Mozaraber (von arabisch: must'arib „arabisiert“) war eine Bezeichnung für Christen, die unter muslimischer Herrschaft in Andalusien lebten.
Als Mozaraber wurden Christen bezeichnet, die nach dem Zusammenbruch des Westgotenreichs (ab 711) unter muslimische Herrschaft gekommen waren und sich in der äußeren Lebensform den neuen Herren anpassten. Sie mussten Kopfsteuer bezahlen, lebten aber in eigenen Wohnvierteln mit eigener Rechtsprechung und Verwaltung. Die Arabisierung der Christen erfolgte vor allem in den Städten, wo viele Christen auch in der Verwaltung und den Finanzbehörden der Umayyaden tätig waren.
Zu Beginn waren die maurischen Herrscher im Rahmen der islamischen Rechtsprechung durchaus tolerant - auch und gerade was die religiösen Freiheiten anging. Nur zeitweise kam es zu Spannungen, so im 9. Jahrhundert, als es unter Muhammad I. auf Betreiben der Asketen Perfectus, Eulogius und Isaak zu religiösen Exzessen in Córdoba kam. Zwischen 851 und 859 wurde von Christen mehrmals der Islam und der Prophet Muhammad geschmäht und beleidigt, um mit dem zu erwartenden Todesurteil das Martyrium zu erleiden. Erst nachdem eine Synode das mutwillige Martyrium verdammte, flauten die Spannungen wieder ab.
Mit der zunehmenden Orientalisierung Andalusiens nahm aber seit dem 10. Jahrhundert die Abwanderung der Mozaraber in die christlichen Reiche des Nordens zu. Diese wurde im 12. Jahrhundert noch verstärkt, als die Almoraviden und Almohaden auf die Mozaraber zunehmend Druck ausübten, um den Übertritt zum Islam zu erreichen. Auch wurden Teile der Mozaraber nach Marokko umgesiedelt, um den christlichen Eroberern nahestehende Bevölkerungsgruppen zu entziehen.
Durch die eingewanderten Mozaraber wurden in den nordspanischen Königreichen die Verbindung zwischen lateinisch-christlicher sowie muslimisch-arabischer Kultur hergestellt. Dabei übten die Mozaraber erheblichen Einfluss auf die Volksdichtung in Nordspanien und Südfrankreich aus.
Nach der Abwanderung in den Norden kam es dort jedoch zu zahlreichen Neubauten. In ihren neuen Wohngebieten führten die Mozaraber neue Techniken in die Architektur ein, so im Gewölbe- und Bogenbau. Der üblicherweise den Mauren zugeschriebene Hufeisenbogen taucht jedoch zuvor schon in der westgotischen Architektur auf, wurde von den Mauren aufgenommen und ist mit den Mozarabern in einer orientalischen Form in den Norden gelangt, während in der Architektur des Königreiches von Asturien weiterhin westgotische Formen des Hufeisenbogens in der Präromanik fortlebten.
Kennzeichen des mozarabischen Baustils sind neben dem erwähnten Hufeisenbogen u.a. typische Zierformen wie Geflechte von pflanzlichen Ornamenten aus Stuck. Da in der islamischen Baukunst die Darstellungen von Menschen verboten waren, hatten die arabischen Künstler die Fertigkeit der Verzierung zu hoher Perfektion gebracht. Die mozarabischen Steinmetze nahmen diese Anregungen auf.
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