Mudersbach ist eine Gemeinde im
Landkreis Altenkirchen in
Rheinland-Pfalz (
Deutschland). Sie gehört zur
Verbandsgemeinde Kirchen (Sieg).
Geografie
Mudersbach mit seinen drei Ortsteilen Mudersbach, Niederschelderhütte und Birken ist eine Gemeinde mit ca. 6500 Einwohnern im äußersten Nordosten des Landes Rheinland-Pfalz und gehört zur Verbandsgemeinde Kirchen (Sieg). Geografisch und landsmannschaftlich gehört die Gemeinde zum
Siegerland. Die Gegend ist hügelig bis bergig, stark bewaldet und teilweise von vulkanischen Einflüssen geprägt. Höchste Erhebung ist der Giebelwald mit 520 m. ü. NN, wohingegen das Tal der
Sieg auf ca. 230 m. ü. NN liegt. Mudersbach grenzt im Osten an die Stadt
Siegen in Nordrhein-Westfalen, deren Zentrum rund 10 Kilometer entfernt ist. Nächstgrößere Stadt auf rheinland-pfälzischer Seite ist
Betzdorf (12 Kilometer).
Gemeindegliederung
Rechts der Sieg liegen der Hauptort Mudersbach und der Ortsteil Niederschelderhütte, am linken Siegufer der Ortsteil Birken und die zum Ortsteil Mudersbach gehördene Siedlung "Kronacker". Über die Sieg führen auf Gemeindegebiet drei Straßenbrücken und zwei Eisenbahnbrücken, je eine davon als Grenzbrücke zu
Nordrhein-Westfalen. Der Ortsteil Niederschelderhütte ist mit dem benachbarten
Siegen-
Niederschelden zu einem umgangssprachlich "Schelden" genannten Ort zusammengewachsen. Wegen der räumlichen und geschichtlichen Nähe zu
Siegen sind die Ortsteile Birken und Niederschelderhütte infrastrukturell vielfach an die Nachbarstadt angegliedert (z.B. Telefon-Ortsnetz, Stromversorgung, Abwasserentsorgung).
Geschichte
Der heutige Mudersbacher Ortsteil Niederschelderhütte entstand im 18./19. Jahrhundert als Wohnsiedlung der Hütten-Arbeiter aus dem benachbarten Niederschelden, das seit 1975 zu
Siegen gehört, bis heute aber mit Niederschelderhütte praktisch einen Ort bildet. Die einstige Charlottenhütte wurde später zum Stahlwerk. Die Sieg, und damit auch die Landesgrenze zwischen
Nordrhein-Westfalen und
Rheinland-Pfalz, verläuft mitten durch das Werksgelände des Stahlwerks. Versuche, durch Gebietstausch die teils für Verwirrung sorgende Lage eines Stahlwerks in zwei Bundesländern zu ändern, scheiterten an mangelndem politischen Willen in Mainz und Düsseldorf.
Religionen
In den Ortsteilen Mudersbach und Birken überwiegt katholische, in Niederschelderhütte evangelische Bevölkerung. In Mudersbach und Niederschelderhütte steht jeweils eine katholische Kirche. Die evangelischen Christen gehörten zur Kirchengemeinde
Siegen-
Niederschelden.
Wirtschaft und Infrastruktur
Hauptarbeitgeber war seit dem 19. Jahrhundert die Charlottenhütte bzw. das Stahlwerk im Ortsteil Niederschelderhütte. Das in den 70er Jahren vom Krupp-Konzern übernommene Werk (Krupp-Stahlwerke Südwestfalen) produzierte bis ins Jahr 1980 Stahl mit in Hochzeiten bis zu 3000 Mitarbeitern. Das Stahlwerk mit seinen Hochofen-Schornsteinen und den am Berg Birker Ley aufgeschütteten Schlackenhalden ("Sandhalde") prägte das Leben in der Gemeinde.
Heute ist das bekannteste Produkt der Gemeinde nicht Stahl, sondern Bier - Erzquell Pils, das in der zunächst als Siegtal-Brauerei gegründeten
Erzquell-Brauerei in Niederschelderhütte hergestellt wird.
In den Siegauen unterhalb des Ortsteils Birken entstand in den 90er Jahren das Gewerbegebiet "Mudersbacher Wiesen".
Öffentliche Einrichtungen
Mudersbach besitzt eine Grund- und Berufsschule, außerdem steht in Mudersbach ein Hallenschwimmbad, das aber außer Betrieb ist. Die Räumlichkeiten werden nur noch als sogenannter "Jugendtreff" benutzt. Darüber hinaus ist das Gemeindehaus in Mudersbach der Verwaltungssitz des Bürgermeisters. Neben dem Gemeindebüro in Mudersbach befindet sich ein zweites im Ortsteil Niederschelderhütte. In diesem Gebäude ist neben der Gemeindeverwaltung auch der örtliche Bauhof sowie die Feuerwehr Niederschelderhütte untergebracht.
Im Naturfreibad "Schinder Weiher" im Schindebachtal kann man von Mitte Juni bis Anfang September dem Badevergnügen nachgehen.
Verkehr
Wichtig für Wirtschaft und
Fremdenverkehr ist die gute Verkehrsanbindung des Gebiets, das aus allen Himmelsrichtungen über die
A 3,
A 45 und
A 4 erreichbar ist. Die direkt benachbarte Großstadt
Siegen sowie die nahe gelegenen Ballungsräume
Köln/
Bonn,
Hagen/
Dortmund und
Frankfurt sind so schnell zu erreichen.
Die Bundesstraße 62 verläuft direkt durch den Ort. Die nächste Anschlussstelle an die Hüttentalstraße in Siegen-Niederschelden ist nur wenige Kilometer entfernt, eine neue Anschlussstelle in der Nähe des Stahlwerks in Niederschelderhütte ist geplant.
Durch Mudersbach verläuft die Siegstrecke der Deutschen Bahn. Im Gemeindegebiet liegen die Bahnhöfe Brachbach, Mudersbach und Niederschelden, an denen die Sieg-Dill-Bahn der DB Regio NRW GmbH hält.
Bildung
- Grundschule Niederschelderhütte (Martin-Luther-Grundschule), Am Erlenwald 31
- Grund-/Berufsschule Mudersbach, Barbarastraße 17 (ehemals Barbara-Hauptschule)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Regelmäßige Veranstaltungen
Bekannt ist Mudersbach für die "Mudersbacher Kirmes", ein dreitätiges Volksfest mit Rummel, das seit mehr als 170 Jahren an jedem ersten Sonntag im Oktober abgehalten wird (auch "Quetschekirmes" genannt nach den zu dieser Jahreszeit in Mudersbach gerne verzehrten Pflaumenkuchen).
Persönlichkeiten
- Hermann Danz
- Otto Becher (Verfasser der Chroniken von Mudersbach)
Weblinks
Ort in Rheinland-Pfalz