Der Muezzin (arabisch مؤذّن mu'adhdhin) ist ein Ausrufer, der die Muslime zum Gebet (Salat, arabisch: as-salāt) aufruft. Die erste Person, die die Funktion eines Muezzins übernahm, war der Abessinier Bilal, ein freigelassener Sklave und enger Vertrauter des Propheten Muhammad.
Seine Funktion ist vergleichbar mit dem Läuten der Kirchenglocke durch den Mesner im Christentum. Der Muezzin ist kein Geistlicher, sondern gehört zum Personal der Moschee. Häufig wurde ein Blinder mit dieser Aufgabe betraut, damit er nicht vom Minarett aus Orte einsehen konnte, an denen sich Frauen aufhielten. Je nach Situation kann auch ein normaler Gläubiger die Funktion eines Muezzins übernehmen, zum Beispiel wenn Gebete während der Arbeitszeit verrichtet werden.
Er ruft die Muslime täglich zu bestimmten Uhrzeiten zum Beten zusammen. Das Rufen selbst nennt sich Adhan und wird ursprünglich vom Minarett ausgerufen. Inzwischen erfolgt der Ruf meist über Lautsprecher. Dies führt in vielen orientalischen Städten, in denen die einzelnen Lautsprecherrufe nicht koordiniert sind und einander zu übertönen versuchen, zu einer sehr lauten Kakophonie. Ein Versuch des ägyptischen Ministers für religiöse Stiftungen Hamdi Zaqzouq im Jahre 2004 die Gebetsrufe zu vereinheitlichen und so zu einem wohlklingenden Gebetsruf in Kairo zu kommen, scheiterte kläglich *.
Das Ausrufen des Muezzins als Ausübung der islamischen Religion in der Öffentlichkeit führte in Deutschland in den letzten Jahren, so etwa 1997 in Duisburg, immer wieder zu heftigen, teilweise emotional aufgeladenen Diskussionen. Als besonders anstößig wird oft der Gebetsruf von Eroberer-Moscheen, die nach Fatih Sultan Mehmed, dem Triumphator über das Christentum benannt sind, empfunden.
In Indonesien wird oft auf einen Muezzin verzichtet und mittels Gongschlägen zum Gebet aufgerufen.
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