzenden, Lord Victor Alexander George Robert Bulwer-Lytton) vom Völkerbund eingesetzt, um den Zwischenfall zu untersuchen. Sie sollte in der Mandschurei volle Bewegungsfreiheit besitzen, war jedoch nicht weisungsbefugt gegenüber den japanischen und chinesischen Truppen in dieser Region.
Von einigen Historikern wird der Zwischenfall mit dem Reichstagsbrand verglichen. Er bildete den Auftakt zur militärischen Expansion Japans, die zum Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges und somit des Zweiten Weltkrieges in Asien führte.
Im Yasukuni-Schrein werden als Täter auch heute noch die chinesischen Truppen angegeben.
Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg (Schlacht) | Chinesische Geschichte | Chinesische Militärgeschichte | 1931
Mukden Incident | Conquête de la Mandchourie par le Japon | הפלישה היפנית למנצ'וריה | Incidente di Mukden | 満州事変 | Mantsjoerije-incident | 九一八事變
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