Irak_karte2.png Mosul (Kurdisch لموصل Mûsil, arabisch الموصل, Al-Mausil, Aramäisch ܢܝܢܘܐ Nîněwâ) ist eine Stadt im Norden des Irak am rechten Ufer des Tigris, circa 350 Kilometer nördlich von Bagdad. Sie ist mit ungefähr 1,7 Millionen Einwohnern (Stand 2006) nach Bagdad die zweitgrößte Stadt des Landes. Mosul ist die Hauptstadt der Provinz Ninawa.
In der Stadt leben Menschen aus vielen irakischen Religionen und ethnischen Gruppen (Araber, Aramäer, Kurden, Turkmenen und Yeziden). Durch die Sicherheitslage in Folge des Krieges verliessen viele Menschen die Stadt. Insbesondere die Christen haben die Stadt aufgrund der gezielten Angriffe verlassen. Eine genaue Statistik der heute in Mosul lebenden bevölkerung gibt´s nicht.
Mosul ist Sitz für Erzbischöfe syrischer/orientalischer Kirchen. Hier leben große Anzahl an aramäischen Christen verschiedener Konfesssionen, sowie Aremnier und Muslime.
Der syrisch-katholischen Erzbischof Basile Georges Casmoussa, der am 17. Januar 2005 entführt wurde, am Tag darauf jedoch ohne Zahlung von Lösegeld freigelassen wurde. Die armenische Kirche wurde 2004 durch einen Terrorakt schwer beschädigt; Anfang 2006 erhielt Erzbischof Avag Asadurian die Zusage von Staatspräsident Dschalal Talabani und Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari, dass die Kirche wiederaufgebaut werden soll. In der Nähe von Mosul unterhält die Syrisch-Orthodoxe Kirche ein Kloster zur Ausbildung von Priester und Kirchennachwuchs. Der jetzige Abt ist der Erzbischof Mar Sewerius Ishak Saka.
Die Stadt ist Verkehrsknotenpunkt des Nordirak (die Bagdadbahn führt über Mosul), die instabile Lage hat ihre wirtschaftliche Bedeutung jedoch arg schrumpfen lassen.
In der Nähe von Mosul auf dem gegenüberliegenden Tigrisufer liegen immer noch die von dem Engländer Henry Layard entdeckten Ruinen der antiken assyrischen Hauptstadt Ninive, wonach auch die Provinz benannt wurde.
Die Stadt und das umliegende Gebiet, das lange zum Osmanischen Reich gehörte, wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Großbritannien besetzt, die Türkei beanspruchte das Gebiet aber weiterhin und leitet daraus zum Teil noch heute Ansprüche ab. Der Völkerbund sprach das strittige Ölgebiet 1925 dem britischen Mandatsgebiet Irak zu. In einem Vertrag zwischen der Türkei, Großbritannien und dem Irak wurde das von türkischer Seite 1926 anerkannt, die Turkish Petroleum Company erhielt Konzessionen im Mosul-Gebiet (1927/29 in Iraqi Petroleum Company umbenannt).
Während des Völkermordes an den Armeniern 1915 war Mosul eines der Deportationsziele gewesen. Zehntausende der aus dem gesamten Osmanischen Reich in monatelangen Todesmärschen hierher vertriebenen Armenier kamen in den Konzentrationslagern bei Mosul um (vgl. z.B. den telegraphischen Bericht des deutschen Konsuls Holstein an die Botschaft in Konstantinopel über die Massaker, die dem türkischen General Halil Bey zugeschrieben werden *. Nach dem Verlust des Gebietes beschuldigte die Türkei die Briten, in Mosul aus der Türkei geflohene Assyrer anzusiedeln.
Am 22. Juli 2003 werden bei einem Gefecht mit US-amerikanischen Spezialeinheiten in Mossul Udai und Kusai Hussein, die Söhne des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein, getötet. Ende des Jahres 2003 wurden auf ähnliche Weise Mitglieder türkischer Spezialeinheiten in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Die Mitglieder dieser Einheit waren auf dem Weg zur türkischen Botschaft in Bagdad.
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